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Kulmbach

Schürzenjäger behalten Tradition bei

Imn Gasthaus "Der wilde Mann" in Wirsberg wird auch weiterhin im Oktober Kerwa gefeiert. Und wie immer schießen die Schürzenjäger auch in Richtung Neuenmarkt.



Schürzenjäger-Zeit im Gasthaus "Zum Wilden Mann": Präsident Karl-Heinz Krüger (links) bei seiner Antrittsrede.	Fotos: Werner Reißaus
Schürzenjäger-Zeit im Gasthaus "Zum Wilden Mann": Präsident Karl-Heinz Krüger (links) bei seiner Antrittsrede. Fotos: Werner Reißaus   » zu den Bildern

Wirsberg - Einmal im Jahr wird der einladende Landgasthof Hereth kurzerhand zum Gasthaus "Der Wilde Mann" umfunktioniert. Die Einheimischen wissen das , denn dann feiern die Schürzenjäger ihren legendären "Kerwa-Mondoch" im Oktober und das, obwohl Wirsberg in diesem Jahr erstmals in seiner Kirchengeschichte am zweiten Sonntag im Juni zur Kirchweih einlud. Präsident Karl-Heinz Krüger machte gleich zu Beginn eine klare Ansage: "Wir feiern unnern Kerwa-Mondoch immer am zweiten Mondoch im Oktober."

Das Schürzenjägerhauptquartier war gegen 10 Uhr schon gut gefüllt. Unter den Schürzenjägern konnte Präsident Karl-Heinz Krüger auch Gäste begrüßen, die sogar aus Moskau in ihre frühere Heimatgemeinde gekommen waren. Nicht fehlen durften Torsten Müller und Klaus Harreis von der Kulmbacher Brauerei. Schon deswegen nicht, weil sie wieder ein Fass Mönchshof-Bier dabei hatten, das den Namen "Freibier" trug.

Wie viel Mönchshof-Flaschenbiere es mittlerweile mit dem Plopp-Verschluss gibt, war die erste Frage vom Schürzenjäger-Präsidenten: "Die Neuenmarkter wissen es bestimmt, denn seitdem das Unternehmen Gammisch für die Kulmbacher Brauerei fährt, sieht man ja ständig Flaschen in Neuenmarkt. Böse Zungen behaupten, die hat man vorher auch schon gesehen."

Dass die Schürzenjäger in diesem Jahr auf ihre Kutsche verzichteten, hatte gleich zwei Gründe: "Zum Einen haben wir heuer keine Narrenfreiheit mehr auf öffentlichen Straßen, weil sie die offizielle Kerwa verschoben haben, und außerdem ist unser Traktorist und Kutscheneigner im wohlverdienten Erholungsurlaub."

Nach der Begrüßung folgte wie immer das bekannte Lied der Schürzenjäger, das Philipp Simon Goletz auf seiner "Quetschn" anstimmte: "Prost Herr Nochber, heit is‘ schee, woll’n mer auf die Kerwa geh‘. Kerwa-Mondoch is’, ihr Leit, do is Schürzenjägerzeit. Schee gewaaft is aa geredt‘, mancher ko’s und mancher net. Wer schee waaft, der trinkt nuch aans, wer’s net ko, der zohlt nuch aans." Und schon war die Stimmung im Gasthaus "Zum Wilden Mann" auf dem Siedepunkt. Es folgte das Lied "Der Schürzenjäger-Dorscht", mit dem ein Schürzenjäger auf einem Bierdeckel sein Testament vermerkte: "Meinen Dorscht, meinen Dorscht, meinen Schürzenjäger-Dorscht erben meine Schützenjäger, alles andere ist mir worscht."

Dass es in Wirsberg sogar eine "Kaiserin" gibt, blieb natürlich auch Präsident Karl-Heinz Krüger nicht verborgen. Sie traf beim Schützenfest zum dritten Mal ins Schwarze. Bei ihrer Antrittsrede als frisch gekürte Schützenkaiserin betonte sie, dass sie in Zukunft als "Kaiserin Sissi" angeredet werden wolle. Krüger weiter: "Und zu ihrem Möchtegernlebensabschnittsgefährten sagte sie, er hat heute Nacht die Ehre, mit einer Kaiserin ins Bett gehen zu dürfen."

Die von Ministerpräsident Markus Söder ausgerufene High-Tech-Agenda im Zentrum "Künstliche Intelligenz" mit 100 Lehrstühlen hat auch die Schürzenjäger auf den Plan gerufen: "Wir werden mindestens drei Lehrstühle beantragen, denn was an unserem Stammtisch wöchentlich kreiert wird, ist an künstlicher Intelligenz nicht zu überbieten", erklärte Karl-Heinz Krüger.

Philipp Simon Goletz hatte dem Präsidenten auch ein eigenes Lied gewidmet: "Seit ich Rentner bin, sha la la la la, ist’s mit meiner Ruh‘ dahin, sha la la la la, seit ich Rentner bin, sha la la la la, hab‘ ich keinen Augenblick mehr Zeit, tut mir leid."

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:34 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:34 Uhr



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