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Kulmbach

Stahlkonstruktion sichert die Statik

Der Ausbau der alten Spinnerei über dem ZOB geht in die heiße Phase. Schon im kommenden Jahr sollen Räume für die Uni, aber auch für Vereine zur Verfügung stehen.



Gespannt verfolgten OB Henry Schramm (Mitte) sowie Mitarbeiter des Bauamts, Architekt Stefan Eckl, Statiker Hilmar Schmidt und auch Tobias Morgeneier von der Firma Sell den Einbau der ersten Stahlträger, die die Statik in dem Gebäude über dem Busbahnhof verbessern sollen. Fotos: Melitta Burger
Gespannt verfolgten OB Henry Schramm (Mitte) sowie Mitarbeiter des Bauamts, Architekt Stefan Eckl, Statiker Hilmar Schmidt und auch Tobias Morgeneier von der Firma Sell den Einbau der ersten Stahlträger, die die Statik in dem Gebäude über dem Busbahnhof verbessern sollen. Fotos: Melitta Burger   » zu den Bildern

Kulmbach - Jetzt geht der Umbau der alten Spinnerei im Bereich des Busbahnhofs in die heiße Phase. Rund 7,5 Millionen Euro wird es kosten, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen. Vorübergehende Räumlichkeiten für den Campus Kulmbach werden dort ebenso entstehen wie für Vereine und Verbände der Stadt. Am Dienstag schaute auch Oberbürgermeister Henry Schramm gespannt zu, wie die ersten von mehreren Hundert Stahlträgern mit einem Kran ins zweite Stockwerk gehoben wurden. Mit dieser Konstruktion, die allein mehr als eine Million Euro kosten wird, soll die Decke über dem ehemaligen Jugendzentrum statisch verstärkt werden. 87 Tonnen Stahl werden verbaut.

Zum Teil wiegen die Träger mehr als eine Tonne. Bis zu acht Meter lang sind die Stahlteile, die Mitarbeiter der Firma Sell aus Helmbrechts verbauen. Die neuen Träger werden mit dem bereits in den alten Industriehallen vorhandenen Stahlträgern verschraubt und helfen so mit, dass die nicht mehr tragfähige Decke aus Ziegeln und Stahl über dem alten Jugendzentrum wieder in der Lage sein wird, Hunderte von Menschen zu tragen. Mit einem Autokran wurden die Teile ins zweite Stockwerk gehievt. Dafür musste eigens eine Öffnung in die Wand geschlagen werden. Oben angekommen begann die Handarbeit: Der Transport im Geschoss konnte nur über Lastverteilungsplatten und erschütterungsfrei erfolgen. Statiker Hilmar Schmidt aus Kulmbach machte deutlich, dass ein herabfallender Träger durchaus in der Lage wäre, die alte Decke zu durchbrechen. Das sei auch der Grund gewesen, dass das JUZ ausziehen musste. "Man hätte es nicht verantworten können, dass Kinder und Jugendliche durch die Bauarbeiten in Gefahr geraten, betonte Hilmar Schmidt. "Schwebend" über der vorhandenen Konstruktion wird die neue Decke die Lasten aufnehmen, Die alte Decke, gebaut im Jahr 1908, bleibt darunter unberührt, erklärte Architekt Stefan Eckl am Dienstag auf der Baustelle.

1998 hat die Stadt Kulmbach die Gebäudeteile der ehemaligen Spinnerei gekauft. Rund 1,3 Millionen Euro wurden bereits in den Jahren 2013 und 2014 in die Sanierung des Dachs und die Fassade investiert. Die Planung, im zweiten Stock ein Zentrum für Vereine und Verbände einzurichten, musste nun, wie OB Henry Schramm erklärte, umgestellt werden. Grund dafür ist der Raumbedarf der Uni Bayreuth für den Campus Kulmbach. Der braucht Räumlichkeiten, bis hoffentlich in einigen Jahren die neuen Gebäude am ehemaligen Güterbahnhof bezugsfertig sind. Unter anderem die rund 1600 Quadratmeter im zweiten Stock des Gebäudes über dem ZOB bieten ideale Bedingungen für eine temporäre Nutzung für Seminare, Vorlesungen und Büros der Uni, machte Henry Schramm deutlich.

Hochbauamtsleiter Bernd Ohnemüller erläuterte, man habe die Planung grundlegend überarbeitet. Die zweite Etage sei so modifiziert worden, dass sie die Uni vorübergehend nutzen und die Stadt Kulmbach nach dem Auszug der Uni keine überflüssigen Einbauten oder Technik übernehmen muss. Um den hohen Raumbedarf zu decken, sei nun auch das erste Obergeschoss, wo das Jugendzentrum gewesen ist, mit in die Planungen einbezogen worden. Kunst, Kultur und Vereine müssen, wie Simon Ries aus dem OB-Büro erklärte, auf diese Weise nicht warten, bis der Campus in einigen Jahren auf sein eigenes Gelände umzieht. Für die Kulmbacher Vereine wird diese Fläche hergerichtet. Die deutlich verstärkte erwartete Nutzung hat Auswirkungen auf das gesamte Projekt. Unter anderem muss ein zusätzliches Fluchttreppenhaus angebaut und der Brandschutz nochmals erweitert werden. Unter anderem ist eine Sprinkleranlage geplant. Eine neue Aufzuganlage wird eingebaut und auch der Eingangsbereich wird grundlegend umgestaltet. Auch Duschen und WC-Anlagen sind vorgesehen, zum Beispiel, wenn Sportereignisse in diesem Gebäude stattfinden. OB Schramm berichtet, dass sich die Boxabteilung des ATS schon jetzt darauf freut, einen Raum zu bekommen, in dem sie ihren Ring dauerhaft aufstellen kann.

7,507 Millionen Euro wird die Sanierung und der Ausbau dieses Gebäudeteils kosten. Aus der Förderoffensive Nordbayern fließen 5,48 Millionen Euro in das Projekt. Von der Oberfrankenstiftung kommen fast 650 000 Euro hinzu, von der Bayerischen Landesstiftung 115 000 Euro. Nach Abzug der von der Regierung angesetzten zu erwartenden Mieteinnahmen bleibt ein Eigenanteil der Stadt von etwa 760 000 Euro, informierte OB Schramm. Er betonte, dass die Stadt ihr möglichstes tun wird, um den Campus Kulmbach und den Start der ersten Studiengänge Ende 2020 zu unterstützen. Schramm erinnerte auch daran, dass der große Industriebau dem Verfall preisgegeben gewesen wäre, wenn die Stadt das Denkmal nicht gekauft hätte. "Viele Kulmbacher haben einen emotionalen Bezug zur Spinnerei. Zum Teil waren dort Familien über mehrere Generationen beschäftigt.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:18 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:18 Uhr



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