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Kulmbach

Per Anhalter in den Nachbarort

Jetzt gibt es auch in Trebgast und Lindau Mitfahrbänke. Von dort aus gelangt man nach Neuenmarkt, Kulmbach, Himmelkron und Neudrossenfeld.



Bürgermeister Werner Diersch und Allianz-Managerin Annabelle Ohla testen die neue Mitfahrbank in der Trebgaster Ortsmitte. Foto: Dieter Hübner
Bürgermeister Werner Diersch und Allianz-Managerin Annabelle Ohla testen die neue Mitfahrbank in der Trebgaster Ortsmitte. Foto: Dieter Hübner  

Trebgast - Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist auf dem Land oft dürftig. Das ist vor allem für Senioren oft ein Problem. Abhilfe schaffen soll das Projekt "Mitfahrbänke", zu dem Annabelle Ohla Allianz-Managerin der Integrierten Ländlichen Entwicklungsgemeinschaft (ILE) "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland" die Mitgliedskommunen 2018 den Anstoß gab. Drei Mitfahrbänke standen bisher schon in zwei von 14 Mitglieds-Kommunen des "Fränkischen Markgrafen- und Bischofsland". Jetzt sind zwei weitere dazugekommen: In Trebgast werden als Zielorte Lindau, Himmelkron und Neuenmarkt angeboten. In Lindau stehen Trebgast, Kulmbach und Neudrossenfeld auf den Schildern. In vier Gemeinden sind weitere vierzehn bereits bestellt.

"Viele beschweren sich über die schlechte Infrastruktur und Mobilität auf dem Land. Hier ergibt sich eine Chance für die Kommunen, ohne viel Geld auszugeben", bemerkt Annabelle Ohla bei der Sitzprobe auf der neuen Bank, die in der Trebgaster Ortsmitte unmittelbar am Marktplatz aufgestellt wurde.

Die Idee, die in anderen Regionen bereits umgesetzt wurde, ist eigentlich simpel: Die Gemeinde stellt an einem möglichst verkehrsgünstig gelegenen Stelle eine eigens gekennzeichnete Sitzbank auf. Daneben steht ein Klappschild mit einer Auswahl von verschiedenen Zielorten, zu denen keine öffentliche Verkehrsanbindung mit Bus oder Bahn besteht. Wer eine Mitfahrgelegenheit dorthin benötigt, nimmt auf der Bank Platz und wartet darauf, von einem Mitbürger mitgenommen zu werden. Natürlich sollte es vom Zielort aus auch wieder eine Mitfahrbank zurück an den Ausgangspunkt geben. Salopp gesagt, sind Mitfahrbänke so etwas wie eine Variante des früheren Trampens. Statt mit erhobenen Daumen am Straßenrand zu stehen, können dort vor allem ältere Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Bedenken muss man dabei allerdings, dass das System für jemanden, der einen Arzttermin hat, eher (noch) nicht geeignet ist, denn wer einen Termin hat, kann nicht planen, wann jemand anhält.

"Das Projekt lebt davon, dass es wahrgenommen wird", ist Bürgermeister Werner Diersch optimistisch. "95 Prozent unserer Pendler fahren in jede Richtung. Das muss einfach ins Laufen - beziehungsweise hier ins Fahren - kommen". "Je mehr Mitfahrbänke installiert werden, desto größer wird das Netzwerk und auch die Chance, dass jemand mitgenommen wird" appelliert Annabelle Ohla an die Kommunen. "Da ist auch ein Stück weit Mundpropaganda gefragt. Man kennt sich ja auf den Dörfern." Um den Bekanntheitsgrad der Aktion zu steigern, wird derzeit ein Flyer entwickelt, der ab Anfang August dann unter anderem an alle Haushalten in den Gemeinden verteilt wird, in denen bereits eine Mitfahrbank steht. Die Verantwortlichen hoffen auf eine pragmatische Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und auf einen Nachahmer-Effekt für andere Gemeinden.

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Dieter Hübner
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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
17:44 Uhr

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Dieter Hübner

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
17:44 Uhr



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