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Kulmbach

Streit um alte Mälzerei geht weiter

Die FDP ruft zur Demo auf, die CSU weist alle Vorwürfe zurück. Das Gebäude zu erhalten sei wünschenswert, aber nicht machbar, sagt Dr. Michael Pfitzner.



Die Ansicht auf die Mälzerei Müller von der Karl-Jung-Straße aus. In der Planung des Rosenheimer Investors soll nur der Darrturm (links) erhalten bleiben. Er steht als einziges Gebäudeteil unter Denkmalschutz. Foto: Gabriele Fölsche
Die Ansicht auf die Mälzerei Müller von der Karl-Jung-Straße aus. In der Planung des Rosenheimer Investors soll nur der Darrturm (links) erhalten bleiben. Er steht als einziges Gebäudeteil unter Denkmalschutz. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Die Diskussion um den Abriss der ehemaligen Mälzerei Müller in der Pestalozzistraße in Kulmbach nimmt kein Ende. Ulrich Gödde von der FDP hat für den kommenden Samstag um 9 Uhr sogar zu einer Protestveranstaltung vor dem Areal aufgerufen. Ziel: Den Abriss verhindern und das alte Ziegelgebäude erhalten. Wie berichtet, hatte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung der Planung eines Rosenheimer Investors, dort ein Studentenwohnheim mit 120 Appartements sowie 37 Seniorenwohnungen zu errichten, genehmigt. In der Stadt hat das zu heftigen und kontroversen Debatten geführt. Jetzt meldet sich auch Dr. Michael Pfitzner, der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Kulmbacher Stadtrat zu Wort. Er steht für den Neubau.

Mit großer Verwunderung, schreibt Pfitzner, verfolge die CSU-Fraktion die öffentlichen Darstellungen in einem Teil der heimischen Presse. Pfitzner erinnert: "Der Bauvoranfrage des Bauwerbers für den Baukomplex am Standort Mälzerei Müller wurde in der Stadtratssitzung vom 20. Jubi 2018 einstimmig zugestimmt. Wenn man so will, waren die damaligen Planungen für das Bauprojekt noch kritischer zu sehen, als man das heute machen könnte. Alternativen oder gar Anträge, in den Finanzierungsmöglichkeiten mit Hilfe von EU-, Landes- und Bundes-Fördermittel aufgezeigt wurden, wurden nicht eingebracht. In der Stadtratssitzung vom 18. Juli 2019 gaben alle wesentlichen Fraktionen eine Stellungnahme ab, in der sie ihre Bedenken äußerten, am Schluss jedoch dem Projekt zustimmten. Lediglich ein Mitglied des Stadtrats stimmte ohne Erklärung dagegen." Natürlich begrüße die CSU-Fraktion die politische Diskussion. Argumente von Bürgern seien ernst zu nehmen, oft allerdings gegeneinander abzuwägen, heißt es in Pfitzners Erklärung. "Am Schluss muss eine Entscheidung getroffen werden, die sachlichen, rechtlichen und oft pragmatischen Ansprüchen genügt. Und so bleiben wir dabei: Eine Sanierung des Mälzereigebäudes wäre sicher wünschenswert gewesen. Unter anderem haben allerdings auch Kulmbacher Architekten vielfach versucht, dieser Ruine, zumindest planerisch, wieder Leben einzuhauchen. Sie alle haben feststellen müssen, dass dies wirtschaftlich nicht möglich ist." Seit mehr als 35 Jahren werde das Gebäude nicht mehr genutzt und verfalle zunehmend. Nach Auskunft des Denkmalschutzamtes sei das Gebäude weder denkmalgeschützt noch unterliege es dem Ensembleschutz.

Die Stadt Kulmbach habe in der Vergangenheit sehr viele Baudenkmäler mit großem Aufwand erhalten oder Privatpersonen überzeugen können zu investieren, betont der CSU-Fraktionsvorsitzende. "Ich erinnere an das Badhaus, das Rathaus, den weißen und roten Turm, das gesamte Fritz-Gelände, die vielen Gebäude am Marktplatz und, und, und. Jetzt stand der Stadtrat vor der Entscheidung: Soll man eine Industrieruine weiter verfallen lassen, oder besser einem Investor die Möglichkeit geben, Wohnraum in der Innenstadt ohne weitere Bodenversiegelung zu ermöglichen?"

Kulmbach sei Universitätsstandort und brauche Wohnraum für junge Menschen. Wesentlich sei, dass in dem Konzept auch ältere Mitbürger eine neue Heimat zwischen den jungen Menschen finden sollen. "Das bringt Kaufkraft und Leben in die Innenstadt." Wie Pfitzner ausführt, haben die Fraktionen im Stadtrat "in äußerst sachlicher Art" ihre Position dargestellt. Beeindruckend sei in diesem Zusammenhang vor allem die Ausführung von Dieter Herold von den Grünen gewesen. Pfitzner abschließend: "Es muss schon die Frage erlaubt sein, was die Kritiker in all den Jahren unternommen haben, um die alte Mälzerei Müller zu erhalten. Wir Kulmbacher lassen uns die fröhliche Stimmung bei der Bierfesteröffnung auch nicht durch Aktionen oder Demonstrationen verderben, vor allem nicht von denen, die im Vorfeld keinerlei konstruktive Vorschläge gemacht haben."

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
17:44 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
17:44 Uhr



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