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Kulmbach

Streetwork startet im November

Das Projekt "aufsuchende Jugendarbeit" in Kulmbach beginnt. Die beiden Sozialpädagogen haben bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Heute gibt der Stadtrat den Startschuss.



Streetworker gehen dahin, wo die Brennpunkte sind und versuchen, mit den Menschen dort Kontakt zu finden, um ihnen schließlich Hilfsangebote machen zu können. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Streetworker gehen dahin, wo die Brennpunkte sind und versuchen, mit den Menschen dort Kontakt zu finden, um ihnen schließlich Hilfsangebote machen zu können. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa  

Kulmbach - Der Beschluss ist bereits gefasst. Heute wird der Kulmbacher Stadtrat nun formal den Startschuss für Streetwork an den Brennpunkten in der Stadt geben. Die Vorbereitungen sind alle getroffen, bestätigt der Geschäftsführer des Kulmbacher BRK, Jürgen Dippold. Das Rote Kreuz wird die Federführung für diese Aufgabe übernehmen. Zwei Sozialpädagogen, ein Mann und eine Frau, sind bereits gefunden. Sie arbeiten sich gerade ein. "Unsere Mitarbeiter haben bereits einschlägige Erfahrungen. Sie bereiten sich derzeit auf die Besonderheiten des Streetworking und der aufsuchenden Arbeit vor. Im November kann es konkret losgehen", informiert Jürgen Dippold im Gespräch mit der Frankenpost .

Wie und wo arbeiten Streetworker?

Streetwork gilt in der Sozialarbeit als eigenständiges Arbeitsfeld und eine spezifische Form aufsuchender psychosozialer und gesundheitsbezogener Dienstleistung. Bei der Arbeit der Streetworker, die in der Regel Sozialpädagogen sind, steht im Vordergrund, Zugang zu Zielgruppen herzustellen, die sonst von keinem anderen psychosozialen Hilfsangebot mehr erreicht werden. Kontakte zu den Zielgruppen herzustellen steht im Vordergrund, damit die Personen später Hilfsangebote annehmen und hoffentlich wieder eine Lebensperspektive finden, die mit weniger selbst- oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen verbunden ist. Streetwork, also aufsuchende Sozialarbeit wird gewählt, weil sie niedrigschwellig ist. Aufgabe der Streetworker ist es auch, Sozialstrategien zu planen und zu organisieren, um den betroffenen Menschen die Möglichkeit einer gesellschaftlichen Wiedereingliederung an die Hand zu geben. Zu den klassischen Zielgruppen dieser Art von Sozialarbeit gehören junge Arbeitslose und Ausbildungslose, soziale Randgruppen und Wohnungslose, Jugendliche und Heranwachsende aus problematischen Jugendszenen und auch andere "Auffällige" im öffentlichen Raum, zum Beispiel in der Umgebung von Bahnhöfen, Einkaufsvierteln oder bestimmten zentralen Plätzen.


Damit das Projekt starten kann, mussten und müssen viele Vorarbeiten geleistet werden, erklärt Jürgen Dippold. Aufsuchende Jugendarbeit hat ihre Besonderheiten, nicht nur was die Anforderungen an das Personal angeht. Für das Kulmbacher Projekt wurden bewusst ein Mann und eine Frau eingestellt, um einen möglichst guten Kontakt zu den jungen Leuten zu finden, die in Kulmbach vor allem im Bereich des Bahnhofs und des Busbahnhofs immer wieder Aufsehen erregen. Aber auch anderen Stellen in der Stadt, in Parkhäusern und neuerdings auch im Bereich der Bahnunterführung zwischen Schwedensteg und dem Real-Markt kommt es immer wieder zu Schlägereien und Sachbeschädigungen. Alkohol und Drogen werden konsumiert. Das verärgert und verunsichert Bürger und ruft auch immer wieder die Polizei auf den Plan.

In diesen Tagen werden die konkreten Bedarfe ermittelt, Analysen werden erstellt und Gespräche zwischen den Streetworkern und der Stadt, aber auch mit Betreuungsgruppen und Behörden werden geführt. Alles soll gut vorbereitet sein, wenn im November die Arbeit beginnt, macht Jürgen Dippold deutlich. Um diese Brennpunkte zu entschärfen gab es schon lang die Forderung nach aufsuchender Jugendarbeit. Das Klientel, um das es hier geht, zeigen die Erfahrungen, sucht nicht von sich aus Hilfe. Die einzige Möglichkeit: Die Hilfe muss zu den jungen Leuten kommen, wenn sich etwas ändern soll.

Im Juni bereits hat der Stadtrat die Weichen gestellt. Die Reaktionen im Stadtrat waren durchwegs begeistert. Der Versuch, darüber waren sich die Mitglieder aller Fraktionen einig, ist es wert. Die jungen Leute, die jetzt am Rand der Gesellschaft stehen, sollen wieder in die Mitte gerückt werden, damit sie hoffentlich einen Weg für sich finden, der nicht in mehr oder weniger regelmäßiger Trunkenheit, Drogenkonsum, Arbeitslosigkeit und Ärger mit der Bevölkerung wie auch der Polizei endet. Am Ende nützt das Projekt, wenn es erfolgreich ist, allen.

Stadt und Landkreis Kulmbach haben sich bereits vor Monaten darauf geeinigt, das Projekt gemeinsam zu finanzieren und zu tragen. Eine "gute Lösung" sei zwischen den beiden Partnern gefunden worden, freut sich Oberbürgermeister Henry Schramm. Die Personalkosten für die beiden Teilzeitstellen tragen Stadt und Landkreis je zur Hälfte. Die Stadt übernimmt zusätzlich die Sachkosten. 46 000 Euro soll der städtische Anteil betragen. Für die Ausführung wurde das BRK als Partner gewählt. Dort gibt es seit Jahren eine breite Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit psychischen Problemen. Dort ist auch die Betreuung der Obdachlosenunterkunft in Kulmbach angesiedelt.

Der Ruf nach Streetworkern, hat Stadträtin Christina Flauder gesagt, sei in Kulmbach so alt wie Streetwork selbst. "Wir müssen uns auch um diese Jugendlichen kümmern und die Brennpunkte erkennen." Flauder zeigte sich bereits nach dem Beschluss im Sommer überzeugt: "Das kann ein großer Erfolg werden."

Die Streetworker haben ihre Büros im BRK-Gebäude bezogen. Damit sind sie bereits in unmittelbarer Nähe ihrer Zielgruppe. Jetzt warten alle auf den offiziellen Startschuss. Der wird nun nach langem Warten bereits in wenigen Tagen erfolgen.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
16:38 Uhr

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Melitta Burger

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16. 10. 2019
16:38 Uhr



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