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Kulmbach

Schulportal vor dem Einsturz bewahrt

Eine Sandsteinsäule am Eingang zur Pestalozzischule ist brüchig. Nur eine Notsicherung konnte das sieben Tonne schwere Bauwerk stabilisieren. Die Reparatur soll so schnell wie möglich erfolgen.



Das prächtige Sandsteintor am Eingang zum Gelände der Pestalozzischule drohte einzustürzen. Momentan hält ein Stütz-Gerüst die Anlage stabil. So bald wie möglich soll das Portal repariert werden. OB Schramm bemüht sich, Fördermittel für diese Reparatur zu erhalten. Foto: Martin Kreklau
Das prächtige Sandsteintor am Eingang zum Gelände der Pestalozzischule drohte einzustürzen. Momentan hält ein Stütz-Gerüst die Anlage stabil. So bald wie möglich soll das Portal repariert werden. OB Schramm bemüht sich, Fördermittel für diese Reparatur zu erhalten. Foto: Martin Kreklau  

Kulmbach - Die Pestalozzischule in Kulmbach kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit dem Jahr 1900 wird in dem prächtigen historischen Gebäude unterrichtet, auf das auch viele Menschen einen Blick werfen, die daran vorbeifahren oder -laufen. Von dem Ensemble nicht wegzudenken ist das prächtige Portal aus Sandstein, das direkt an der Straße steht. Das hat, wie sich vor Kurzem herausstellte, im Lauf der Zeit schwere Schäden erlitten und drohte einzustürzen. Das Portal soll nicht verschwinden, darüber waren sich alle Verantwortlichen einig. Die Sandsteinsäulen werden jetzt saniert. Die Hoffnungen, dass das Tor dafür nicht abgebaut werden muss, haben sich jetzt allerdings wohl zerschlagen. Die Stadt hatte einen Steinmetz gefunden, der die Reparaturen vor Ort vornehmen wollte. "Das geht nun aber doch nicht, hat eine Besprechung mit dem Statiker ergeben", informiert Bernd Ohnemüller von der Hochbauabteilung der Stadt Kulmbach. Egal wie: Die Reparatur des Tores soll nun schnellstmöglich geschehen. Oberbürgermeister Henry Schramm will sich um Fördermittel bemühen. Die Sanierung ist auch für ihn keine Frage: "Immerhin steht das Tor direkt an einer Einfahrtsstraße in unsere Stadt. Es gehört zu dieser Schule."

Die Geschichte der Pestalozzischule

200 Schüler werden in der Pestalozzischule, die heute eine reine Grundschule ist, von 19 Lehrkräften unterrichtet. Die Schule hat eine lange Tradition. Im Jahr 1900 fand dort der erste Unterricht in 14 Klassenzimmern statt. Sieben Jahrgänge wurden damals in dem Gebäude unterrichtet. Im Jahr 1904 kam die achte Jahrgangsstufe hinzu. 1927, anlässlich des hundertsten Todestages von Johann Heinrich Pestalozzi, erhielt die Schule ihren Namen: Pestalozzi-Volksschule Kulmbach. Während der Kriegsjahre 1943 bis 1945 ruhte der Schulbetrieb. Das Gebäude wurde als Lazarett genutzt. Nach dem Krieg zogen wieder Schulkinder dort ein. 1969 wurde die allgemeine Schulpflicht auf neun Jahre erhöht. Dieser Schülerjahrgang kam als Ergänzung auch an der Pestalozzischule hinzu. 1975 kam es zu einer großen Veränderung. Die Klassen sieben bis neun zogen um zur Max-Hundt-Schule, aus der Pestalozzischule wurde eine Grund- und Teilhauptschule. Seit 2006 werden in dem historischen Gebäude ausschließlich Grundschüler unterrichtet. Seit 2014 ist der offizielle Name nun Pestalozzi-Grundschule Kulmbach.

 

Massiv betroffen ist die rechte Säule des Eingangsportals der Schule. Anfang Mai wurden dort große Risse im Bereich der unteren Toraufhängung festgestellt. "Rostsprengungen" im Bereich der Torverankerung sind die Ursache dafür, weiß Bernd Ohnemüller. Nach der Entdeckung musste schnell gehandelt werden. Das Tor drohte einzustürzen. Die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet. Immerhin ist diese Säule rund sieben Tonnen schwer. Noch am Tag der Entdeckung der Risse hat die Stadt Kulmbach einen Ortstermin veranlasst und auch ein Ingenieurbüro hinzugezogen. Zusammen mit dem Bauamt, dem Ingenieurbüro und dem an der Schule ohnedies regelmäßig tätigen Steinmetz wurde beschlossen, eine Notsicherung an der Säule zu installieren. Bänder wurden um die Sandsteine gelegt, um Last von den Steinen zu nehmen, wurde das Tor vorübergehend abgehängt.

 

Doch das Geschehen in dem Sandsteinbauwerk ist, wie es scheint, ziemlich "dynamisch". Innerhalb von nur wenigen Wochen hatten sich die Rissbreiten und auch die Lage der Steine verändert. Das machte eine erneute sofortige Begutachtung durch Experten nötig. Die bedenkliche Nachricht: Die Säule drohte umzukippen. Auf der Stelle musste etwas getan werden, um das zu verhindern. Sofort haben Mitarbeiter des Bauhofs gehandelt und die vom beauftragten Ingenieurbüro entworfene Stützkonstruktion um das Tor gebaut. Seitdem ist der "Kasten", dem das Portal nun steckt, unübersehbar. Die Konstruktion soll jede weitere Bewegung der Sandsteinsäule verhindern und gleichzeitig den Abbau zum Zweck der Sanierung erleichtern.

Zwei Möglichkeiten der Sanierung wurden geprüft. Die erste ist die Klassische: Das Tor wird abgebaut, abtransportiert und in der Werkstatt eines Steinmetzen repariert. Dafür wäre es nötig, die Säule bis zum Fuß zu demontieren, den gebrochenen Säulenfuß mit einer Säge abzutrennen und ein neues Teil einzusetzen. Die zweite mögliche Variante: Das Tor bleibt stehen und wird vor Ort repariert. Doch wie es scheint, lässt die Statik eine Reparatur ohne Abbau nicht zu. Die Stadt hat bereits mit mehreren Steinmetzbetrieben die Baustelle besichtigt und sie um ein Angebot gebeten.

Sobald diese Angebote alle vorliegen, will die Verwaltung umgehend Kontakt mit dem Landesamt für Denkmalpflege aufnehmen, um den denkmalpflegerischen Mehraufwand beziffern zu können. Das Ziel ist klar, wie OB Henry Schramm deutlich macht: "Wir wollen die Kosten für die Stadt durch mögliche Förderungen durch die Bayerische Landesstiftung und die Oberfrankenstiftung möglichst senken."

Schnellstmöglich sollen nun die Arbeiten beginnen. Der Stadtrat hat bereits vorab grünes Licht gegeben, dass der Oberbürgermeister die Aufträge erteilen kann, sobald die Grundlagen dafür feststehen und die Frage der Förderung geklärt ist. Bernd Ohnemüller, der für den Hochbaubereich im Bauamt in der Stadt Kulmbach verantwortlich ist, hat mit den Steinmetzen gesprochen. Nach momentanem Stand, sagt er, werde das Tor wohl abgebaut und in einer Werkstatt repariert werden müssen. Die Kosten sind noch nicht vollkommen geklärt. Mit 10 000 Euro werde man aber wohl rechnen müssen, sagt Ohnemüller. Jetzt müsse erst nochmals Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege aufgenommen werden. Mit dem Beginn der Arbeiten rechnet Ohnemüller in den Sommerferien. Der vorläufige Plan ist, das Tor dann im Herbst wieder aufzustellen. Genaue Daten sind aber noch nicht bekannt.

Am Eingangsbereich der Schule wird derzeit der eindrucksvolle Treppenaufgang wieder instand gesetzt. Auch dort hatte es im Lauf der Zeit Schäden gegeben. Ein Steinmetz ist bereits dabei, die Reparaturen vorzunehmen, informiert Bernd Ohnemüller. 50 000 Euro hatte der Stadtrat für die Sanierung der Treppenanlage vor der Schule freigegeben. Die gute Nachricht: Die tatsächlichen Kosten dafür werden vermutlich unter dem Ansatz bleiben.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
18:00 Uhr

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12. 06. 2019
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