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Kulmbach

Siegfried Beyer tritt nicht mehr an

Der Pressecker Bürgermeister will nächstes Jahr die Amtskette an den Nagel hängen. Als Kronprinz steht Christian Ruppert in den Startlöchern.



Bürgermeister Siegfried Beyer (Mitte) tritt bei der Kommunalwahl nicht wieder an. Als seinen Nachfolger wird er seinen zweiten Stellvertreter Christian Ruppert (rechts) unterstützen wie auch (von links) Ludwig von Lerchenfeld und Fraktionsvorsitzender Raimund Grass sowie die JU mit ihrem Vorsitzenden Matthias Sesselmann.	Foto: kdk
Bürgermeister Siegfried Beyer (Mitte) tritt bei der Kommunalwahl nicht wieder an. Als seinen Nachfolger wird er seinen zweiten Stellvertreter Christian Ruppert (rechts) unterstützen wie auch (von links) Ludwig von Lerchenfeld und Fraktionsvorsitzender Raimund Grass sowie die JU mit ihrem Vorsitzenden Matthias Sesselmann. Foto: kdk  

Presseck - Siegfried Beyer wird bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020 nicht mehr für das Amt des Pressecker Bürgermeisters kandidieren. "Ich bin dann 70. Es muss auch mal Ruhe sein, und das Amt sollte in jüngere Hände gehen," kündigte er beim Politischen Aschermittwoch der CSU Presseck im Ortsteil Köstenberg an. Sein möglicher Nachfolger - die CSU hat mit acht Sitzen die absolute Mehrheit im Gemeinderat - steht schon bereit: Der 32-jährige Christian Ruppert empfahl sich in der Versammlung am Mittwoch für seine Kandidatur. "Natürlich, wenn die Nominierungsversammlung dem zustimmt."

Ihre Unterstützung für Ruppert signalisierten sowohl Siegfried Beyer als auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Ludwig von Lerchenfeld: Er habe sich bereits jahrelang für Presseck eingesetzt, Dinge von selbst angestoßen und umgesetzt und schon als Vorsitzender der Jungen Union den politischen Nachwuchs um sich geschart. Seit 2015 ist er CSU-Ortsvorsitzender und seit 2014 zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters.

In seinem politischen Abriss wandte sich CSU-Vorsitzender Ruppert gegen die sozialdemokratische Forderung nach einer Mindestrente, die er ungerecht findet gegenüber denjenigen, die lange Jahre in das System eingezahlt haben. Man könne nicht nur verteilen, den Mittelstand hoch belasten und ihn damit demotivieren. Im Blick auf Presseck stellte er fest, dass es dem Ort gut gehe, insbesondere nach den Ausgleichzahlungen in der Ära Söder als Finanzminister und nun als Ministerpräsident. Er erwähnte neben dem Schuldenabbau auch, dass der Kommune jetzt auch wieder wichtige Investitionen möglich sind. Zudem erwartet er durch den Campus in Kulmbach auch Auswirkungen auf das Umland. Presseck böte sich zum Beispiel zum günstig Wohnen in der Natur an, wofür die 20 Minuten Fahrt zur Uni nicht in die Waagschale fallen würde.

Für Bürgermeister Beyer geht es "seit Söder als Finanzminister" auch auf dem Land aufwärts. Söder habe verstanden, dass die abseits gelegenen Kommunen Unterstützung brauchten, was bei dessen Vorgängern nicht der Fall gewesen sei. Die Stabilisierungshilfen und hohen Zuschüsse zu Investitionen hätten den Gemeinden Freiräume geschaffen, während die schwarze Null im bayerischen Haushalt unter Stoiber auf Kosten der Kommunen gegangen seien. In Presseck konnte man in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel eine Million Euro in die längst überfällige Straßensanierungen investieren und eine halbe Million an Schulden abbauen. Durch die Förderinitiative Nord-Ost-Bayern könne man Leerstände beseitigen und die Dörfer wieder attraktiver machen.

Konkret wolle man in Presseck die Kinderbetreuung ausbauen, die Schule und weitere Straßen sanieren. Des Weiteren habe man bereits in den Bauhof investiert und werde dies auch bei den Feuerwehren tun. Wichtig sei ihm auch ein gut funktionierender Winterdienst, denn "kein Pressecker Bürger soll einen Nachteil durch schwierigere Straßenverhältnisse bei Schnee haben". Sorgen mache aktuell auch die Wasserversorgung. Die 80 Kilometer Rohrleitungen werden marode; für die Reparatur von Rohrbrüchen seien im vergangenen Jahr 182 000 Euro Kosten entstanden. Aber auch hier sehe man durch die neue "RZWass" einen Lichtblick mit Teilzuschüssen am Horizont. In die gleiche Kerbe schlug JU-Vorsitzender Matthias Sesselmann: "Wir müssen uns nicht vor den Unterländern verstecken oder uns sagen lassen, dass es in Presseck nur Schnee gibt und öde ist."

Für eine abermalige Landtagskandidatur bot sich Ludwig von Lerchenfeld an, der gleichzeitig darauf hinwies, dass sein Ausscheiden aus dem Landtag durch den starken prozentualen Absturz der Stimmen für die CSU verursacht sei. So hätten die 22 000 Stimmen für ihn nicht für einen Sitz im Maximilianeum gereicht, "dem Kollegen der Freien Wähler aber 9000 Stimmen". Solange er "vorübergehend nicht im Parlament" sei, werde er sich in verschiedenen, auch bundesweiten, Gremien für die Region einsetzen.

Lerchenfeld schoss sich gegen die Grünen ein, die er als "urbane Partei" bezeichnete, die aber von den Bedingungen auf dem Land keine Ahnung hätten. Zudem wandte er sich gegen Forderungen nach einer Frauenquote. Diese sei diskriminierend. "Wir brauchen sehr wohl Frauen in den Gremien, aber Kompetenz ist nicht ans Geschlecht geknüpft."

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
18:16 Uhr

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Klaus Kaschka

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07. 03. 2019
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