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Kulmbach

Unsaubere Arbeitsverhältnisse?

Im April kündigten die Arbeitgeber den Rahmentarifvertrag der Reinigungskräfte. Die Gewerkschaft moniert nun die schlechte Situation vieler Beschäftigter.



Änderungen in Arbeitsverträgen gibt es gerade zuhauf - und zwar bei Reinigungskräften, berichtet die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Die Gewerkschaft warnt davor, sich auf Abstriche bei Lohn und Urlaub einzulassen. Foto: privat
Änderungen in Arbeitsverträgen gibt es gerade zuhauf - und zwar bei Reinigungskräften, berichtet die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Die Gewerkschaft warnt davor, sich auf Abstriche bei Lohn und Urlaub einzulassen. Foto: privat  

Kulmbach - Immer mehr Arbeitgeber versuchen die Arbeitsverträge von Reinigungskräften zu ändern - zu deren Nachteil. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) in einer Pressemeldung mit. Sie warnt davor, sich auf Abstriche bei Lohn und Urlaub einzulassen. Der Rahmentarifvertrag wurde Ende April mit Wirkung Ende Juli von den Arbeitgebern gekündigt. "Wir sind in der ungünstigen Situation, dass es momentan keinen gültigen Tarifvertrag gibt. Wir sind immer noch in Verhandlungen mit den Arbeitgebern", sagt Lena Zimmermann, Vorsitzende der IG Bau Franken. "So gelten für die neu Angestellten nur die gesetzlichen Bedingungen, die natürlich um einiges niedriger sind als die Bedingungen des früheren Tarifvertrags." Für Angestellte, die allerdings vor Ende des alten Vertrags, also vor Ende Juli angestellt wurden, würden die alten Bedingungen, zum Beispiel was Zuschläge für Überstunden oder Urlaubstage angeht, weiterhin gelten.

Gerald Nicklas, Bezirksvorsitzender der IG Bau Oberfranken erklärt: "Viele Reinigungskräfte werden regelrecht dazu gedrängt, geänderte Arbeitsverträge zu unterschreiben." Die IG Bau hat eine Online-Umfrage für Reinigungskräfte gestartet, um zu erfahren, wie viele der Glas- und Gebäudereiniger im Kreis Kulmbach unter Lohndrückerei und schlechten Arbeitsbedingungen leiden. Die Umfrage ist im Internet unter www.sauberkeit-braucht-zeit.de zu finden. Das Ziel der Umfrage sei es, "schwarze Schafe unter den Arbeitgebern gezielt zu outen", sagt Nicklas. Daher appelliert er an die Reinigungskräfte, bei der Online-Umfrage teilzunehmen. Wie die IG Bau in ihrer Pressemeldung berichtet, sei seit der Kündigung des Rahmentarifvertrags durch die Arbeitgeber die Situation deutlich schlechter geworden. Die Reinigungskräfte bekämen weniger Lohn, zudem seien ihnen die Zuschläge bei Überstunden und bei der Arbeit an Sonn- und Feiertagen teilweise ganz gestrichen worden. Urlaub bekämen sie wenig.

Die IG Bau will bei den nächsten Tarifverhandlungen am 30. September den Arbeitgebern noch einmal betonen, dass Sauberkeit ihren Preis habe. Der IG-Bau-Bezirksvorsitzende Nicklas möchte deutlich machen, "dass man Tricksereien mit Arbeitsverträgen nicht macht - schon gar nicht bei Menschen, die ohnehin hart für ihr Geld arbeiten müssen".

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
16:54 Uhr

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18. 09. 2019
16:54 Uhr



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