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Kulmbach

Radwegenetz wird zum Großprojekt

Das Kulmbacher Land erhält bis zu 460 000 Euro Leader-Förderung der EU. Das Geld fließt in ein Radverkehrskonzept und das Kirchweihprojekt in Limmersdorf.



Das Steinachtal und viele weitere Routen im Landkreis Kulmbach sollen Lust aufs Radfahren machen. Der Landkreis Kulmbach will ein Radverkehrskonzept auf den Weg bringen. Foto: Naturpark Frankenwald/Marco Felgenhauer
Das Steinachtal und viele weitere Routen im Landkreis Kulmbach sollen Lust aufs Radfahren machen. Der Landkreis Kulmbach will ein Radverkehrskonzept auf den Weg bringen. Foto: Naturpark Frankenwald/Marco Felgenhauer   » zu den Bildern

Kulmbach/Thurnau - Den höchsten Betrag in der aktuellen Leader-Förderperiode hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Kulmbacher Land auf einen Schlag vergeben. Mit insgesamt bis zu 460 000 Euro unterstützt die Europäische Union zwei Projekte der Regionalentwicklung. Innerhalb eines Jahres - von Herbst 2019 bis Herbst 2020 - will der Landkreis ein neues Radwegekonzept erstellen und erhält dafür maximal 90 000 Euro. Mit bis zu 370 000 Euro geht der größte Teil der derzeitigen Leader-Förderung nach Limmersdorf. Mit dem Geld werden hauptsächlich die Gebäude für die geplante Tanzlinden-Ausstellung hergerichtet.

Einstimmig hat der Vorstand der LAG die beiden Großprojekte verabschiedet. "Es soll zügig weitergehen", sagte Landrat Klaus Peter Söllner, der Vorsitzende der Aktionsgruppe. Im Vergleich zur vorangegangenen Förderperiode hat das Kulmbacher Land bislang weniger stark auf die bereitstehenden Leader-Mittel zugegriffen. "Jetzt holen wir massiv auf." LAG-Geschäftsführer Klemens Angermann sprach von einem besonderen Tag für den Landkreis.

Erlebnis für Touristen: Dass ein Radwegekonzept dringend nötig ist, zeigt die aktuelle öffentliche Debatte darüber. Die Stadt Kulmbach habe dazu bereits eine Bürgerwerkstatt abgehalten, sagte Kreisbaumeister Andreas Schülein. Der Landkreis treibe das Thema Mobilität aktiv voran und wolle deshalb das integrierte Radverkehrskonzept erarbeiten lassen. Ein Hauptziel ist der erlebnisorientierte Ausbau des Familien-, Freizeit- und Tourismusangebotes im Kulmbacher Land. Ein spezialisiertes Planungsbüro soll im Auftrag des Landkreises das neue Konzept erstellen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 150 000 Euro.

Das Landratsamt ist für die Radverkehrsinfrastruktur entlang seiner Kreisstraßen zuständig. "Wir haben dort insgesamt fünf Kilometer Radwege. Das ist nicht so üppig", sagte der Kreisbaumeister. Es sei das langfristige Ziel, ein dichtes und gut ausgebautes Radwegenetz zu entwickeln, auf dem Radfahren sicher möglich ist. Dafür werde das integrierte Radverkehrskonzept benötigt. Der Landkreis Kulmbach will den Ausbau steuern und mit der Hilfe eines Radwegebeauftragten koordinieren.

Bessere Lebensqualität: Radfahren habe ökologische und ökonomische Potenziale, sei gesund und verbessere die Lebensqualität in den Städten. Genauso wie der Freistaat und der Bund will der Landkreis deshalb die Mobilitätskonzepte stärker darauf ausrichten.

Wie das Kulmbacher Konzept aussieht, erklärte Andreas Schülein. Im Herbst dieses Jahres soll die Arbeit beginnen. Der grundlegende erste Schritt ist eine digitale Bestandsaufnahme. Dabei ermittelt das Planungsbüro, welche Radwege in den Gemeinden schon vorhanden sind und wie diese mit Blick auf Oberfläche, Zustand und Fahrbahnbreite beschaffen sind. Auch die geplanten Radwege an Bundes- und Staatsstraßen werden einbezogen, ehe die Planer eine große Datenbank erstellen.

Lückenschluss im Netz: Danach geht es darum, die Wünsche von allen Städten, Märkten und Gemeinden im Kulmbacher Land einzubeziehen sowie die Vorschläge von Vereinen, Verbänden und den Bürgern. "Wir wollen alle Akteure beteiligen", sagte der Kreisbaumeister. Das Konzept soll Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen, um beispielsweise Lückenschlüsse im Radwegenetz möglich zu machen.

Auch die Beschilderung soll optimiert werden. Es wird eine Bestandsaufnahme aller Wegweiser und ihrer Koordinaten mit Fotodokumentation geben, um die noch benötigten Schilder ermitteln zu können.

Im Anschluss daran wollen die Planer wissen, wo es mögliche und vorhandene Standorte für E-Ladestationen, Fahrradabstellplätze, Rastplätzen und Einrichtungen für Reparaturservice gibt. Darüber hinaus muss geklärt werden, wie die Grundstücksverhältnisse auf den bestehenden und geplanten Radtouren sind. Außerdem geht es um die Anbindung an Bus und Bahn.

Absage für den Schnellweg: In der Diskussion um den geplanten Universitäts-Campus Kulmbach sei schnell die Frage nach einer geeigneten Radwegestrecke zwischen Kulmbach und Bayreuth aufgekommen, sagte Andreas Schülein. Es wird eine Verbindung erarbeitet. Drei Routen stehen zur Wahl. Aber einen Radschnellweg werde es nicht geben. Denn Schnellwege werden nur gefördert, wenn sie von einer großen Anzahl an Radfahrern genutzt werden. Sie seien somit faktisch nur für Ballungszentren und Großstädte möglich.

Der ländliche Raum wird damit einmal mehr benachteiligt, sagte Landrat Söllner. "Das passt leider ins Bild." Diverse Studien haben in jüngster Zeit das Kulmbacher Land auf dem absteigenden Ast gesehen und eine schlechte Zukunft prognostiziert. Dabei entwickle sich der Landkreis in vielen Bereich sehr positiv weiter. "Diese Studien sind grotesk", betonte Söllner. Umso wichtiger sei es, die bestehenden Fördermöglichkeiten zu nutzen.

Weltkulturerbe pflegen: Die Leader-Förderung unterstützt auch das Limmersdorfer Kirchweihprojekt mit dem erklärten Entwicklungsziel, die ländliche Gemeinschaft im Kulmbacher Land zu stärken. Aus dem EU-Topf fließen bis zu 370 000 Euro in den Thurnauer Ortsteil. Auch der Landkreis und weitere Geldgeber bringen sich ein, um das Millionenprojekt zu finanzieren, die Frankenpost berichtete.

"Wir sind in der Endphase der Planung", sagte Veit Pöhlmann, der stellvertretende Thurnauer Bürgermeister und Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition. Das Projekt sei komplex. Es gehe darum, das immaterielle Weltkulturerbe langfristig zu pflegen. Derzeit werden die umliegenden Gebäude saniert. Mit dem EU-Geld sollen dort Ausstellungsflächen entstehen. Die Präsentation wird den Besuchern ganzjährig die Kerwa-Kultur des Kulmbacher Landes erklären.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:50 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:50 Uhr



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