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Kulmbach

Persönliche Einladung zum Gottesdienst

Damit die Kirchenbänke sonntags nicht noch leerer werden: Regionalbischöfin Greiner lädt in den Dekanaten Kulmbach und Bayreuth zum "Back to Church Sunday" ein.



Zum "Back to Church Sunday" lud Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kulmbacher Spitalkirche ein. Unser Bild zeigt von links Pfarrer Ulrich Winkler von der Petrikirche, Kirchenvorsteher Günter Konwisorz von der Kreuzkirche, Pfarrer Hannes Schott von der Lutherkirche Bayreuth, Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und Dekan Thomas Kretschmar. Foto: Werner Reißaus
Zum "Back to Church Sunday" lud Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kulmbacher Spitalkirche ein. Unser Bild zeigt von links Pfarrer Ulrich Winkler von der Petrikirche, Kirchenvorsteher Günter Konwisorz von der Kreuzkirche, Pfarrer Hannes Schott von der Lutherkirche Bayreuth, Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und Dekan Thomas Kretschmar. Foto: Werner Reißaus  

Kulmbach - Die evangelische Kirche macht mobil, um wieder mehr Menschen für den gelebten Glauben zu mobilisieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner die Aktion "Gottesdienst erleben" am gestrigen Dienstag in der Kulmbacher Spitalkirche vor. Noch in diesem Monat bieten zahlreiche Kirchengemeinden im Kirchenkreis Bayreuth mit den angeschlossenen Dekanatsbezirken einen "Back to Church Sunday" an. Ziel ist es, dass die aktiven Gemeindeglieder andere Menschen selber einladen, einmal wieder in den Gottesdienst zu kommen.

Auftakt am kommenden Sonntag

Der "Back to Church Sunday" wird in den Dekanatsbezirken Kulmbach und Bayreuth am kommenden Sonntag, 15. September, erstmals in verschiedenen Kirchengemeinden gefeiert.


Unter dem Titel "Gottesdienst erleben" oder "Schöner Sonntag" werben die Kirchengemeinden für den Gottesdienstbesuch und rufen die regelmäßigen Kirchgänger dazu auf, Freunde und Bekannte mitzubringen. Wie Regionalbischöfin Greiner betonte, ist der Gottesdienst an manchen Orten besonders gestaltet, an anderen Orten wird er völlig normal und liebevoll gefeiert, aber überall legen die Gemeinden am "Einladesonntag" ein besonderes Augenmerk auf die Gastfreundschaft. Dr. Greiner freute sich, dass spontan schon bei ihrem ersten Aufruf von insgesamt 15 Dekanatsbezirken zehn mitziehen.

Die Idee ist vor einigen Jahren in der Kirche von England, genauer gesagt in Manchester entstanden, und wurde schnell zum internationalen Erfolg: Anknüpfend an die "Back to school"-Saison nach den Sommerferien machen Kirchen weltweit den letzten Septembersonntag zum "Back to Church Sunday" oder gleich den ganzen Herbst zur Einlade-Saison. Und was sich zunächst vor allem im englischsprachigen Raum verbreitete, ist inzwischen auch in Deutschland ein Erfolg. Die Regionalbischöfin: "Die Erfahrung zeigt, dass sich Menschen einladen lassen und der Gottesdienstbesuch am Einladesonntag spürbar ansteigt."

Diese Idee holte die Regionalbischöfin nun in den Kirchenkreis Bayreuth: "Das Projekt soll in unseren Kirchengemeinden eine echte Willkommenskultur anstoßen", so Greiner. "Ich weiß, dass ganz vielen Gemeinden der Gottesdienst am Herzen liegt und sie sich einen stärken Besuch wünschen. Doch selbst zum Gottesdienst einzuladen, braucht etwas Überwindung und einen Anlass. Und: Wer lange nicht in der Kirche war, soll sich wohlfühlen, wenn er wiederkommt."

In ihrer Einführung zu der Aktion verwies Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner auf ihre Motivation, warum sie dieses gute weltweit bekannte Projekt mit Unterstützung des Amtes für Gemeindedienst und des Gottesdienstinstitutes der Landeskirche im Kirchenkreis Bayreuth initiiert habe: "Der Gottesdienst ist die unverzichtbare Mitte der Gemeinde. Ich komme als Regionalbischöfin in viele Kirchengemeinden und fast bei jeder Sitzung des Kirchenvorstandes, die ich besuche, wird der Gottesdienst Thema. Der Gottesdienst ist den Gemeinden spürbar emotional und theologisch wichtig und mir auch. Denn der sonntägliche Gottesdienst ist seit Beginn christlicher Gemeinden vor 2000 Jahren der unverzichtbare Ort, an dem sich Menschen versammeln, um zu beten, Gottes Wort zu hören und Abendmahl zu feiern. Aus dieser geistlichen Mitte baut sich die Gemeinde auf." Das werde auch weiter so sein und so verdiene der Gottesdienst die allergrößte Aufmerksamkeit und Liebe in der Ausgestaltung.

Die Regionalbischöfin machte deutlich, dass die Menschen, die vor Ort das kirchliche Leben tragen, ihre Kirche und auch den Gottesdienst lieben: "Sie wissen aus ihrem Leben, dass der Gottesdienst einem viel geben kann. Dass er ein Ort zum Auftanken ist und um Gott zu begegnen. Doch wer nicht kommt, kann diese Erfahrung gar nicht machen und mit dem Gottesdienstbesuch sind die Kirchenvorstände oft nicht zufrieden. Viele Kirchenvorstände überlegen, was sie tun können, damit Menschen den Gottesdienst für sich wieder entdecken. Das unterstütze ich. Darum habe ich angeregt, dass möglichst viele Gemeinden im Kirchenkreis bei der Aktion ,Back to Church Sunday‘ mitmachen." Zur Frage, welche Idee hinter der Aktion stecke, kam Dr. Greiner zum Ergebnis: "Es gibt Menschen, die in den Gottesdienst kommen, wenn sie persönlich eingeladen werden. Manchmal braucht es einen kleinen Stupser, ein freundliches Wort, sodass sie spüren: Da bin ich willkommen. Dieses Signal wollen wir geben."

Es fällt laut Greiner umgekehrt manchen gar nicht so leicht, aus der Deckung zu gehen und einen anderen Menschen anzusprechen. Die Aktion ermutige und gebe dazu hilfreiches Material an die Hand. Der Kirchenkreis Bayreuth sei Teil einer internationalen Begegnung und man vertraue auf die Erfahrung, die die Kirchen weltweit machen: Am Einladesonntag kommen mehr Menschen in die Kirche als sonst. Die Regionalbischöfin weiter: "Und manche kommen auch weiterhin. Doch selbst bei manchen, die nicht kommen, bewirkt die Erfahrung, freundlich eingeladen zu sein, viel. Die Aktion will zudem einen Kulturwandel. Sie will die Stärkung der Willkommenskultur."

Es brauche gar nicht viel, um die Besucher Gastfreundlichkeit erleben zu lassen. So sei es schön, wenn am Eingang jemand begrüßt und einem zeigt, welches Gesangbuch man heute braucht. Schön auch, wenn der Begrüßende Fingerspitzengefühl habe und merke, wenn ein Besucher in Ruhe gelassen werden will.

Zu solchen Äußerlichkeiten gehört aber auch die innere Einstellung. Dazu Dr. Greiner: "Wir wollen eine gastfreundliche Gemeinde sein. Wenn ein ,Neuer‘ meinen Stammplatz in der Kirche besetzt, ist das ein Grund, mich zu freuen. Der andere ist da; wie schön; für mich wird bestimmt noch ein anderer Platz frei sein." Mit Kulmbachs Dekan Thomas Kretschmar begrüßten auch die weiteren Teilnehmer der Pressekonferenz diese Aktion und sagten ihre Unterstützung zu.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
18:10 Uhr

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Werner Reißaus

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10. 09. 2019
18:10 Uhr



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