Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER SelbGerch

Kulmbach

Unter Drogen die eigene Wohnung verwüstet

Eine 45-jährige Kulmbacherin bekommt wegen Sachbeschädigung vier Monate Haft auf Bewährung. Sie will nach eigenen Angaben eine Therapie beginnen.



Kulmbach - Noch unter Bewährung stehend, hat eine 45-jährige Frau in ihrer Wohnung in Kulmbach erheblichen Schaden angerichtet. Dafür musste sie sich jetzt vor Gericht verantworten.

Was erschwerend hinzukam: Die Rentnerin stand unter Drogeneinfluss. Richterin Sieglinde Tettmann verhängte eine viermonatige Freiheitsstrafe, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird und mit einer Geldauflage von 800 Euro verbunden ist. Für Richterin Sieglinde Tettmann war die Entscheidung nicht einfach. Eine Freiheitsstrafe hielt sie für unerlässlich. "Das Ende der Fahnenstange ist jetzt erreicht!"

Die Staatsanwaltschaft warf der renitenten Rentnerin eine gehörige Sachbeschädigung ihrer Mietwohnung vor. Vorausgegangen war ein Streit mit ihrem Freund. Im Eifer des Wortgefechtes warf sie kurzerhand einfach Wohnungsgegenstände durch zwei geschlossene Fenster auf die Straße. Dabei nahm sie in Kauf, dass Fußgänger hätten verletzt werden können. Zum Glück kamen keine Personen zu Schaden.

Im Zeugenstand war zunächst eine Mitbewohnerin des Mietshaues, die davon berichtete, dass es in der Vergangenheit des Öfteren zu lauten Wortgefechten zwischen der 45-jährigen Kulmbacherin und ihrem Freund gekommen war. Nach dem jüngsten Vorfall sei es zwar ruhiger geworden, doch räumte die Zeugin ein, dass sie sich dennoch freuen würde, wenn die Angeklagte ausziehen würde.

Ein ermittelnder Polizeihauptkommissar berichtete, dass er mit seinem Kollegen gerufen wurde, weil eine Wohnungsinhaberin nicht nur laut herumschreit, sondern auch in der Wohnung randaliert. Auf das erste Klingeln wurde kein Einlass gewährt. Erst nach mehrmaliger Aufforderung wurde die Wohnungstür geöffnet. Dort sei man auf eine vermüllte Einbauküche gestoßen. In der Wohnung selbst waren nur wenige Möbelstücke. Der Polizeibeamte: "Uns war bekannt, dass die Frau Drogen nimmt. Wir haben die Einweisung in die Bezirksklinik nach Bayreuth veranlasst." Der verursachte Schaden an den beiden Fenstern wurde auf knapp 3000 Euro geschätzt.

Aus dem Bundeszentralregister verlas Richterin Sieglinde Tettmann einen Eintrag vom Juli 2018. Dabei ging es um nicht weniger als acht Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dafür hatte sie eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung bekommen. Seit sieben Jahren hat die Kulmbacherin, deren zwei Kinder im Alter von 24 und 16 Jahren beim geschiedenen Ehemann leben, Drogenprobleme, doch sie will, doch sie will, wie ihr Rechtsanwalt Ralph Pittroff versicherte, in wenigen Tagen, zusammen mit ihrem Freund eine Drogentherapie antreten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Bayreuth sprach von vorsätzlicher Sachbeschädigung, die sich während einer offenen Bewährung ereignete. Einen Ansatz für eine positive Sozialprognose sah der Staatsanwalt nicht, sodass er für eine Freiheitsstrafe von vier Monaten zur Bewährung plädierte. Rechtsanwalt Ralph Pittroff verwies auf das uneingeschränkte Geständnis seiner Mandantin und auch deren gezeigte Reue sowie die positive Grundstimmung, die die Kulmbacherin seit dem 18. April dieses Jahres - dem Tag der Sachbeschädigung - an den Tag legt. Rechtsanwalt Pittroff hielt eine Geldstrafe für ausreichend.

Für Richterin Sieglinde Tettmann war für die Verhängung einer Freiheitsstrafe von vier Monaten entscheidend, dass die Angeklagte unter Bewährung stand, die Gefährlichkeit der Tat und dass die Tat unter Drogeneinfluss erfolgte. Rechtsanwalt Pittroff erklärte nach dem Urteil im Namen seiner Mandantin, dass auf Rechtsmittel verzichtet werde.

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
17:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Betäubungsmittelgesetz Drogen und Rauschgifte Drogentherapien Richter (Beruf) Staatsanwaltschaft Staatsanwaltschaft Bayreuth Staatsanwälte Wohnungen Wohnungsbesitz Zeugen
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mit der Einstellung des Verfahrens endete am Freitag am Kulmbacher Amtsgericht ein Prozess gegen eine 31-jährige Kulmbacherin. Ihr war gewerbsmäßige Untreue gegenüber ihrer Arbeitgeberin vorgeworfen worden. Doch am Ende sah Amtsrichterin Sieglinde Tettmann keine Beweise für die Taten. Foto: Friso Gentsch/dpa

30.08.2019

Anklage war nicht zu halten

Die Angeklagte musste Gefängnis fürchten. 109 Fälle der Untreue waren ihr vorgeworfen worden. Doch den Gerichtssaal verließ die 31-Jährige als unbescholtene Frau. » mehr

Trunkenheitsfahrt kostet 4000 Euro

11.08.2019

Trunkenheitsfahrt kostet 4000 Euro

Schon mehrfach wurde ein 49-Jähriger mit Alkohol am Steuer und ohne Führerschein erwischt. Die erneute verbotene Fahrt wird nun teuer für ihn. » mehr

Hat eine Haushaltshilfe sich massiv vom Konto ihrer Arbeitgeberin bedient, oder hat die gelähmte Frau das Geld selbst ausgegeben? Diese Frage muss jetzt das Amtsgericht in Kulmbach klären. Schon jetzt ist klar, dass es noch mehrere Verhandlungstage geben wird. Foto: Fabian Sommer/dpa

09.08.2019

Gericht auf der Suche nach der Wahrheit

Eine junge Frau steht wegen des Vorwurfs der Untreue in 109 Fällen vor Gericht. Doch so einfach wie es zunächst schien, gestaltet sich der Fall vor Gericht keineswegs. » mehr

War der Vorfall, durch den ein neunjähriger Junge vor zwei Jahren in Ziegelhütten durch zwei Rottweiler schwer verletzt worden war, ein bedauerlicher Unfall oder eine Körperverletzung? Das wird jetzt das Landgericht beschäftigten.

02.08.2019

Prozess: Rottweiler-Halter nimmt Berufung unter Protest zurück

Nach dem Angriff zweier Rottweiler auf ein Kind hatte das Amtsgericht den Halter verurteilt. Die zweite Instanz ging überraschend schnell zu Ende. Das Urteil hat Rechtskraft. » mehr

Nach reichlich Alkohol und Drogen hat ein 27-jähriger sich am ZOB in Kulmbach mit der Polizei angelegt. Es war nicht das erste Mal. Jetzt hat sich der junge Mann Hilfe gesucht, um aus dem Teufelskreis auszubrechen. Foto: Martin Kreklau

18.09.2019

Kampf um ein Leben ohne Suff und Zoff

Er ist 27 Jahre alt, sitzt im Gefängnis. Sein Vorstrafenregister ist lang. Nach einer Randale am ZOB steht er nun wieder vor Gericht. Jetzt hat er sich unter Betreuung stellen lassen. » mehr

20.05.2019

Gewaltexzess im Rausch

Tritte gegen den Kopf, ein Finger im Auge, ein gebrochenes Bein: Drei junge Leute kommen bei der Amtsrichterin noch einmal mit Bewährung davon. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rathaussturm in Rehau Rehau

Rathaussturm in Rehau | 16.11.2019 Rehau
» 75 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim | 15.11.2019 Selb
» 34 Bilder ansehen

Autor

Werner Reißaus

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
17:20 Uhr



^