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Kulmbach

Traum vom Eigenheim wird teurer

Nicht nur die Baukosten für Wohngebäude sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Im Landkreis Kulmbach ziehen auch die Preise für baureifes Land weiter an.



Bauland wird teurer: In der Stadt Kulmbach sind die Preise für einen Quadratmeter baureifes Land auf durchschnittlich 101,28 Euro gestiegen. Im Landkreis kostet der Quadratmeter im Schnitt 64 Euro. Foto: Stefan Linß
Bauland wird teurer: In der Stadt Kulmbach sind die Preise für einen Quadratmeter baureifes Land auf durchschnittlich 101,28 Euro gestiegen. Im Landkreis kostet der Quadratmeter im Schnitt 64 Euro. Foto: Stefan Linß  

Kulmbach/Marktleugast - Im Schnitt knapp 64 Euro kostet ein Quadratmeter baureifes Land im Landkreis Kulmbach. Das ist der mit Abstand höchste Wert der vergangenen Jahre. Das bayerische Landesamt für Statistik hat in allen Kommunen die Kaufpreise für Bauland ermittelt. Nach der aktuellsten Erhebung lag im Jahr 2018 der Durchschnittswert im Raum Kulmbach bei 63,98 Euro pro Quadratmeter. Das sind fast 20 Euro mehr als im Jahr 2012. Die Preissteigerung beträgt 48,5 Prozent. Um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, müssen die Bauwilligen im Landkreis immer mehr Geld berappen.

Baureifes Land

Als baureifes Land werden alle Flächen bezeichnet, die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften baulich nutzbar sind. Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, gehören dazu Grundstücke oder Grundstücksteile, die von der Gemeinde für die Bebauung vorgesehen sind, bei denen die baurechtlichen Voraussetzungen für die Bebauung vorliegen und deren Erschließungsgrad die sofortige Bebauung gestattet. Diese Grundstücke liegen an endgültig oder vorläufig ausgebauten Straßen und sind in der Regel bereits in passende Bauparzellen eingeteilt. Auch Baulücken und städtebautechnisch aufgeschlossener Grundbesitz, der mitunter nur eine geringe oder keine Bebauung zeigt, ist baureifes Land.



Nachfrage sorgt für höhere Preise: Zwischen 2010 und 2015 hatten sich die Quadratmeterpreise im Raum Kulmbach mit einigen Schwankungen zwischen 43 und knapp 48 Euro eingependelt. Es folgte ein Anstieg in den Jahren 2016 und 2017 auf jeweils 52 Euro sowie der große Sprung auf knapp 64 Euro im Jahr 2018. Der Grund ist vor allem die höhere Nachfrage. Das Zinsniveau ist anhaltend niedrig, damit bleiben die Baukredite günstig. Gleichzeitig nimmt offenbar der Bedarf an Wohnraum zu.

In ganz Bayern geht die allgemeine Tendenz weiter nach oben. 2018 ist der durchschnittliche Kaufpreis für einen Quadratmeter baureifes Land von 275 Euro im ersten Quartal des Jahres auf 349 Euro im vierten Quartal gestiegen. Wobei es große Unterschiede zwischen den Regionen gibt. In Oberbayern beträgt der Durchschnittswert 877 Euro für den Quadratmeter. Mit knapp 80 Euro ist der Quadratmeter Bauland in Oberfranken wesentlich günstiger.


Unter dem Durchschnitt: Kulmbach liegt trotz des aktuellen Preisanstiegs auf 64 Euro weiterhin unter dem oberfränkischen Durchschnitt. In der Stadt Bamberg haben Verkäufer im Jahr 2018 im Schnitt 270 Euro für den Quadratmeter erzielt. Das waren die höchsten Baulandpreise in Oberfranken. Dahinter rangieren Forchheim und die Stadt Bayreuth mit jeweils rund 172 Euro. Am billigsten ist der Quadratmeter baureifes Land in den Landkreisen Kronach (33,96), Wunsiedel (31,58 Euro) und Hof (28,82).

Auch zwischen den Städten und Gemeinden im Landkreis Kulmbach existiert eine große Preisdifferenz. Wer im Oberland nach einem Baugrundstück sucht, zahlt nur einen Bruchteil dessen, was in der Stadt Kulmbach verlangt wird. In Kulmbach sind die Preise im Jahr 2018 auf durchschnittlich 101,28 Euro angestiegen. 2017 wurden 83,04 Euro für den Quadratmeter gezahlt, 2016 lag der Preis noch bei vergleichsweise niedrigen 64,05 Euro.


Schnäppchen in Marktleugast? In Marktleugast sind im zurückliegenden Jahr die landkreisweit mit Abstand günstigsten Grundstücke verkauft worden. Das Landesamt hat einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 13,38 Euro errechnet. Dass die Statistiker auf einen solch extrem tiefen Wert gekommen sind, sorgt im Marktleugaster Rathaus für Verwunderung. Eine schlüssige Erklärung gibt es aktuell nicht. Die Gemeinde verkauft im Baugebiet "Oberleugast" die erschlossenen Grundstücke für 36 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Herstellungsbeiträgen. Das sei bereits einer der niedrigsten Preise im Landkreis, sagt Bürgermeister Franz Uome. Dass die Grundstücke so erschwinglich sind, hat eine altbekannte Ursache. In Marktleugast ist ebenso wie in den anderen Oberlandgemeinden die Nachfrage nach Bauland vergleichsweise niedrig.


Hohe Nachfrage in Mainleus: Anders ist die Entwicklung beispielsweise in Mainleus. Dort erkundigen sich potenzielle Bauherren verstärkt nach Grundstücken. Die Marktgemeinde reagierte auf die Nachfrage und hat heuer das Baugebiet "Rothe Kelter III" erschließen lassen. Dort sind 21 Parzellen entstanden, die zum größten Teil schnell vergriffen waren. Der Quadratmeter baureifes Land ist in Mainleus in den vergangenen Jahren zu Durchschnittspreisen zwischen 50 und 64 Euro verkauft worden. Auch Himmelkron lag zuletzt bei einem Wert von 64 Euro.

Zu den teuersten Standorten im Landkreis zählt die Gemeinde Neudrossenfeld. Der durchschnittliche Kaufwert für den Quadratmeter baureifes Land lag dort zuletzt bei gut 60 Euro. In Rugendorf haben die Käufer rund 53 Euro gezahlt, in Ködnitz knapp 40 Euro, in Neuenmarkt 35 Euro, in Wonsees 34 Euro und in Stadtsteinach im Schnitt gut 29 Euro. Für die anderen Gemeinden lagen zuletzt keine statistischen Daten vor.


Markt in Bewegung: Dass der Markt in Bewegung ist, zeigt auch der Blick auf die Veräußerungsfälle. Im Landkreis Kulmbach haben nach Auskunft der Statistiker im Jahr 2018 insgesamt 187 Bauparzellen den Eigentümer gewechselt. Das ist der höchste Wert seit 2010 und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 23 Fälle. Die meisten Veräußerungen gab es zuletzt in der Stadt Kulmbach mit 52 Parzellen.

Neben den Preisen für baureifes Land klettern ebenso die Baukosten für Wohngebäude nach oben. Die Baupreise sind in ganz Bayern im Zeitraum August 2018 bis August 2019 gestiegen, teilte das Landesamt für Statistik am Donnerstag mit. Gemessen am Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden lag das Plus bei 4,1 Prozent. Im Jahresvergleich seien die Rohbauarbeiten um 4,6 Prozent und Ausbauarbeiten um 3,9 Prozent teurer geworden. Die höchsten Zuwachsraten waren bei Klempnerarbeiten (plus 7,4 Prozent) und Gerüstarbeiten (plus 6,4 Prozent) zu verzeichnen.


Rekorde in der Baubranche: Die Statistikbehörde liefert noch weitere Zahlen, die zur derzeitigen Entwicklung passen: "Das bayerische Bauhauptgewerbe erwirtschaftete im Juli 2019 einen baugewerblichen Umsatz in Höhe von 1,84 Milliarden Euro und damit ein Plus von 79,2 Millionen Euro." Das sind 4,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahresergebnis. Die Baufirmen aus dem Landkreis Kulmbach haben ihren Teil dazu beigetragen. Allein im Juli dieses Jahres haben sie zusammen 14000 Arbeitsstunden im Bereich Wohnungsbau geleistet.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
16:50 Uhr

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Autor

Stefan Linß

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
16:50 Uhr



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