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Kulmbach

Rugendorfer bekommen gechlortes Wasser

Zwei belastete Quellen sind von der Wasserversorgung abgetrennt. Aber die Leitungen sind nach wie vor verunreinigt.



Dass das Rugendorfer Wasser möglicherweise gechlort werden wird, hatte Dr. Camelia Sancu, die Leiterin des Gesundheitsamts in Kulmbach, bereits vor einer guten Woche in der Bürgerversammlung angekündigt.
Dass das Rugendorfer Wasser möglicherweise gechlort werden wird, hatte Dr. Camelia Sancu, die Leiterin des Gesundheitsamts in Kulmbach, bereits vor einer guten Woche in der Bürgerversammlung angekündigt.  

Rugendorf - Ab nächster Woche wird das Rugendorfer Wasser gechlort. Dies kündigte Tatjana Friedlein von der Verwaltung am Montagabend in der Sitzung des Rugendorfer Gemeinderats an. Die zwei der vier Rugendorfer Quellen, in denen Belastungen mit Keimen festgestellt wurden, sind nun von der Wasserversorgung getrennt. Die beiden anderen liefern keimfreies Wasser in die Wasserversorgung. Aber dennoch ist das Wasser im Rugendorfer Leitungssystem laut am Montag eingegangenem Untersuchungsergebnis noch nicht keimfrei. In Absprache mit dem Gesundheitsamt muss deshalb kommende Woche gechlort werden, um die letzten Keime in den Wasserleitungen zu töten, erklärte Tatjana Friedlein. Nach wie vor besteht eine Abkochanordnung, auch dann noch, wenn gechlort werde.

Bürgermeister Ralf Holzmann fasste die Ereignisse nochmals zusammen: Im Zuge der Abnahme der Trinkwasserleitung für das neue Baugebiet Langenbühler Weg III war bei der damit verbundenen Wasseruntersuchung im November ein erhöhter Wert an Eschericha coli und coliformer Keime festgestellt worden. Um Messfehler auszuschließen, wurden am 13. November Nachproben am Ablauf des Hochbehälters sowie in der Frankenwaldstraße und in der Mühlleite genommen. Nachdem diese Proben das Erstergebnis bestätigten, wurde am 15. November nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt ein Abkochgebot für das Trinkwasser erlassen.

Bei der Untersuchung am Hochbehälter war festgestellt worden, dass das Wasser aus zwei Quellen kontaminiert, aus den beiden weiteren Quellen aber keimfrei ist. Deshalb wurde der Zufluss aus den beiden kontaminierten Quellen gekappt. Rugendorf wird seither nur von den beiden "sauberen" Quellen versorgt. Die Wassermenge aus den beiden verbliebenen Quellen reicht derzeit für die Versorgung von Rugendorf allerdings gut aus, beantwortete Tatjana Friedlein eine diesbezügliche Zwischenfrage von zweitem Bürgermeister Fritz Rösch. Ob dies auch noch im Sommer reichen wird, wusste Friedlein nicht. Hier habe man keine Erfahrung. "Wir hoffen aber doch, dass wir das Problem bis dahin im Griff haben", ergänzte Bürgermeister Holzmann.

Die Suche nach den Ursachen der Beeinträchtigung der Wasserqualität hat bis heute noch kein greifbares Ergebnis gebracht. Am Hochbehälter selbst kann es nicht liegen, sagte Dr. Cornelia Sancu, die Leiterin des Gesundheitsamtes, die Holzmann zur Bürgerversammlung am 24. November nach Rugendorf eingeladen hatte. Der Hochbehälter wurde vor fünf Jahren neu gebaut und besteht aus Edelstahl. In den kann kein unfiltriertes Fremdwasser aus der Oberfläche einsickern. Allerdings wisse man bisher nicht, sagte Dr. Sancu, aus welcher Tiefe die beiden kontaminierten Quellen das Wasser holen. Geologen des Wasserwirtschaftsamts würden dies derzeit untersuchen. In der Regel sei Wasser rein, sobald es über 50 Tage durch den Boden gesickert und damit gefiltert ist, bis es in der Bodenschicht angelangt ist, aus der sich die jeweilige Quelle speist.

Bei besonders viel Regen wie in diesem Jahr geschehe dieses Durchsickern allerdings schneller. Der natürliche Filterprozess sei dann eingeschränkt. "Wir haben dieses Jahr in mehreren Gemeinden Probleme mit dem Wasser. In trockenen Jahren tritt das Problem meist nicht auf", sagte Dr. Sancu. Auch durch eine Überdüngung von Feldern könne im Fall Rugendorf das Wasser nicht verunreinigt sein. Die Rugendorfer Quellen speisen sich aus einem Waldgebiet, das nicht gedüngt werde.

Obwohl die Rugendorfer Wasserversorgung jetzt nur aus nachweislich sauberen Quellen gespeist wird, befinden sich im weit verzweigten Leitungssystem vom Hochbehälter bis in die Haushalte nach wie vor Keime. Um diese abzutöten, müsse deshalb ab kommender Woche gechlort werden, sagte Tatjana Friedlein. "Vorerst für einen Monat." Hierfür wurden bereits einschlägige Firmen um ihr Angebot gebeten. Den Zuschlag hierfür erteilte der Gemeinderat der Firma Locatec mit Sitz in Crailsheim und einer Dependence in Warmensteinach. Die Kosten hierfür betragen 1000 bis maximal 1500 Euro. Da die lokale Wasserversorgung kostendeckend arbeiten muss, fließt diese Maßnahme zwar in die Kalkulation mit ein, "dürfte aber auf den Wasserpreis keine Auswirkungen haben", schätzt Gemeinderat Albert Müller.

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2017
00:00 Uhr

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