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Kulmbach

Pflegeschulen suchen die Gemeinsamkeit

Die generalistische Ausbildung macht eine enge Kooperation zwischen den Schulen für Kranken- und Altenpflege im Kreis nötig. Eine Vereinbarung steht kurz vor dem Abschluss.



Verschiedenste Stationen müssen junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden, jetzt schon durchlaufen. Vom kommenden Jahr an lernen die angehenden Pflegefachkräfte den Klinikbetrieb ebenso kennen wie die Altenpflege und können sich später für eine Spezialisierung entscheiden. Foto: Klinikum Kulmbach
Verschiedenste Stationen müssen junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden, jetzt schon durchlaufen. Vom kommenden Jahr an lernen die angehenden Pflegefachkräfte den Klinikbetrieb ebenso kennen wie die Altenpflege und können sich später für eine Spezialisierung entscheiden. Foto: Klinikum Kulmbach  

Kulmbach/Stadtsteinach - Die Pflegeausbildung wird vom 1. Januar an auf ganz neue Beine gestellt. Aus Gesundheits- und Krankenpflegern und aus Altenpflegern werden dann "Pflegefachkräfte", die eine gemeinsame und einheitliche Grundausbildung absolvieren und dann die Möglichkeit zur Spezialisierung haben. Pflege soll auf diesem Weg, so will es der Gesetzgeber, gestärkt werden. Im Landkreis Kulmbach sind die Berufsfachschulen für Krankenpflege am Klinikum Kulmbach und die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Stadtsteinach dabei, sich für diese neue Form der Ausbildung zu rüsten. Zwischen dem Klinikum Kulmbach und dem BRK sowie den Trägern der Altenpflegeeinrichtungen im Landkreis, insbesondere den Wohlfahrtsverbänden, soll es eine Vereinbarung geben, die die künftige Zusammenarbeit regelt. Die Verhandlungen sind bereits weit fortgeschritten. Das, sagt die Leiterin der Berufsfachschule am Klinikum, Doris Pösch, ist wichtig: "Wir brauchen die Kommunikation sowie die gemeinsame Steuerung und Koordination. Das geht nur in einer engen Zusammenarbeit."

Die Grundlagen dafür sind in verschiedenen Gesprächen bereits gelegt worden. Die generalistische Pflegeausbildung, sagt Klinikum-Geschäftsführerin Brigitte Angermann, sei aufgelegt worden, um die Pflege insgesamt zu stärken. "Das bedingt unter anderem, dass sämtliche Partner in diesem Ausbildungssystem mitwirken, seien es Pflegeschulen, Träger der praktischen Ausbildung oder Einsatzstellen eine Kooperation bilden und sich engmaschig abstimmen. Schließlich soll die neue Pflegeausbildung möglichst effektiv gestaltet werden." Mehr als ein Jahr laufen laut Brigitte Angermann die Abstimmungen bereits. "Jetzt sind wir in den Endzügen und hoffen, dass wir noch in diesem Jahr eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung für einen Ausbildungsverbund für den Landkreis Kulmbach fertigstellen können."

Der Abschluss dieser Vereinbarung habe sich hinausgezögert, weil wichtige Grundlagen nicht feststanden, erklärt die Geschäftsführerin des Klinikums. Konkrete Informationen über die Lehrpläne fehlten lange Zeit. "Auch die Finanzierung ist heute noch nicht ganz sicher." Ein Teil davon werde derzeit von den Krankenkassen beklagt. "Wir hoffen aber, dass wir bald eine Entscheidung bekommen und dann endgültig Nägel mit Köpfen machen können."

In Stadtsteinach und auch in Kulmbach wird vom jeweils nächsten Kursbeginn an die gleiche Ausbildung laufen. Die Lehrpläne sind einheitlich. Dennoch, sagt Brigitte Angermann, wird es gewisse Schwerpunkte geben. "Wer sich für die Pflegeschule am Klinikum entscheidet, wird vielleicht auch eher die Tendenz in die Klinik haben. Wer die Pflegeschule in Stadtsteinach wählt, wird sich wohl eher in Richtung Altenpflege orientieren." Engmaschige Abstimmung wird nach Aussagen Brigitte Angermanns dennoch nötig sein. Unter anderem die Praxiseinsätze stehen dabei im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler der Pflegeschule in Stadtsteinach werden künftig auch praktische Ausbildung am Klinikum erhalten, umgekehrt werden die Schüler der Kulmbacher Pflegeschule auch eine gewisse Zeit in Pflegeheimen und ambulanten Pflegeeinrichtungen verbringen. In der Generalistik, informiert Brigitte Angermann, werde es wesentlich mehr Praxiseinsätze geben als bisher. "Die Kulmbacher Schüler haben den überwiegenden Teil ihrer Ausbildung bislang an der eigenen Klinik verbracht. Nur wenige externe Einsätze waren vonnöten."

Das wird sich ändern, wenn im Herbst 2020 die neuen Kurse beginnen. 400 Stunden müssen dann die Stadtsteinacher Schüler am Klinikum ableisten. Umgekehrt müssen die Kulmbacher Schüler die selbe Zahl an Stunden im stationären und ambulanten Altenpflegebereich verbringen. "Deswegen ist dieser Ausbildungsverbund wichtig, damit über eine koordinierende Stelle die Praxiseinsätze möglichst gut gesteuert werden können."

Auch über einen gemeinsamen Kursstart haben sich die Kulmbacher Partner bereits verständigt. Zukünftig wird die Ausbildung an beiden Schulen jeweils am 1. September beginnen. Das war wichtig, weil die Auswahlverfahren für die nächsten Kurse bereits laufen.

Mit der Kooperationsvereinbarung, ist BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold überzeugt, wird die heimatnahe Pflegeausbildung in der Region dauerhaft sichergestellt. "Wir müssen das neue Berufsbild sachgerecht umsetzen. Dazu gehört die Zusammenarbeit aller Beteiligten."

Dass es dennoch weiter zwei selbstständige Pflegeschulen im Landkreis geben soll, ist laut Jürgen Dippold bereits seit Langem entschieden. "Es ist erklärter Wille, den Standort Stadtsteinach zu erhalten." Die Stadtsteinacher Schule habe sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt und sowohl neue Lehrer als auch mehr Schüler gewonnen. Zudem könne die Schule als eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in der Region auf eine große Tradition zurückblicken. Zudem biete der Standort Stadtsteinach auch eine gute Anbindung an den Frankenwald bis in die Rennsteigregion. Stadtsteinach habe sich im Wandel der Zeit stets behauptet, das werde sich auch mit der jetzt beginnenden neuen Ausbildungsregelung nicht ändern. Dass die Generalistik den Pflegeberuf aufwerten wird, davon ist Jürgen Dippold überzeugt. "Die Fachkräfte haben dann mehr Chancen, sich beruflich zu orientieren und bessere Wahlmöglichkeiten."

Die Kulmbacher Schulleiterin Doris Pösch sieht das genauso. Der neuen Ausbildungsordnung sieht sie gelassen entgegen. "Wir sind gerüstet für den Beginn. Jetzt geht es noch um die Feinabstimmung. Im Vordergrund steht, dass wir die Pflegeausbildung in unserer Region stärken. Das geht nur gemeinsam, und das verwirklichen wir mit dieser Kooperation."

Landrat Klaus Peter Söllner steht sowohl an der Spitze des Zweckverbands für das Klinikum Kulmbach als auch des BRK-Kreisverbands. Er ist gespannt, wie sich die Ausbildungssituation künftig gestalten wird. Söllner erinnert daran, dass in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 80 und 90 Prozent der Absolventen der sehr erfolgreichen Kulmbacher Schule am Klinikum Kulmbach geblieben sind. Das, hofft er, werde auch weiter so bleiben. Auch die Schule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Stadtsteinach erfreue sich großer Resonanz. Das sei angesichts eines stetig steigenden Bedarfs gerade in diesem Bereich auch sehr wichtig. Eine hoch qualifizierte Ausbildung und eine angemessene Bezahlung seien dafür nötig. Söllner begrüßt es, dass sich in dieser Hinsicht viel getan habe. "Die Aufwertung der Pflegeausbildung ist im Trend und aus meiner Sicht auch richtig." Die Gespräche, die jetzt in Sachen Generalistik geführt werden, führen laut Söllner nicht ad hoc zu einer völligen Veränderung der Struktur. "Aber wir werden auf Sicht sicherlich sehen, wie wir bestimmte Dinge an unserem Standort noch besser verknüpfen kann."

Oberbürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands für das Klinikum ebenso wie für den BRK-Kreisverband, Henry Schramm, geht das Thema pragmatisch an. Natürlich, sagt er, müssen die Grundlagen möglichst optimal gestaltet werden. "Das Wichtigste ist mir aber, dass wir weiter gut ausgebildete Menschen für den Pflegebereich bekommen. Der Bedarf an Fachkräften steigt enorm. Auf welchem Weg wir das erreichen, ist dabei für mich erst einmal nachrangig. Entscheidend ist, dass wir für die Zukunft gut gerüstet sind."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
10. 12. 2019
17:38 Uhr

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Melitta Burger

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10. 12. 2019
17:38 Uhr



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