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Kulmbach

Rettung für das Busstreckennetz

Der Kreis Kulmbach sichert den Nahverkehrsplan für die kommenden acht Jahre. Die Partnerschaft mit dem Omnibusverkehr Franken bleibt erhalten.



Die Kulmbacher Flotte des Omnibusverkehrs Franken wird auch künftig auf den Straßen unterwegs sein. In den kommenden Jahren soll das Streckennetz sogar ausgebaut werden. Foto: Stefan Linß
Die Kulmbacher Flotte des Omnibusverkehrs Franken wird auch künftig auf den Straßen unterwegs sein. In den kommenden Jahren soll das Streckennetz sogar ausgebaut werden. Foto: Stefan Linß  

Kulmbach - Die roten Busse gehören in der Stadt und auf dem Land zum gewohnten Straßenbild. Und sie werden im Raum Kulmbach auch künftig unterwegs sein. Die Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF) stand kurz davor, ihr Angebot einzudampfen und sich zurückzuziehen. Nach jahrelangen Verhandlungen ist die Krise nun beigelegt. Der Landkreis Kulmbach kann die Konzessionen für die Regionalbuslinien erneut an die OVF vergeben.

421 233 Euro Zuschuss: Der Wirtschaftsausschuss des Kulmbacher Kreistags freut sich über das Ergebnis und dankt dem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, dass der DB-Frankenbus auch in Zukunft auf den Kursbuchstrecken im Landkreis unterwegs sein wird. 421 233 Euro Zuschuss zahlt der Landkreis für sechs Strecken.

Der Frankenbus verkehrt dort künftig wie gewohnt im Nordosten zwischen Kulmbach und Helmbrechts, Kulmbach und Münchberg, Kulmbach und Bischofsgrün, Marienweiher und Gefrees sowie zwischen Cottenau und Neuenmarkt. Darüber hinaus ist er auf einer Strecke im Südwesten zwischen Bayreuth, Thurnau und Kulmbach im Linienverkehr unterwegs. Mit den Linien werden insgesamt 670 021 Kilometer Fahrleistung pro Jahr erreicht.

Eine Stuttgarter Anwaltskanzlei hat bei dem Direktvergabeverfahren mitgeholfen. Der Landkreis will die Konzessionen für die Busstrecken an die OVF rechtssicher und haushaltskonform vergeben. "Das war extrem kompliziert, äußerst risikobehaftet und juristisch schwierig", sagte Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) in der jüngsten Wirtschaftsausschusssitzung. "Es war zu befürchten, dass sich die OVF aus dem ländlichen Raum zurückzieht."

Große Erleichterung: Umso größer sei die Erleichterung, dass alle Linien bedient werden. "Wir können aufatmen", sagte ÖPNV-Beauftragter Beck vom Kulmbacher Landratsamt. Drei Jahre lang waren die Verhandlungen in der Schwebe. Nun sei der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) für die kommenden acht Jahre gesichert. "Unsere Zuzahlungen halten sich noch in einem vernünftigen Rahmen", erklärte Beck. Der Weg sei wirtschaftlich tragbar.

Vom 1. Januar 2020 an bis 2027 beträgt der Gesamtzuschuss jeweils 421 233 Euro pro Jahr. Die OVF benötigt die Zuschüsse, um die Linien wirtschaftlich betreiben zu können. Für den Kreishaushalt ab 2020 bedeutet das in der Summe eine Erhöhung der vorgesehenen ÖPNV-Mittel um 220 000 Euro. "Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass der ÖPNV künftig noch stärker aus Landkreismitteln zu finanzieren ist", sagte Landrat Söllner.

Es ist eine zentrale Aufgabe, das aktuelle ÖPNV-Angebot langfristig zu erhalten, erklärte Michael Beck. Bei der aktuellen Entwicklung sei das schwierig, denn im Transportgewerbe steigen die Preise, viele Kleinunternehmer geben auf und es fehlt an Personal, insbesondere an Fahrern.

Neuer Ringverkehr: Die Kursbuchstrecke von Kulmbach über Stadtsteinach und Presseck bis Bad Steben trägt die OVF in den kommenden acht Jahren eigenwirtschaftlich. Zuschüsse in Höhe von insgesamt 48 000 Euro wären nötig, um einen neuen Ringverkehr von Kulmbach über Mainleus, Schimmendorf und Kirchleus zu schaffen sowie eine Linie von Kulmbach nach Untersteinach, Stadtsteinach und Losau. Beide Strecken dienen hauptsächlich dem Schülerverkehr und sollen im August 2020 ihren Betrieb aufnehmen. Der Wirtschaftsausschuss hat die Direktvergabe der Strecken einstimmig beschlossen.

Rufbus als Alternative: Darüber hinaus haben die Kreisräte entschieden, das bedarfsgesteuerte Variobus-Konzept weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern. Sobald Fördermittel des Freistaates dafür zur Verfügung stehen, will der Landkreis die Alternative zum klassischen Busbetrieb stufenweise ausbauen. Der Rufbus soll den Linienbetrieb ergänzen.

Ausbau der Oberfranken-Achse: Kulmbach will auch den Anschluss an den überregionalen Verkehr nicht verlieren. Die Verhandlungen über einen Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) laufen. Darüber hinaus setzt sich der Landkreis weiter dafür ein, dass die Bahn die Oberfranken-Achse ausbaut. Für eine schnellere Zugverbindung machen sich Landrat Söllner und Oberbürgermeister Henry Schramm zusammen mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und Landrat Hermann Hübner aus Bayreuth stark. Sie haben zusammen mit Universitäts-Präsident Professor Dr. Stefan Leible an den bayerischen Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart geschrieben.

Im Brief heißt es, dass der Mobilitätswandel ein beherztes Vorgehen verlangt. Noch vor der angestrebten Elektrifizierung der Oberfranken-Achse sollen eingleisige Engpässe beseitigt werden. Ausbauabschnitte seien nötig zwischen Neuenmarkt-Wirsberg, Bayreuth und Schnabelwaid sowie zwischen Marktschorgast und Stammbach. Außerdem sollen die Fahrpläne optimiert werden.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
17:40 Uhr

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