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Kulmbach

Schüler nehmen Politiker in die Pflicht

Sie kämpfen für ein besseres Klima und fordern ihr Recht auf eine sichere Zukunft: Rund 60 Schüler, Politiker und Unterstützer demonstrieren beim "Fridays for Future" auf dem Kulmbacher Marktplatz.



Solidarität - nicht nur mit der eigenen Familie - zeigt Klaus Bartels. Sein Enkel Ricardo beschäftigt sich zwar derzeit lieber mit Opas Hut, wäre aber sicherlich derselben Meinung.
Solidarität - nicht nur mit der eigenen Familie - zeigt Klaus Bartels. Sein Enkel Ricardo beschäftigt sich zwar derzeit lieber mit Opas Hut, wäre aber sicherlich derselben Meinung.   » zu den Bildern

Kulmbach - Es ging um das Thema Nummer eins beim dritten "Fridays for Future" am Freitag auf dem Kulmbacher Marktplatz: um den Klima- und Umweltschutz. Die Schüler hatten Plakate mit Aufschriften mitgebracht, um ihr Anliegen zu unterstreichen. Und auch dieses Mal gab es ein offenes Mikrofon. SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures sagte: "Ich stehe hinter euch." Und auch, dass Politik dafür da sei, das umzusetzen was die Bevölkerung fordert. "Ich finde es gut, dass sich nun junge Leute auf den Weg gemacht haben, um sich für eine bessere Klimapolitik einzusetzen."

Und auch die Kulmbacher Kreisrätin Dagmar Keis-Lechner (Die Grünen) lobte die jungen Leute für ihr Engagement. Um dann mit Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger zur ersten Jugendklimawerkstatt einzuladen, die am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr im Landratsamt stattfindet. Dabei sollen neue Ideen eingebracht und erarbeitet - und bestehende Maßnahmen unter die Lupe genommen werden, wie Ingrid Flieger erläuterte.

Dr. Stefan Holzheu war als Vertreter der Scientists for Future Bayreuth von den jungen Leuten eingeladen, um zu sprechen. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter des Zentrums Ökologie und Umweltforschung Bayreuth sagte, dass er vor 30 Jahren in dem Buch "Global 2000 - Bericht an den Präsidenten" gelesen habe. "Ich habe mir erstaunt die Diagramme angeschaut. Kurven der CO²-Konzentration, Prognosen der Temperaturentwicklung, Meeresspiegelanstieg bis 2500. Ich fand die Kurven schon damals beunruhigend", so der Redner. Und weiter: "Mittlerweile bin ich in der Wissenschaft gelandet. Vieles, was in Global 2000 stand, hat sich konkretisiert. Der Klimawandel ist im vollen Gang."

12.07.2019 - Fridays for Future - Foto: Gabriele Fölsche

Fridays for Future
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Der Wissenschaftler betonte, dass, obwohl in den letzten Jahren in der Wissenschaft viel zum Klimasystem dazugelernt wurde, das System extrem komplex bleibe. Holzheu: "Voraussagen zur Temperatur gelten als recht sicher. Aber bei Niederschlag und Stürmen wird es schon schwieriger. Wir können noch nicht sicher sagen, ob unsere Sommer nur heißer oder auch trockener werden. Aktuelle Ergebnisse deuten aber leider darauf hin, dass unsere Prognosen bisher eher zu optimistisch waren."

Dr. Stefan Holzheu klärte darüber auf, dass es darum gehe, die Erderwärmung auf 2 - besser auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Um das zu erreichen, gibt es noch eine deftige Menge CO², die emittiert werden darf. Das sind 2,3 beziehungsweise eine Tonne pro Jahr und Erdenbürger bis 2050. Der durchschnittliche Deutsche ist aktuell für 11,6 Tonnen verantwortlich. Das ist 2,5 Mal so viel wie der durchschnittliche Mensch auf der Welt." Der Redner machte den Schülern ein Kompliment: "Alle Forderungen von Fridays for Future sind berechtigt, wissenschaftlich fundiert und vernünftig. Schon bemerkenswert, dass Schüler den Erwachsenen sagen müssen, was getan werden sollte." Schülerin Freija König forderte ihre Mitschüler auf, auch immer wieder die Eltern darauf hinzuweisen, sich im Sinne des Klima- und Umweltschutzes zu verhalten. Die 18-Jährige, die seit drei Jahren Vegetarierin ist, stellt mittlerweile Zahnpasta und Duschmittel selbst her.

Christian Ohnemüller, Vorstandssprecher der Grünen, zitierte die indianische Weisheit, die im MGF im Biosaal an der Wand prangte: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann." Er kritisierte, dass sich die Politik viel zu viel von Geld und Wirtschaft leiten lasse. "Was nutzt es uns, wenn die Wirtschaft boomt, aber der Planet hinüber ist."

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
18:20 Uhr

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Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
18:20 Uhr



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