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Kulmbach

Sisyphusarbeit auf 42 Quadratmetern

Die Modellbahnanlage im DDM soll zu einem richtigen Erlebnis werden. Ihr Erbauer ist derzeit dabei, überall winzige Leuchtkörper zu installieren.



Josef Brandl mit seinem Mitarbeiter Alois Ferstl, der mit einer Vergrößerungsbrille eine Sisyphusarbeit beim Löten der winzigen Beleuchtungskörper vollbringt. Fotos: Werner Reißaus
Josef Brandl mit seinem Mitarbeiter Alois Ferstl, der mit einer Vergrößerungsbrille eine Sisyphusarbeit beim Löten der winzigen Beleuchtungskörper vollbringt. Fotos: Werner Reißaus   » zu den Bildern

Neuenmarkt - Im Zuge des Museumsentwicklungskonzeptes 2020 wird auch die 42 Quadratmeter große Modellbahnanlage im Dampflok-Museum umgestaltet und für die Museumsbesucher interessanter gemacht. Fast auf den Tag genau 20 Jahre ist es her, dass der Modellbauer Josef Brandl aus Niederbayern - er gilt als anerkannter Meister seiner Zunft - die Modellbahn-Anlage im DDM fertigstellte. Jetzt ist es nach Meinung der Fachleute und des Zweckverbandes an der Zeit, diese Anlage auch emotional erlebbarer zu machen. Museumsleiter Jürgen Birk gibt sich überzeugt: "Mit der Modellbahnanlage, die auch ein gewisses Erlebnis bietet, ist der Zugang künftig ein ganz anderer."

Technische Daten

Maßstab 1:87 (HO)

Höhendifferenz:Die Anlage überbrückt vom Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg bis zum Bahnhof Marktschorgast einen Höhenunterschied von rund 42 Zentimetern.

Gleismaterial: Verbaut wurden 270 Meter Gleis, im Bahnhof kam Roco-Line-Gleis ohne Bettung zur Anwendung. Im Streckenbereich und im Schattenbahnhof liegt Roco-Line-Gleis mit Bettung.

Weichen: Eingebaut sind 76 Weichen mit Roco-Antrieb

Drehscheibe: Die Segmentdrehscheibe ist ein Eigenbau.

Signale: Die Strecke beinhaltet 46 Signale.


Josef Brandl ist derzeit dabei, die gesamte Anlage zu säubern, das heißt, vom Staub zu befreien: "Ich mache diese Grundreinigung jetzt zum ersten Mal. Das hat die Anlage auch dringend gebraucht. Es ist eine Herausforderung, vor der ich fast ein bisschen Angst hatte", sagt Brandl. Der Staub hing überall richtig dick drin. "Doch wir haben es geschafft und ich bin zufrieden."

Josef Brandl, der erst in den 1990er-Jahren mit dem Bau von Modellbahnanlagen begonnen hat, hat als gelernter Gärtnermeister nicht nur den berühmten "grünen Daumen", sondern auch den Blick für das Wesentliche, damit eine Modellbahn-Anlage wirklichkeitsgetreu und überzeugend wirkt. Mit Akribie, Geduld und großem Wissen hatte Brandl in seiner Heimatstadt Neustadt an der Donau die Anlage für das DDM gebaut. Und jetzt trägt er auch dazu bei, die Anlage zu optimieren. So werden Voraussetzungen mit einer vollkommen neuen Beleuchtung geschaffen, damit die Bahn attraktiver wird. Josef Brandl: "Damals war es nicht gewünscht. Jetzt hat diese Forderung nach einer Beleuchtung meine Arbeit etwas schwieriger gemacht, weil wir die ganzen Gebäude nicht für eine Beleuchtung hergerichtet hatten. Das war jetzt ein aufwendiges Projekt für mich." Das Problem wurde schließlich dadurch gelöst, dass Josef Brandl sämtliche Gebäude - etwa 30 an der Zahl - ausbaute, in seiner Werkstatt herrichtete und wieder an Ort und Stelle einbaute: "Zum Glück ist nichts Größeres kaputtgegangen", sagt er im Nachhinein.

Im November vorigen Jahres bekam Josef Brandl den Auftrag für die Arbeiten. Wichtig war für den Modellbau-Guru, dass diese Arbeiten gemacht werden, bevor mit der weiteren Optimierung der Anlage begonnen wird: "Es ist für mich von Vorteil, wenn ich in Ruhe arbeiten kann. Wenn auch alles nach Spielerei ausschaut, muss man sich dennoch konzentrieren. Mein Ziel ist, dass meine Arbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sind."

Was noch ganz fehlt, das ist die Beleuchtung für die vorhandenen Straßenleuchten und Leuchten auf den beiden Bahnhöfen in Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast. Und auch die Fahrzeuge bekommen Licht. Das ist eine Sisyphusarbeit. Josef Brandl gesteht: "Oft liegt bei dieser Arbeit der Teufel im Detail."

Wie Museumsleiter Jürgen Birk sagt, wird ein Stuttgarter Atelier Anfang März mit den Arbeiten zur Umgestaltung der Anlage beginnen: "Es wird eine neue Beschriftung an der Wand geben, die Beleuchtung wird grundlegend erneuert und die gesamte Anlage neu programmiert. Wir wollen auf der einen Seite erreichen, dass die Anlage individuell gestartet werden kann, damit die Besucher auch außerhalb der offiziellen Vorführzeit die Möglichkeit haben, einen Zug über die Anlage fahren zu lassen." Es wird also einen Knopf geben, um die Anlage eingeschränkt in Bewegung zu setzen.

Damit nicht genug: Die Modellbahnlage soll zu einem richtigen Erlebnis werden. Jürgen Birk dazu: "Wir wollen auch Erklärungen liefern, das heißt, wenn ein Zug durchfährt, wird er mit einem Scheinwerfer verfolgt. Außerdem wird es über Lautsprecher Ansagen geben, zum Beispiel über den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg, die Steinwälle an der Schiefen Ebene oder den Bahnhof Marktschorgast. Durch das Licht sollen auch verschiedene Stimmungen erzeugt werden."

Es ist eine Herausforderung, vor der ich fast ein bisschen Angst hatte.


zitat

Modellbauer Josef Brandl


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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
14. 01. 2019
17:38 Uhr

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Werner Reißaus

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14. 01. 2019
17:38 Uhr



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