Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Kulmbach

Polizei will mit Präsenz sensibilisieren

Mit Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei haben die Inspektionen im Landkreis am Freitag an zahlreichen Stellen kontrolliert. Sieben Autofahrer hatten das Handy am Ohr.



Mit der Laserpistole hatten die Beamten an der Kontrollstelle in Katschenreuth das Tempo der Verkehrsteilnehmer genau im Blick. Doch am Freitagmorgen hielten sich alle an das Tempolimit. Fotos: Melitta Burger
Mit der Laserpistole hatten die Beamten an der Kontrollstelle in Katschenreuth das Tempo der Verkehrsteilnehmer genau im Blick. Doch am Freitagmorgen hielten sich alle an das Tempolimit. Fotos: Melitta Burger   » zu den Bildern

Kulmbach - Handy am Ohr, kein Gurt angelegt. Die Ausreden, weiß Verkehrssachbearbeiter Klaus-Peter Lang von der Kulmbacher Polizei, sind immer die selben, wenn solche Autofahrer erwischt werden. "Ich musste nur mal schnell..., ich hab nur kurz...., ich bin knapp dran und habe einen Termin." So oder ähnlich argumentieren die meisten Verkehrsteilnehmer, wenn sie die Polizei mit dem Mobiltelefon oder ohne Gurt erwischt. Am Freitagvormittag war das bei Katschenreuth nicht anders. Dort und an mehreren weiteren Stellen im gesamten Landkreis haben die beiden Polizeiinspektionen Kulmbach und Stadtsteinach mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Großkontrollen durchgeführt. Rund 30 Beamte der beiden Inspektionen und der Bereitschaftspolizei waren im Kulmbacher Land bei diesen Schwerpunktaktionen im Einsatz, informiert die stellvertretende Leiterin der PI Kulmbach, Kathrin Weißerth.

Handy, Gurt, Tempo und allgemeine Verkehrskontrollen hatten die Beamten fest im Blick an diesem Tag. "Wir setzen mit dieser Aktion um, was Klaus-Peter Lang schon im Frühjahr angekündigt hatte: Wir werden unsere Verkehrssicherheitsarbeit weiterführen und vertiefen", sagt Kathrin Weißerth. Tempoverstöße seien eine der Hauptursachen gerade bei Unfällen mit Schwerverletzten oder gar Getöteten. "Gerade in diesem Bereich ist überhöhtes Tempo als Ursache überproportional vertreten."

Mit "Vorwarnung" sind die Aktionen der Polizei am Freitag über die Bühne gegangen. Radiodurchsagen haben die Verkehrsteilnehmer auf die verschiedenen Kontrollstellen aufmerksam gemacht. Vielleicht lag es daran, dass an dem Tag in Katschenreuth kein einziger Tempoverstoß festgestellt worden ist. Vielleicht lag es auch daran, dass Autofahrer die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer mit Lichthupe gewarnt hatten. Es ist auch gut möglich, dass alle noch rechtzeitig abbremsen konnten. Die Polizei war weithin sichtbar. Das, sagt Kathrin Weißerth, gehörte durchaus zum Plan für diesen Tag. Die Polizei will Präsenz zeigen und damit die Verkehrsteilnehmer erinnern, dass Schilder nicht nur zur Dekoration da sind und Regeln beachtet werden müssen, wenn man ohne Strafzettel davonkommen will. "Diese Kontrollpunkte sollen gar nicht versteckt sein. Wir wollen gesehen werden und die Menschen sensibilisieren."

Schwerpunkt-Aktionen wie diese sind nur möglich, wenn die "BePo" zur Unterstützung kommt. "Wir begrüßen diese Hilfe sehr", macht die Einsatzleiterin deutlich. Sie erklärt auch, dass die Örtlichkeiten für die Kontrollen ganz bewusst ausgewählt wurden. Die Aktion bei Katschenreuth zum Beispiel fand statt, weil sich da Anwohner immer wieder beschweren, dass sich viele Autofahrer nicht an das Limit von 70 km/h halten und damit mehr Verkehrslärm in der Ortschaft verursachen als den Menschen dort lieb ist. Auch am Schwedensteg in Kulmbach wurde am Freitag kontrolliert, ebenso wie an mehreren Stellen entlang der Bundesstraßen 85 und 289 im Bereich der PI Kulmbach. Auch Tempo 30-Zonen hatten die Einsatzkräfte im Blick. Die Stadtsteinacher Beamten positionierten sich zusammen mit der Bereitschaftspolizei unter anderem in Untersteinach in der Ortsmitte und in Himmelkron.

Bis zu einen Kilometer weit reicht die Laserpistole, die in Katschenreuth und an den anderen Einsatzstellen zum Einsatz gekommen ist. Das geeichte Gerät misst ganz genau. Geringfügige Überschreitungen lassen die Beamten gelten. Wer es übertreibt, wird sofort rausgewunken. Das gilt auch für diejenigen, die meinen, sich nicht an die Gurtpflicht halten zu müssen oder ihr Handy während der Fahrt benutzen. Wer wegen solcher Verstöße angehalten wird, hat keine Zeit mehr, schnell noch das Gerät wegzulegen oder den Gurt zu schließen. Weiter oben stehen Beamte in Zivil. Sie melden ihren Kollegen, welches Auto sie sich besonders genau anschauen sollen.

"Die Ablenkung durch ein Handy stellt eine große Gefahr dar", betont Klaus-Peter Lang. Er weiß, dass die Handynutzung als offizielle Unfallursache nur selten in der Statistik auftaucht, weil man das in der Regel nicht mehr nachvollziehen kann, wenn ein Unfall geschehen ist. "Es ist ja in den seltensten Fällen so, dass ein Gespräch noch verbunden ist, wenn es gekracht hat."

Telefonate sind übrigens nach Erfahrungen der Polizei meist nicht die Wurzel des Übels. Die meisten Fahrer haben inzwischen Freisprecheinrichtungen und nutzen sie auch. Meist sind es die Text- und Sprachnachrichten, die Autofahrer verlocken, sich regelwidrig zu verhalten, weiß Klaus-Peter Lang. "Aber gerade das sind ja die Ablenkungen, wenn jemand aufs Handy schaut statt auf die Straße." Solche Verstöße sind, wie Lang erzählt, übrigens keineswegs weitgehend auf junge Leute begrenzt. "Das zieht sich durch alle Altersschichten."

Die Autofahrer, die am Freitagmorgen in Katschenreuth an den Straßenrand gewunken wurden, mussten sich in den meisten Fällen lediglich einer allgemeinen Verkehrskontrolle unterziehen. Einer hatte das Handy in der Hand. Für ihn wird es teuer. 100 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei stehen nun an. 150 Euro und zwei Punkte sind es, wenn durch die Handynutzung ein anderer gefährdet wurde. Kommt es deswegen gar zu einem Unfall, werden zwei Punkte und 200 Euro Bußgeld fällig.

"Die Verkehrssicherheit hat bei uns einen hohen Stellenwert. Durch die Kontrollen in der Stadt und dem Landkreis Kulmbach konnte ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden", betont Kathrin Weißerth. "Für den Kontrolltag mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei am Freitag können wir eine positive Bilanz ziehen. Während der Kontrolldauer von etwa vier Stunden an verschiedenen Örtlichkeiten in Stadt und Landkreis wurden neun Geschwindigkeitsverstöße festgestellt, bei denen der "Spitzenreiter" die Höchstgeschwindigkeit um 22 km/h überschritten hatte. Insgesamt sieben Verkehrsteilnehmer mussten wegen Handynutzung am Steuer sanktioniert werden. Zudem wurden einige Fahrer wegen Verstößen gegen die Gurtpflicht verwarnt." Kathrin Weißerth hofft, dass die Kontrollen, die viele Verkehrsteilnehmer wahrgenommen haben, nun wieder einige Zeit vorhalten und die Menschen vorsichtiger handeln lassen.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
31. 07. 2020
17:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autofahrer Beamte Bereitschaftspolizei Debakel Einsatzstellen Gerät Katschenreuth Polizei Polizeiinspektionen Verkehrslärm Verkehrssicherheit Verkehrsteilnehmer
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Weil Ersthelfer und Polizisten beherzt zugegriffen haben, konnte ein junger Mann im Dezember 2019 gerade noch rechtzeitig aus seinem verunglückten Auto gerettet werden. Aus dem Wrack schlugen bereits Flammen. Der 24-Jährige war mit seinem BMW auf Höhe der Kompostierungsanlage von der Straße abgekommen und eine Böschung hinuntergestürzt. Das Auto hatte sich mehrfach überschlagen. Foto: Melitta Burger

06.03.2020

Licht und Schatten im Unfallgeschehen

Die Zahl der Verkehrsopfer wie auch der Verletzten im Landkreis ist deutlich gesunken. Doch es gab 2019 insgesamt mehr Unfälle und auch Schwerverletzte als noch im Vorjahr. » mehr

Auf eine unfallfreie Fahrt hoffen (von links) Pfarrer Ulrich Winkler, Oberbürgermeister Ingo Lehmann, Geschäftsführer Michael Russ von der Firma Rädlinger Straßen- und Tiefbau GmbH aus Selbitz, Kurt Schnabel vom Bauamt und Rädlinger-Mitarbeiter Bert Hoffmann (von links) bei der offiziellen Freigabe des Radweges zwischen Lösau und Kirchleus.	Foto: Stephan Herbert Fuchs

05.08.2020

Nachhaltige Verbesserung für alle

Der Radweg zwischen Lösau und Kirchleus ist freigegeben. Das erste Teilstück hat 1,5 Millionen Euro gekostet. » mehr

Kathrin Weißerth an ihrem neuen Arbeitsplatz bei der Polizeiinspektion Kulmbach. Die hat mit der 37-jährigen Beamtin zum ersten Mal eine stellvertretende Inspektionsleiterin. Foto: Melitta Burger

18.05.2020

Traumjob mit Karriereaussicht

Kathrin Weißerth ist eine der wenigen Frauen, die es bei der Polizei bislang in Führungspositionen geschafft haben. Polizistin zu werden war schon immer ihr Wunsch. » mehr

Vermutlich eine achtlos weggeworfene brennende Kippe hat am Ufer des Weißen Mains am Schwedensteg einen alten Baumstumpf in Brand gesteckt.

13.07.2020

Zigarette setzt Baumstumpf in Brand

Ein Löscheinsatz war nicht der einzige Grund, warum die Feuerwehr am Sonntag ausrücken musste. Auch ein in einem Aufzug gefangener Mensch freute sich über den Anblick der Retter. » mehr

Bei Radfahrern wie Fußgängern ein gleichermaßen beliebtes Ziel ist die Brücke über den Mainzusammenfluss bei Steinenhausen.	Foto: Gabriele Fölsche

02.06.2020

Des Radlers oberstes Gebot - Rücksicht

In Corona-Zeiten entdecken viele das Zweirad wieder für sich. Auf den beliebten Routen haben Biker, Fußgänger und Skater die gleichen Rechte und Pflichten. » mehr

Krankenwagen

06.08.2020

Radfahrerin schwer gestürzt: Polizei sucht schwarzen BMW

Eine 57-jährige Radfahrerin stürzt am Mittwochnachmittag neben der B 85 in Kulmbach. Zeugen sehen nach dem Unfall ein Auto wegfahren. Die Polizei sucht nun dessen Fahrer. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wieder Ammoniak-Alarm in Kulmbach

Wieder Ammoniak-Alarm in Kulmbach | 06.08.2020 Kulmbach
» 6 Bilder ansehen

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik Hof

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik | 06.08.2020 Hof
» 44 Bilder ansehen

FC Trogen - SG Regnitzlosau Trogen

FC Trogen - SG Regnitzlosau |
» 62 Bilder ansehen

Autor

Melitta Burger

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
31. 07. 2020
17:00 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.