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Kulmbach

Tornado fegt an B 303 vorbei

Am Dienstagnachmittag beobachten Menschen im Bereich Himmelkron/Neuenmarkt/Wirsberg eine Trichterwolke. In einem Feld bei Neuenmarkt entwickelt sich die Luftsäule wohl zu einem Tornado.



Himmelkron/Neuenmarkt/Wirsberg - Starker Regen geht am Dienstagnachmittag über dem östlichen Landkreis Kulmbach nieder. Gegen 15.30 Uhr taucht bei Neuenmarkt und Wirsberg eine wandernde Luftsäule auf. Katja Sickl wollte gerade nach dem Einkauf im Himmelkroner Gewerbegebiet auf die B303 fahren, als sie den Lufttrichter entdeckt. Mit dem Handy macht sie Fotos. "Bislang kannte ich Tornados nur aus den Filmen", sagt die 26-jährige Frau aus Himmelkron. Zu Hause angekommen, berichtet sie im Internet auf der Facebook-Seite "Stormchasing Oberfranken - Dem Unwetter auf der Spur" von ihrer Entdeckung.

So hat Christopher Pittrof aus dem Kulmbacher Stadtteil Melkendorf Wind von dem Lufttrichter bekommen. Er betreibt nämlich die Facebook-Seite. Dort hält der 29-jährige Hobby-Meteorologe extreme Wetterereignisse in Oberfranken fest und tauscht sich mit Usern aus. Um dem Unwetter vom Dienstag auf den Grund zu gehen, hat Pittrof am Mittwochvormittag mit seiner Kamera die Gegend genauer inspiziert. Pittrof sagt: "Auf einem Feld an der B303 bei Neuenmarkt gibt es Spuren, die auf einen Tornado hindeuten: Das Gras ist in unterschiedliche Richtungen platt gedrückt. Das ist durch die Zirkulation der Luft am Boden entstanden. Außerdem sind mehrere kleinere Schneisen zu sehen."

Video zum Artikel

Trichterwolke im Landkreis Kulmbach
Das Video zeigt die Trichterwolke im Bereich Himmelkron/Wirsberg am Dienstagabend.
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Auch Andreas Friedrich, Tornado-Beauftragter des Deutschen Wetterdienstes, hält es für plausibel, dass sich die Trichterwolke über dem Feld zu einem Tornado entwickelte. Die Strukturen im Feld deuteten in Verbindung mit der Luftsäule, die auf dem Video zu sehen ist, darauf hin. Friedrich erklärt: "Von einem Tornado spricht man, wenn eine sichtbare Trichterwolke existiert und ein nicht sichtbarer Wind, der sich um eine mehr oder minder senkrechte Achse dreht und bis zum Boden rotiert."

Solange der Wind nicht bis zum Grund reicht, spreche man von einer Trichterwolke oder Funnelcloud, erläutert Friedrich. Er geht davon aus, dass der Tornado bei Neuenmarkt nur wenige Sekunden gedauert hat. "Mit der sogenannten Fujita-Skala können wir Tornados kategorisieren." Das am Dienstag war laut Friedrich eher ein leichter Tornado. Es seien auf den Fotos schließlich keine größeren Schäden erkennbar. Der Meteorologe stellt aber klar, dass selbst bei Tornados mit geringster Intensität immerhin Windgeschwindigkeiten bis zu 116 Stundenkilometer erreicht werden können.

22.05.2019 - Tornado an der B303 - Foto: Christopher Pittrof/Katja Sickl

Tornado
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Da Tornados relativ klein sind, könnten die Wetter-Experten sie auch nicht von Satelliten-Aufnahmen erfassen. "Daher sind wir auf Augenzeugen angewiesen", sagt Friedrich. Bürger könnten sich unter www.skywarn.de registrieren und kostenlos Unwetter via Homepage oder App an den Deutschen Wetterdienst weiterleiten. Auch über ein Online-Formular auf der Seite www.dwd.de könne man ein Unwetter melden.

In Deutschland gebe es jährlich 20 bis 60 nachgewiesene Tornados. Da sie aber größtenteils nicht registriert werden, sei die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher, erklärt Friedrich.

 

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Georg Jahreis

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
13:45 Uhr

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Georg Jahreis

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
13:45 Uhr



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