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Kulmbach

Schramm muss um sein Amt kämpfen

Der amtierende Oberbürgermeister von Kulmbach muss in zwei Wochen nochmal ran. Sein Herausforderer in der Stichwahl heißt Ingo Lehmann.



Ernste Gesichter: OB Henry Schramm (Mitte) wird gegen Ingo Lehmann in die Stichwahl müssen. Stadtrat Wolfram Brehm (rechts) und Schramms Söhne Kilian und Sebastian bei einer ersten Wahlanalyse. Fotos: Gabriele Fölsche
Ernste Gesichter: OB Henry Schramm (Mitte) wird gegen Ingo Lehmann in die Stichwahl müssen. Stadtrat Wolfram Brehm (rechts) und Schramms Söhne Kilian und Sebastian bei einer ersten Wahlanalyse. Fotos: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Kulmbach - Das Ergebnis der Wahl zum Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Kulmbach war das wohl mit größter Spannung erwarete im ganzen Landkreis. Amtsinhaber Henry Schramm (CSU) hatte es bei drei Gegenkandidaten nicht geschafft, sich im ersten Wahlgang durchzusetzen. Er konnte mit 45,53 Prozent der Stimmen zwar die meisten Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen, musste aber im Vergleich zu vergangenen Wahl deutliche Verluste hinnehmen. Geringfügig hinzugewinnen konnte dagegen Ingo Lehmann (SPD). Er wird nun in 14 Tagen in einer Stichwahl gegen Schramm antreten. Dagmar Keis-Lechner von den Grünen freute sich über ihr Ergebnis von 14,11 Prozent. Ganz und gar unzufrieden ist eigenen Angaben zufolge AfD-Kandiat Hagen Hartmann. Er wurde nur von 4,88 Prozent der Kulmbacher gewählt.

Henry Schramm versuchte, das für ihn bittere Wahlergebnis halbwegs gelassen zu nehmen: "Bei vier Kandidaten kann es immer eine Stichwahl geben" sagte er. "Jetzt gilt es, in den nächsten zwei Wochen die Menschen zu überzeugen, wer die besseren Konzepte für Kulmbach hat," Für ihn und seine Mitstreiter aus CSU, WGK und der FDP gelte es nun, die kommenden zwei Wochen zu nutzen. Das sei in einer Zeit, in der die Corona-Krise alles beherrsche, sicherlich nicht einfach. "Aber da müssen wir kreativ sein." Den Wählern, die am Sonntag ihr Kreuz hinter seinem Namen gemacht hatten, sagte Schramm danke.

Für die WGK, die Schramm im Wahlbündnis unterstützt, erklärte Vorsitzender Dr. Ralf Hartnack, Schramm habe die Wahl gewonnen. Leider habe es nicht gereicht, eine Stichwahl zu umgehen. "Ich bin aber zuversichtlich, dass Henry Schramm die gewinnt. Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass er es im ersten Wahlgang schafft. Aufgrund seiner Leistungen in den vergangenen 13 Jahren hätte er es verdient gehabt."

Ingo Lehmann (SPD) war über seine Ergebnis sehr erfreut. "Das ist noch besser als beim letzten Mal", betonte Lehmann. "Jeder, der antritt, will das Beste rausholen." Mit Blick auf Henry Schramm sagte er: "Für den Amtsinhaber ist sein Ergebnis eine Niederlage." Doch nun gelte es, in die Zukunft zu blicken: "Jetzt sitzen wir zusammen, morgen geht die Sonne wieder auf. Dann werden wir über alles weitere reden."

SPD-Kreisvorsitzende Inge Aures zeigte sich überrascht vom Ergebnis ihres Kandidaten. "Dass Ingo Lehmann so gut abschneidet, hätte ich nicht gedacht. Er wird in den kommenden zwei Wochen nun sein Bestes geben." Eine Prognose wollte Aures nicht geben. Die Grünen-Wähler seien schlecht einschätzbar.

Enthusiastisch reagierte Dagmar Keis-Lechner auf ihr Ergebnis. "Sagenhaft", kommentierte sie. Keis-Lechner hatte, wie alle Grünen im Kreis, auf eine Wahlparty völlig verzichtet. "Wir haben den Abend virusfrei online verbracht", sagte sie. Die Wochen vor der Wahl bewertet die Grünen-Kandidatin kritisch: "Wir hätten uns mehr Sachthemen im Wahlkampf gewünscht. Mein Ergebnis finde ich trotzdem sagenhaft!"

Für Dagmar Keis-Lechner, die mit Sicherheit in den Kulmbacher Stadtrat einziehen wird, gilt es nun, das Vertrauen, das die Kulmbacher in sie gesetzt haben, zu bestätigen. "Die 14 Prozent zeigen, dass wir Grünen mit der Klimakrise ein wichtiges Thema spielen, das in fast alle Bereiche des Lebens eingreift. Die Grundlage sei mit dem guten Abschneiden bei der Kommunalwahl gelegt, sagte Dagmar Keis-Lechner. "Jetzt gilt es, etwas draus zu machen."

Ob es für die Stichwahl eine Wahlempfehlung der Grünen geben wird, konnte die Sprecherin des Kreisverbands noch nicht sagen. "Das ist noch nicht zu Ende geplaudert"." Dazu müsse die Basis gefragt werden. "Dann werden wir uns positionieren oder auch gar keine Empfehlung abgeben." Sicher ist für Keis-Lechner aber jetzt schon: Sollte es eine Empfehlung geben, dann hänge das auch davon ab "wo sich unsere Themen am besten widerspiegeln."

15 Prozent hatte sich AfD-Kandidat Hagen Hartmann erhofft, 4,88 sind es geworden. "Ich bin äußerst unzufrieden", sagte Hartmann dazu. Eine Erklärung hat er auch: "Der Höcke-Besuch ist in Kulmbach nicht gut rübergekommen, aber nicht bei uns, sondern in den Medien." Durch die Wahlkampfschlacht um die Strafanzeigen gegen OB Henry Schramm sei die AfD zudem nicht so im Fokus gewesen. "Die SPD hat partizipiert, obwohl wir eigentlich dachten, das Volk liebt den Verrat, nicht den Verräter." Den Zuwachs der Grünen habe er erwartet. "Das ist ein politischer Modetrend. Aber mit meinem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Das gebe ich offen zu."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
15. 03. 2020
23:34 Uhr

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15. 03. 2020
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