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Kulmbach

Trebgast investiert in die Zukunft

Der Gemeinderat beschließt die Erweiterung der Krippe und den Neubau des Kindergartens. Die Kosten belaufen sich auf geschätzt 2,3 Millionen Euro.



Das Opels-Haus in der Berliner Straße sucht eventuell neue Mieter.
Das Opels-Haus in der Berliner Straße sucht eventuell neue Mieter.   » zu den Bildern

Trebgast - Die Gemeinde nimmt die Pläne zur Kenntnis und stimmt Art, Ausmaß und Ausführung der Umbaumaßnahmen zur Erweiterung der Kinderkrippe, sowie Abriss und Neubau des Kindergartens zu. "Das ist ein wegweisender Beschluss, der für die Zukunft unserer Gemeinde Sinn macht", kommentierte Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) die Entscheidung, die der Gemeinderat mit den Gegenstimmen von Emil Lauterbach und Günther Teufel (beide CSU/NWG) fällte. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken zu stellen und den vorzeitigen Beginn zu beantragen.

Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Bürgermeister, Pfarrer, Architekturbüro und Verwaltung. Im Raum stand dabei die Frage: Neubau oder nicht? Erweiterungsmöglichkeiten wären danach nur nach Westen und Norden möglich, und von der Erschließung her aufwendig. Nach Einfließen der Argumente aller Beteiligten, einer Bewertung des Ist-Zustandes und Beachtung weiterer Gegebenheiten, die sich auf die Zuschusssituation auswirken können, fertigte das Architekturbüro Schmidt die Pläne. Diese wurden im Juli mit der Regierung abgestimmt, um Hinweise auf eine höchstmögliche Förderung zu bekommen.

Nach den Raum-Anforderungen, die nach neuestem Stand für Kindertagesstätten umgesetzt werden müssen, und der Kostengegenüberstellung gab die Wirtschaftlichkeitsrechnung den Ausschlag für die Variante "Erweiterung der Kinderkrippe, sowie Abriss und Neubau des Kindergartens".

Ingenieur Matthias Schmidt erläuterte dem Gremium die Details: Vorgesehen ist demnach, die Kinderkrippe, die als bisher letzter Bereich 2012 errichtet wurde, zu belassen. Im Bewegungsraum, der sich in diesem Abschnitt befindet, wird eine zweite Krippengruppe untergebracht.

Durch das große Dach mit dem großen Oberlicht ist der darunterliegende angrenzende Bereich im Sommer sehr warm und im Winter kalt. "Für eine notwendige energetische Sanierung reichen die statischen Bedingungen des Dachstuhls wegen der großen Spannweiten nicht aus. Deshalb wird dieser Teil der Kita abgebrochen und neu konzipiert", erklärte Schmidt. Der zweistufige Kindergarten erfordert zwei Gruppenräume, zwei Intensivräume, Personalräume und einen Besprechungsraum. Nach Süden ausgerichtet entsteht ein größeren Küchen- und Essbereich. Bei der Raumeinteilung muss der Hauptsammler des Abwasserkanals berücksichtigt werden, dessen Verlegung allein 120 000 Euro kosten würde.

Im Norden wird der neue Mehrzweckraum angebaut. Darüber gibt es künftig ein zweites Geschoss für die Personalräume und eine Lagerfläche, die über einen kleinen Aufzug oder eine sogenannte Steighilfe zugänglich werden. Die Haupträume erhalten architektonisch klein gestaltete Satteldächer. Ein Flachdach verbindet die Bauteile miteinander.

Zum Schluss kam Schmidt auf die Kosten zu sprechen: Inklusive Abriss, aber ohne Einrichtung sieht er rund 2,3 Millionen Euro brutto als realistische Schätzung an. Was davon letztlich an finanzieller Eigenleistung übrig bleibt, ist nach Meinung von Architekt und Verwaltung noch nicht absehbar, da der Antrag bei der Regierung zur Ermittlung der förderfähigen Kosten noch verschiedene Prüfverfahren durchlaufen muss. Erst danach werden Kommune und Kirche darüber reden, wie der nicht förderfähige Restbetrag aufgeteilt wird. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Kindergarten eine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist. "Wir kommen da nicht drum herum. Egal, ob die Kirche mitmacht oder nicht."

Die Frage von Werner Köstner (SPD/WG) nach dem Zeitpunkt des Baubeginns beantwortete Matthias Schmidt so: "Bis Ende 2020 sollten wir das neue Gebäude dicht bekommen." Emil Lauterbach (CSU/NWG) war mit dem neuen Planentwurf nicht zufrieden: "Ich bin der Meinung, dass man das Raumprogramm auf einer Ebene unterbringen kann." Küche und Essbereich fand er völlig deplatziert. Und wie man einen zehn Meter langen Flur mit einer Breite von 1,13 Meter planen kann, verstand er auch nicht. Seine Meinung: "Wenn man früher so geplant und gebaut hätte, stünde heute keine Markgrafenkirche mehr."

Der Mieter des gemeindlichen Opels-Haus in der Berliner Straße ist in die neue AWO-Tagespflege umgezogen. Die Räte sollen sich jetzt Gedanken über die Zukunft der Immobilie machen. Nach Renovierung wieder vermieten, oder als gemeindliche Einrichtung zu nutzen? Diersch vertrat die Ansicht, dieses ortsbildprägende Gebäude zu schützen und in Gemeindehand zu behalten.

Autor

Dieter Hübner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:50 Uhr

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Autor

Dieter Hübner

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:50 Uhr



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