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Kulmbach

Thema "Hupfer-Areal" ist vom Tisch

Die Gemeinde Ködnitz lässt die Finger von dem Sanierungsprojekt. Ein Nachgeschmack bleibt wohl. Jetzt soll nach der Blick aber nach vorne gerichtet werden.



Es bleibt dabei: Die Gemeinde Ködnitz wird nicht mehr versuchen, das Hupfer-Areal in Ködnitz doch noch zu erwerben. Foto: Thomas Hampl
Es bleibt dabei: Die Gemeinde Ködnitz wird nicht mehr versuchen, das Hupfer-Areal in Ködnitz doch noch zu erwerben. Foto: Thomas Hampl  

Ködnitz - Es war eigentlich von vornherein klar, dass die Nachbesprechung und der Antrag aus der Bürgerversammlung zum Thema "Hupfer-Areal" in der ersten Arbeitssitzung des Ködnitzer Gemeinderates im neuen Jahr nicht noch einmal eine "Rolle rückwärts" als Ergebnis zur Folge hat. Die Gemeinde wird nicht an den Käufer herantreten, um das Objekt doch noch zu kaufen. Gut eine Stunde wurde noch einmal hin und her diskutiert, wobei Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) damit begann, das Vorgehen und die Beschlussfassungen im Gremium noch einmal chronologisch aufzuzeigen.

Unmut bei den Bürgern: In der Bürgerversammlung am 29. November 2018 hatte die Diskussion um das Hupfer-Areal einen breiten Raum eingenommen, wobei der vom Gemeinderat begangene Weg bei dem einen oder anderen Besucher der Bürgerversammlung auf wenig Verständnis gestoßen war. Der Bürgermeister: "Um das Vorgehen des Gemeinderats zu verstehen, muss man sich vor Augen halten, was die Grundlagen der Entscheidung waren. Dabei muss man sich auch einmal den bereits vorhandenen Immobilienbestand der Gemeinde anschauen."

Leerstände beseitigen: Als die Förderoffensive Nord-Ost-Bayern vom Freistaat Bayern auf den Weg gebracht wurde, stand nach Worten des Bürgermeisters auch die Frage im Gemeinderat von Ködnitz auf der Tagesordnung, wie man damit umgeht. Erklärtes Ziel dieser Förderoffensive sei die Leerstandsbeseitigung, nicht zuletzt auch deshalb, weil leer stehende Gebäude das Erscheinungsbild einer Kommune negativ beeinflussen. Stephan Heckel-Michel: "Am 15. Dezember 2016 erhielten wir die Mitteilung, dass Städte und Kommunen jetzt Förderanträge stellen können. Am 20. Februar 2017 hat sich dann der Gemeinderat mit der Förderoffensive auseinandergesetzt und entschieden, das Hupfer-Areal mit einem Kostenvolumen von 1,2 Millionen Euro anzumelden." Wenig später, am 19. April 2017, erhielt die Gemeinde Ködnitz vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg die Mitteilung, dass das Projekt grundsätzlich förderfähig ist. Danach wurde das Architekturbüro Fleischmann aus Schwürbitz beauftragt, erste Plan-Entwürfe mit Kostenermittlungen zu fertigen, die dem Gemeinderat am 26. Juni 2017 vorgestellt wurden. Die Kosten lagen bereits bei 1,8 Millionen Euro. Die Planung sah vor, Gaststätte und das Mietshaus abzureißen und den Hupfer-Saal zu sanieren.

Erste Bürgerversammlung: In einer Bürgerversammlung wurde das Projekt am 9. November 2017 vorgestellt. Im Gemeinderat bestand Einigkeit darüber, wie Bürgermeister Heckel-Michel betonte, dass der Kauf des Areals erst nach der endgültigen Förderzusage erfolgen sollte. Es wurden auch noch verschiedene Planungsvarianten erstellt und die Kosten dazu ermittelt. Am 19. Februar 2018 erfolgte schließlich die Vorstellung im Gemeinderat. In dieser Sitzung legte sich das Gremium fest, dass der Eigenanteil der Gemeinde Ködnitz die Summe von 300 000 Euro nicht übersteigen dürfe.

Kauf erst nach Förderzusage: Heckel-Michel weiter: "In einer weiteren nichtöffentlichen Sitzung war sich der Gemeinderat nochmals darüber einig, dass das Areal erst nach der Förderzusage gekauft werden soll. Der Rat war sich dessen bewusst, dass es zwischenzeitlich auch anderweitig verkauft werden könnte." Die zeitliche Abfolge und damit auch die Dauer des Verfahrens waren der Größe des Projektes geschuldet, da neben dem Gemeindeanteil, Steuergelder in einer Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro im Raum standen. Bürgermeister Heckel-Michel: "Nachdem nun ein Käufer das Hupfer-Areal übernommen hat und die Absicht erklärt, zunächst das Wohngebäude zu sanieren und die Wohnungen anschließend zu vermieten, ist die Zielrichtung der Förderoffensive erfüllt. Es ergibt sich daher für mich keine Notwendigkeit, an den neuen Besitzer heranzutreten, um das Areal doch noch zu erwerben, wie es in der Bürgerversammlung als Antrag formuliert wurde." Dies betreffe das Gesamtareal genauso wie nur den Saal, da nur eine Gesamtlösung sinnvoll gewesen wäre.

Heckel-Michel dankte dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg mit den Herren Winkler und Bihler und Architekturbüro Fleischmann für die hervorragende Zusammenarbeit. Der Bürgermeister abschließend: "Ich denke, das Vorgehen des Gemeinderates ist insofern für jeden nachvollziehbar und von hoher Verantwortung für die Gemeinde geprägt. Ich bitte deshalb alle, nach vorne zu schauen und die vor uns liegenden Aufgaben vorurteilsfrei anzugehen."


Geplatzter Traum: Michael Heisinger (Rangen) machte deutlich, dass es sich der Gemeinderat nicht leicht gemacht habe, aber die "Katze im Sack" wollte er nicht kaufen und deshalb mussten auch noch viele Details geklärt werden: "Keiner hat damit gerechnet, dass plötzlich ein Käufer auftaucht. Das haben wir verkehrt eingeschätzt". Willi Kolb (SPD) sprach klare Worte: "Für mich ist ein Traum zerplatzt. Der Saal wäre für Ködnitz und die gesamte Region ein Aushängeschild gewesen."

Reinhard Kortschack (FW) verwies auf eine Aussage der Vereinsvertreter in der Gemeinde Ködnitz, die klar zum Ausdruck brachten: "Wir brauchen das nicht!" Kortschack wagte auch die Aussage, dass 97 Prozent der Bevölkerung in der Gemeinde Ködnitz die Einrichtung nicht für notwendig hielten. Dritter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) sah die Gemeinde Ködnitz in der Pflicht, für eine Entwicklung zu sorgen. Der "Hupfer-Saal" wäre ein prädestiniertes Projekt gewesen. Mösch: "Ich finde es schade, aber es muss auch einmal Schluss sein." Anita Sack (FW) sagte: "Wir haben es uns alle nicht leicht gemacht, aber wir müssen die Dinge akzeptieren, wie sie sind, und nach vorne schauen."

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
18:22 Uhr

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Werner Reißaus

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23. 01. 2019
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