Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Kulmbach

Touristen zieht es in die Region

Im Landkreis Kulmbach und im gesamten Frankenwald und Fichtelgebirge steigt die Zahl der Gästeübernachtungen. Die Beherbergungsbetriebe sind zufrieden.



Die Gästeunterkünfte im Frankenwald sind gefragt. Mehr und mehr Urlauber entscheiden sich für Oberfranken. Foto: Frankenwald-Tourismus/M. Teuber
Die Gästeunterkünfte im Frankenwald sind gefragt. Mehr und mehr Urlauber entscheiden sich für Oberfranken. Foto: Frankenwald-Tourismus/M. Teuber  

Kulmbach/Mainleus - Es kommen Bauarbeiter, Monteure und andere Geschäftsreisende. Auch Hochzeitsgäste, die im nahe gelegenen Schloss feiern, quartieren sich gerne in Erika Waldmanns Ferienwohnungen ein. Die Mainleuserin bietet im Ortsteil Wernstein zwei ruhige Unterkünfte in idyllischer Lage am Fuße des Patersberges an. Bei den klassischen Touristen ist der kleine Beherbergungsbetrieb ebenfalls recht beliebt. Die Urlauber erkunden von Wernstein aus die ganze Region vom Main bis zum Frankenwald und ins Fichtelgebirge. "Ich brauche keine Vermarktung über zusätzliche Plattformen", sagt Erika Waldmann im Gespräch mit der Frankenpost. Die Nachfrage sei gut, bestätigt die Vermieterin den allgemeinen Trend. Im gesamten Landkreis Kulmbach steigen die Übernachtungszahlen an.

Mehr Übernachtungen

In Bayern ist die Zahl der Gästeübernachtungen in Beherbergungsbetrieben gestiegen, teilt das Landesamt für Statistik mit. Das Plus lag von Januar bis Juli 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 2,4 Prozent. In Oberfranken beträgt der Zuwachs 2,1 Prozent, in Oberbayern 4,6 Prozent, in Niederbayern 2,1, in Schwaben 1,1 und in Unterfranken 0,7 Prozent. In Mittelfranken sank die Zahl um 1,0, in der Oberpfalz um 0,2 Prozent.


Zahlen machen Hoffnung: In der offiziellen Tourismus-Statistik taucht die Wernsteiner Ferienunterkunft Waldmann nicht auf. Das bayerische Landesamt für Statistik wertet nur die Gästeankünfte und Übernachtungszahlen für größere Betriebe mit mindestens zehn Betten aus. Die Zahlen zeigen deshalb immer nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Entwicklung. Aber dieser Ausschnitt macht der heimischen Tourismusbranche durchaus Hoffnung.

Das Landesamt hat zuletzt Zahlen veröffentlicht, die der Tourismusverband Frankenwald als "erfreulich positiv" bezeichnet. Die Vermietbetriebe aus der Region Frankenwald haben demnach im Zeitraum Januar bis Juli dieses Jahres 6,7 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum verbucht. Der Zuwachs ist deutlich höher ausgefallen als der gesamtfränkische Durchschnitt, der in den ersten sieben Monaten 2019 bei einem Plus von 0,5 Prozent liegt, sagt Frankenwald-Tourismus und weist darauf hin, dass kein anderes der 16 fränkischen Urlaubsgebiete höhere Steigerungsraten registriert hat.

Auch das Fichtelgebirge profitiert: Auf das zweithöchste Plus unter den fränkischen Urlaubsregionen blickt von Januar bis Juli dieses Jahres das Fichtelgebirge. Die Zahl der Gästeübernachtungen ist um 4,9 Prozent gestiegen. Die Fränkische Schweiz hat hingegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1,7 Prozent eingebüßt.

Der Landkreis Kulmbach erreichte im oberfränkischen Vergleich in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 12,5 Prozent das größte Plus bei den Übernachtungszahlen. Dahinter folgt die Stadt Bayreuth, die in diesem Jahr bislang einen Zuwachs von 10,2 Prozent erlebt hat. Im Durchschnitt ist in Oberfranken die Zahl der Gästeübernachtungen um 2,1 Prozent auf knapp unter drei Millionen gestiegen. Bayernweit lag der Zuwachs bei 2,4 Prozent und damit die Gesamtzahl der Übernachtungen im Freistaat bei 57,2 Millionen.

Der Juli bringt mehr Gäste: Im Urlaubsmonat Juli haben sich die Zahlen in den meisten oberfränkischen Kommunen nach oben entwickelt. Die Stadt Kulmbach erreichte im Juli 2019 ein Übernachtungsplus von 23 Prozent. Im Landkreis Kulmbach fallen besonders die Marktgemeinden Mainleus mit einem Zuwachs von 67 Prozent bei den Gästeübernachtungen und Presseck mit einer Steigerung von 25 Prozent auf.

Insgesamt kam der Landkreis Kulmbach im Juli auf 32 175 Gästeübernachtungen. Mit 10407 hat die Stadt Kulmbach dabei den größten Anteil. Dahinter folgen Wirsberg mit 4607 Gästeübernachtungen, Stadtsteinach mit 3411, Mainleus mit 2646, Markleugast mit 2108, Himmelkron mit 1807, Presseck mit 1701, Marktschorgast mit 1563, Thurnau mit 1340 und Neudrossenfeld mit 1122.

Spitzenreiter Kronach: Kronach ist mit einem Übernachtungsplus von knapp 48 Prozent und 25 Prozent mehr Gästeankünften im Monat Juli der Spitzenreiter im Sommer, sagt der Verband Frankenwald-Tourismus und liefert die Erklärung gleich hinterher: Die Eröffnung des Jufa-Hotels auf der Festung Rosenberg in der Lucas-Cranach-Stadt schlage zum ersten Mal positiv zu Buche. Der deutliche Anstieg der Nächtigungen im Vergleich zu den Ankünften zeige, dass sich in Kronach klar der Urlauberanteil mit längeren Aufenthaltsdauern erhöht hat.

Als markant positiv bewertet der Tourismusverband die Entwicklung in einigen Orten des Landkreises Hof in diesem Jahr. "Insbesondere Berg und Helmbrechts verzeichnen mit auflaufenden Zuwachsraten jeweils deutlich über 20 Prozent bei den Übernachtungen", heißt es. Die Tendenz zeige nach oben.

Wanderwetter bringt Chancen: Erst die Zahlen für August und September werden zeigen, wie sich der Sommer weiterentwickelt hat, sagen die Touristiker. Wenn im Herbst schönes Wanderwetter kommt - und danach sieht es zumindest aktuell aus - seien die Chancen auf eine weiterhin positive Jahresbilanz berechtigt.

Bereits im Jahr 2018 hatten die Statistiker für den Landkreis Kulmbach ein deutliches Plus bei den Übernachtungszahlen festgestellt, die Frankenpost berichtete. Der Hauptgrund für den großen Zuwachs war damals die Wiedereröffnung des Achat Plaza. Das mit 200 Betten größte Kulmbacher Hotel war zuvor zwei Mal bei Hochwasser überflutet worden und musste danach aufwendig saniert werden. Wegen der vorübergehenden Schließung rutschten die Übernachtungszahlen für den gesamten Landkreis zunächst in den Keller.

Luft nach oben: Mittlerweile hat sich die Lage stabilisiert und die positive Entwicklung setzt sich in Kulmbach fort. Mit Blick auf den Tourismus in anderen bayerischen Landkreisen und Regionen ist bei den Übernachtungszahlen im Raum Kulmbach aber durchaus noch genügend Luft nach oben. Dieser Meinung sind nicht nur die Hoteliers. Der Wirtschafts- und Kulturausschuss des Kreistages hat im Frühling dieses Jahres festgestellt, dass die Entwicklung ausbaufähig ist und weitergehen muss. Der Landkreis Kulmbach startete deshalb mit einer überarbeiteten Strategie ins Jahr, um den Fremdenverkehr zu beleben.

Der Landkreis Kulmbach hat im Frühjahr bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin zusammen mit Oberfranken Offensiv und der Genussregion für die Region geworben. Als tragende Säulen hat der Landkreis die Themen Wandern, Radeln und Motorradfahren definiert. Darüber hinaus sollen Genuss, Kultur, Erholung und Bier mehr Touristen in die Mitte Oberfrankens locken. Mit einer Reihe von Präsentationen und persönlichen Kontaktaufnahmen hat das Kulmbacher Land auf sich aufmerksam gemacht. Der Landkreis war aktiv bei Tourismusbörsen und hat gezielt Gruppenreisende, Individualtouristen, Kurzurlauber und Tagesausflügler über digitale Kanäle und soziale Netzwerke angesprochen.

Welche Bemühungen letztlich dazu beigetragen haben, die Zahl der Gästeübernachtungen zu steigern, ist unklar. Wichtig ist für alle, die in der Tourismusbranche tätig sind, dass es nach oben geht.

Autor

Stefan Linß
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Feriengebiete Festung Rosenberg Frankenpost Individualtouristen Internationale Grüne Woche Berlin Stadt Kulmbach Tourismusmessen Tourismusverbände Touristen Urlauber Wirtschaftsbranche Reisen und Tourismus
Kulmbach Mainleus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Besonders aktiven Touristikern verlieh der Frankenwald Touristik-Verband in seiner Jahresversammlung Ehrennadeln. Im Bild (von links): Frankenwaldvereins-Hauptvorsitzender Dieter Frank; Gastgeber Bürgermeister Roland Wolfrum, Stadtsteinach; Alwin Geyer, Stadtsteinach; Karl Schoger, Marktrodach; Landrat Klaus Peter Söllner, Kulmbach; Heinz Kliesch, Kupferberg; Hans Heinlein, Marion Herrmann und Klaus Neubauer, Steinbach am Wald; Werner Hempfling, Marktrodach; Peter Wahlich und Bürgermeister Gerhard Wunder, Steinwiesen; Bürgermeister Norbert Gräbner, Marktrodach; Franken-Tourismus-Geschäftsführerin Angelika Schäffer; Frankenwald-Tourismus-Geschäftsführer Markus Franz und Landrat Dr. Oliver Bär, Hof.	Foto: Klaus Klaschka

28.07.2019

Der Wandertourismus brummt

Der Frankenwald legt bei der Zahl der Gäste nochmals zu. Die Urlauber bleiben allerdings kürzer als früher und buchen zunehmend online. » mehr

Eine fahrende Unterkunft mit dem passenden Autokennzeichen. Das Wohnmobil auf dem Stellplatz in Kulmbach ist für die Reisenden wie ein flexibles Hotel.

05.07.2019

Touristenmagnet Wohnmobil-Stellplatz

Der große Trend zum Wohnmobil bringt viele Gäste nach Kulmbach. Zur Hauptreisezeit im Sommer sind oft alle 40 Stellplätze am Schwedensteg besetzt. » mehr

Aqua-Kindergärten gibt es bereits in Deutschland. In Kulmbach soll der erste Oberfrankens entstehen.	Foto: dpa

20.09.2019

In Kulmbach soll Oberfrankens erster Aqua-Kindergarten entstehen

Auf dem ehemaligen Schützenhausplatz in Kulmbach soll Oberfrankens erster Aqua-Kindergarten entstehen. Jetzt geht es darum, wer die Trägerschaft für die Einrichtung übernimmt. » mehr

Die alte Spinnerei in Mainleus hat eine lange Tradition. Beim Umbau zum Kultur- und Gründerzentrum wollen die Architekten das Erbe bewahren. Die ersten Millionen für das Großprojekt sind von der Landesregierung in München bewilligt worden. Fotos: Stefan Linß

19.06.2019

Neuer Geist für die alten Hallen

Das Mainleuser Spinnerei-Brache wird zum Zentrum für Wohnen und Kultur. Die Architekten stellen die konkreten Pläne für die Umgestaltung vor. » mehr

Wie geht es weiter mit dem geplanten Wohnblock auf dem Gelände der alten Mälzerei? Eigentlich sollte der Abriss bald beginnen. Doch jetzt kam heraus, dass Nachbarn die Unterschrift für das Vorhaben verweigern, solange der Bauträger ihnen keine Ausgleichszahlung leistet. Foto: Gabriele Fölsche

11.09.2019

Ein Bauprojekt mit Fragezeichen

Noch gibt es keine Baugenehmigung für den Neubau auf dem Gelände der Mälzerei Müller. Nachbarn verweigern bislang ihre Unterschrift. Ein Prozess ist im Gespräch. » mehr

Fritz Hornschuch stand während der Hochzeiten der Kulmbacher Spinnerei für Innovation. Der Campus Kulmbach wird das in Zukunft gewährleisten. Das denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude der Spinnerei ist heute Sitz des Campus. Zum Tag des offenen Denkmals wird die alte Verwaltungsvilla ihre Türen öffnen und nicht nur Interessantes über die Vergangenheit des Areals preisgeben, sondern auch Informationen über die Zukunft. Dafür stehen Campus-Geschäftsführer Dr. Matthias Kaiser (links) und Spinnerei-Experte Martin Pöhner. Fotos: Melitta Burger

27.08.2019

Transparenz von Anfang an

Die Uni Bayreuth will die Kulmbacher mitnehmen auf dem Weg zum Hochschulstandort. Am 8. September sind alle eingeladen, die sich für dieses Thema interessieren. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eröffnung des Digitalen Gründungszentrums Hof

Gründerzentrum "Einstein 1" wird eingeweiht | 14.11.2019 Hof
» 30 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor

Stefan Linß

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:44 Uhr



^