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Kulmbach

Streitmühle kommt ans Wasserleitungsnetz

Das Projekt kostet um die 100 000 Euro. Der Hausbrunnen des historischen Gebäudes ist immer wieder bakteriell verunreinigt.



Bislang wird die historische Streitmühle bei Himmelkron, deren Wohn-Stall-Haus um 1800 erbaut wurde, nur über einen eigenen Hausbrunnen mit Wasser versorgt. Immer wieder treten bakteriellen Verunreinigungen auf, sodass die Familie Engelhardt nunmehr einen Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz der Gemeinde Himmelkron beantragt hat. Den hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet. Vorne im Bild Sägewerksbesitzer Wolfgang Engelhardt (links) mit Vater Hans Engelhardt.	Foto: Werner Reißaus
Bislang wird die historische Streitmühle bei Himmelkron, deren Wohn-Stall-Haus um 1800 erbaut wurde, nur über einen eigenen Hausbrunnen mit Wasser versorgt. Immer wieder treten bakteriellen Verunreinigungen auf, sodass die Familie Engelhardt nunmehr einen Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz der Gemeinde Himmelkron beantragt hat. Den hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet. Vorne im Bild Sägewerksbesitzer Wolfgang Engelhardt (links) mit Vater Hans Engelhardt. Foto: Werner Reißaus  

Himmelkron - In seiner Jahresschlusssitzung hat der Gemeinderat am Dienstagabend mit Auftragsvergaben von rund 1,2 Millionen Euro bereits die Weichen für das nächste Jahr gestellt. Größtes Bauprojekt ist die Verrohrung und Verlegung des Geiersbaches im Ortsteil Lanzendorf. Damit wird, wie Bürgermeister Gerhard Schneider betonte, ein jahrelanges Planungsprogramm seinen Abschluss finden. Es wird ein neues Gewässerbett angelegt und auf einem Teilstück von rund 1000 Metern, das bislang quer durch viele Privatgrundstücke verrohrt war, wird ein ökologischer Gewässerausbau mit einer Renaturierung erfolgen, sodass der Geiersbach auf einer Gesamtlänge von 1,8 Kilometern wieder offen fließen wird.

Der Bürgermeister: "Es war ein langer Planungs- und Grunderwerbsprozess, der jetzt glücklicherweise zu Ende ist. " Den Auftrag erhielt die Firma Günther-Bau GmbH aus Stadtsteinach zum Preis von 657 009 Euro. Mit dem Projekt wird es auch möglich, den geplanten Radweg auf der alten Bahntrasse von Lanzendorf nach Himmelkron zu bauen.

Für 100 000 Euro wird demnächst die Streitmühle an die öffentliche Wasserversorgungseinrichtung der Gemeinde Himmelkron angeschlossen. Mit diesem einstimmigen Beschluss folgte der Gemeinderat dem Antrag der Familie Engelhardt, die in der Streitmühle nicht nur ein Sägewerk betreibt, sondern auch das dazu gehörige Wohnhaus mit derzeit sechs Personen bewohnt. Wolfgang Engelhardt sagt selbst dazu: "Wir hatten erst die letzten Jahre Probleme. Wir hatten vor allem coliforme Keime in unserem Hausbrunnen und wir sind der Gemeinde sehr dankbar, dass wir jetzt an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen werden."

Wie Bürgermeister Gerhard Schneider aufzeigte, ist der Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz über eine 645 Meter lange Zuleitung möglich. Das Ingenieur-Büro für Tiefbautechnik Wolf und Schneider aus Bindlach habe dazu bereits auch einen Bauentwurf vorgelegt, der unter anderem einen Wasserspeicher mit rund 1200 Litern vorsieht, weil gegenwärtig nur eine Durchflussmenge von 0,5 Litern pro Sekunde zur Verfügung steht. Dieser Zustand werde sich aber mit der Neuverlegung einer Wasserleitung in der Markgrafenstraße bis zur Turnhalle und zum Freibad verbessern. Der Bürgermeister: "Wir müssen die Maßnahme angehen, um ein einwandfreies Trinkwasser anzubieten." Der Gemeinderat stimmte dem Antrag der Familie Engelhardt ohne Gegenstimme zu. Gemeinderat Ottmar Schmiedel sagte: "Wir haben ja auch einem Anschluss von Kieselhof zugestimmt." Und zweiter Bürgermeister Harald Peetz ergänzte: "Der Anschluss ist für uns kein Thema, wenn die Hauptleitung eine genügende Durchflussmenge hat." Peetz regte allerdings an, die Leitung dort, wo es möglich ist, im freien Gelände einzupflügen und bei der Straße vom Anwesen Streitmühle 3 bis zur Abzweigung zur Streitmühle den Bankettstreifen für den Einbau der Wasserleitung zu wählen und nicht den Asphaltbelag. Der Anschluss der Streitmühle hat laut Bürgermeister Gerhard Schneider eine Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühr von zwei Cent pro Kubikmeter zur Folge. Die Bauverwaltung wurde beauftragt, die Maßnahme öffentlich auszuschreiben.

Vergeben wurde ferner die Erschließung des Neubaugebietes "Trasse alte A 9/Königsberger Straße". Der Auftrag für den Bau der Wasser- und Kanalleitung mit den Hausanschlüssen und der Herstellung der Erschließungsstraße ging an die Firma STRABAG GmbH mit Sitz in Neudrossenfeld für 494 473 Euro. Die Bauplätze werden, wie Bürgermeister Schneider betonte, dringend benötigt: "Viele Bauplätze sind bereits reserviert." Die Arbeiten für die Straßenbeleuchtung des Neubaugebietes wird das Bayernwerk, Netz Kulmbach zum Preis von 22 705 Euro übernehmen.

Erneut Stellung nahm der Gemeinderat zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms Bayern. Bürgermeister Schneider stellte die Aufstufung der Gemeinde Himmelkron mit den Städten Bad Berneck und Gefrees zum gemeinsamen Mittelzentrum als Erfolg heraus, verwies aber gleichzeitig auch auf den Aufstufungsantrag aus dem Jahr 2013, mit dem ein Mittelzentrum auch mit den Nachbarkommunen Neuenmarkt, Wirsberg und Marktschorgast beantragt wurde. Schneider bezeichnete es als ein Gebot des Anstandes, dass im Beteiligungsverfahren auch die Einstufung von Neuenmarkt, Wirsberg und Marktschorgast zum Mittelzentrum mit Himmelkron, Bad Berneck und Gefrees gefordert wird. "Ob unser Antrag eine realistische Aussicht auf Erfolg hat, das kann ich derzeit nicht beurteilen."

Die Nutzung des öffentlichen Parkplatzes am Friedhof Lanzendorf muss in den Wintermonaten für einen Teilbereich gesperrt werden, weil aufgrund der starken Neigung eine Rutschgefahr für die Fahrzeuge besteht. Der Bauhof wird im Gefahrenbereich Streukästen platzieren.

Bürgermeister Gerhard Schneider dankte abschließend drittem Bürgermeister Peter Aßmann und Gemeinderat Hans Matussek , die regelmäßig am Konsultationsprozess mit dem Stromanbieter Tennet teilnehmen. Im nächsten Jahr soll nun die Entscheidung über den Trassenverlauf für den Süd-Ost-Ring getroffen werden.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
21. 12. 2017
00:00 Uhr

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Werner Reißaus

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21. 12. 2017
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