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Kulmbach

Spektakuläre Zeitreise ins Mittelalter

Ein Markttreiben der ganz besonderen Art haben die Kulmbacher am Wochenende erlebt. Zarten Gemütern stockte bei mancher Vorführung der Atem.



06.05.2018 - Mittelaltermarkt in Kulmbach - Foto: Alexander Muck

Mittelaltermarkt in Kulmbach
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Kulmbach - Eine Fakir-Show, die die Spannung bei den Zuschauern im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze trieb, das nicht zimperliche Vorgehen eines Medicus mit "Pelikan" und "Ziegenfuß", ein Pestumzug, bei dem die "Verseuchten" an Ketten durch die Straßen geschleift wurden, und eine heiße Feuershow am Abend: Beim Mittelaltermarkt am Wochenende in der historischen Altstadt von Kulmbach war wieder einiges geboten - und auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz.

Eine Reise in die Vergangenheit bot der Mittelaltermarkt am Samstag und Sonntag den Besuchern. Im Oberhacken und rings umher, auf dem Behördenparkplatz und im Schießgraben direkt an der Stadtmauer, waren zahlreiche Stände aufgebaut, da war ein Markttreiben wie vor vielen hundert Jahren geboten, da konnten Fladen und Fleischspieße verzehrt und das süffige Met genossen werden. Die Gäste bekamen einen Einblick in das Lagerleben längst vergangener Zeiten, verfolgten, wie in einem großen Topf über dem Feuer eine Suppe gekocht wird, sie konnten einem Schmied und einem Sarwürker (Hersteller von Kettenrüstungen) über die Schulter schauen, das Punzieren von Leder und das Schaffen zahlreicher anderer Handwerker begutachten. Auch für die Kinder gab es diverse Angebote. Sie konnten sich im Armbrustschießen ebenso versuchen wie beim Schwertkampf, Axt- und Speerwurf und die ganz Mutigen klauten sogar Dracheneier.

Zahlreiche Interessierte hatten sich zu den verschiedenen Vorführungen der Gruppe Malleus Medicinae versammelt. Mit seiner Fakir-Show sorgte Jojakim, unterstützt von seiner Assistentin "Inana, die Reine", für Nervenkitzel. Als sich Inana rückwärts auf ein Nagelbrett legte und ein Junge auf ein auf ihrem Bauch liegendes Brett stieg, stockte manchem ebenso der Atem wie wenn sie barfuß auf den scharfen Seiten von in einer Schwerterleiter fixierten Schwertern balancierte. Jojakim selbst stand inmitten eines Scherbenhaufens auf einem Fuß und legte sich später bäuchlings in diesen, während eine Besucherin auf seinen Rücken stieg. Schwertkunst der besonderen Art führte er vor, indem er vier Freiwillige jeweils eine Gurke in Händen halten ließ, die er mit einem scharfen Schwert allesamt durchtrennte. Den vier Männern wäre sicherlich wohler in ihrer Haut gewesen, wenn Jojakim dabei vorher kein schwarzes Tuch über den Kopf gezogen bekommen hätte, sodass er die Aktion quasi blind ausführen musste. Wie beide die Vorführung ohne Blutvergießen hinbekamen? Ganz einfach: "Man muss innerhalb einer Sekunde das Hirn abschalten!" erklärte es Jojakim, appellierte aber gleichzeitig vor allem an die Kinder und Jugendlichen, "diesen Unfug, diesen Blödsinn", doch auf keinen Fall nachzumachen.Nichts für seichte Gemüter war auch die Medicus-Show, bei der die Schmerzensschreie der Behandelten auch in einer gewissen Entfernung nicht zu überhören waren. Da konnten die Zuschauer verfolgen, wie nach einer Schusswunde ein Projektil entfernt wurde und ein Zahn, wenn eine vorangehende Arsenbehandlung nichts gefruchtet hatte, mithilfe eines "Pelikans" und eines "Ziegenfußes" - Werkzeuge zur Entfernung von Zähnen - entfernt wurde. Das Eiterablassen bei einer entzündeten Verletzung und das anschließende Nähen mit "gereinigten Katzendärmen" führten die mittelalterlichen "Chirurgen" ebenfalls vor. "Das soll keine schöne Naht werden, sie soll einfach nur halten, ist schließlich nur ein Kassenpatient", erklärte der "Chefarzt" augenzwinkernd dem Publikum. Wie man einen Zahnwurm entfernt, für was die Einnahme von Hunde- und Wolfskot alles gut ist und wie man an der Farbe des Urins beurteilt, was einem Kranken fehlt, erfuhr das Auditorium ebenfalls.

Bei einem Pestumzug, den Malleus Medicinae gemeinsam mit der Gruppe "Fahrend Leut" zeigte, wurden die Kranken an Ketten durch die Straßen gezogen, wenn sie nicht mehr laufen konnten, auch geschleift, oder lagen im Endzustand der Krankheit bereits auf einem Holzwagen.

Eine brillante Feuershow bildete am Samstag zu später Stunde einen weiteren Höhepunkt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte auf einer Bühne in der Mitte des Oberhackens die aus der Wunsiedler Gegend stammende Mittelaltercombo "Grex Confusus".

Autor

Rainer Unger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 05. 2018
19:36 Uhr

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Rainer Unger

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06. 05. 2018
19:36 Uhr



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