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Kulmbach

VG Trebgast besteht seit 40 Jahren

Trebgast, Harsdorf und Ködnitz haben einen Grund zum Feiern: Vor vier Jahrzehnten schlossen sich die Gemeinden zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen.



Erinnerungsfoto vor dem VG-Gebäude zum 40-jährigen Bestehen mit (von rechts): Bürgermeister Werner Diersch, VG-Leiterin Karin Winkler, stellvertretender Regierungspräsident Thomas Engel, Landrat Klaus Peter Söllner, VG-Vorsitzender Bürgermeister Günther Hübner, Bezirkstagspräsident Oberbürgermeister Henry Schramm, Bürgermeister Stephan Heckel-Michel, Pfarrer Peter Ahrens.	Foto: Dieter Hübner
Erinnerungsfoto vor dem VG-Gebäude zum 40-jährigen Bestehen mit (von rechts): Bürgermeister Werner Diersch, VG-Leiterin Karin Winkler, stellvertretender Regierungspräsident Thomas Engel, Landrat Klaus Peter Söllner, VG-Vorsitzender Bürgermeister Günther Hübner, Bezirkstagspräsident Oberbürgermeister Henry Schramm, Bürgermeister Stephan Heckel-Michel, Pfarrer Peter Ahrens. Foto: Dieter Hübner  

Trebgast - Landrat Klaus Peter Söllner begann nach der musikalischen Begrüßung durch die Trebgaster Bläserformation Weibsblech seine Festansprache zum 40-jährigen Bestehen der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Trebgast: "Die VG Trebgast kann mit drei Mitgliedsgemeinden und über 4178 Einwohnern, sowohl statistisch als auch bezogen auf die hier geleistete Arbeit, als bayerische Muster-VG bezeichnet werden." Er bewunderte den zukunftsorientierten Weitblick der Vertreter der drei Gemeinden, die mit Wirkung vom 1. Januar 1977 eine Verwaltungsgemeinschaft gründeten. Die erste konstituierende Sitzung fand schon am 3. Januar statt.

Gründungsbürgermeister erinnert sich

Altbürgermeister: Neben dem Bezirkstagspräsidenten Henry Schramm und dem stellvertretenden Präsidenten der Regierung von Oberfranken, Thomas Engel, hatte sich mit Oskar Eichner, Siegfried Küspert (beide Trebgast), Alfred Baumgärtner (Harsdorf) und allen voran Hans Nützel (Ködnitz), auch eine große Schar von Altbürgermeistern eingefunden. Hans Nützel (Ködnitz) war neben Christian Kolb (Trebgast) und Adolf Fischer (Harsdorf) einer der drei Gründungsbürgermeister der VG.

Architekt der VG: "Der Architekt dieser VG war sicherlich der damalige Landrat Kurt Held", sagte Hans Nützel. "Von ihm kam der Vorschlag, denn er war damals bemüht, seine Gemeinden zusammenzuhalten. Jeder wollte ja erst einmal selbständig bleiben. Wir drei Bürgermeister waren vernünftig und unterstützten das Vorhaben von Anfang an."

Widerstand aus Ködnitz: Die Ködnitzer seien zwar erst nicht so begeistert gewesen, weil sie mit ihren Angelegenheiten nach Trebgast mussten. "Aber ich war vor Ort zwei Abende in der Woche für die Bürger da und hatte ihnen zugesichert, als Bindeglied zu fungieren und wo es möglich war, Verwaltungsvorgänge, zum Beispiel Ausweisverlängerungen, für sie in Trebgast mit zu erledigen. Das hat sich im Laufe der Zeit immer mehr minimiert und die Leute gewöhnten sich an die VG", sagt der Ködnitzer Altbürgermeister.

Anbau oder Neubau? Eine Diskussion habe es Anfang der 80er-Jahre gegeben, als ersichtlich wurde, dass das Trebgaster Rathaus zu klein wurde. Letztlich bestand Übereinstimmung, das historische Gebäude den neuen Erfordernissen anzupassen. Der Neubau an der Nordseite, in dem sich heute der große Sitzungssaal befindet, wurde 1986 eingeweiht. "Bei uns im Trebgast- und Weißmaintal hat es funktioniert. Das spürt man auch heute. Unsere drei Gemeinden sind zusammengewachsen", sagt Nützel.


Verwaltungsgemeinschaften sind Zusammenschlüsse benachbarter kreisangehöriger Gemeinden, wobei der Bestand der beteiligten Gemeinde aufrechterhalten bleibt. Sie sind in Bayern aus der kommunalen Gebietsreform in den 70er-Jahren entstanden. Die erste VG in Bayern wurde 1973 gegründet. Gegenwärtig existieren in Bayern 311 VG mit zusammen 982 Mitgliedsgemeinden. Nur durch diese Leistungsfähigkeit und Schlagkraft kann auch für kleinere Gemeinden Chancengleichheit gewährleistet werden. Im Landkreis Kulmbach befinden sich 13 der insgesamt 22 Kommunen unter dem Dach von fünf Verwaltungsgemeinschaften.

Der Landrat traf die klare Feststellung, dass zumindest hier in Trebgast der beschrittene bayerische Weg bei der Neugestaltung der kommunalen Landschaft zu großem Erfolg geführt hat. Es galt, eine Lösung zu finden, wie man kleinere Gemeinden selbstständig lassen konnte und trotzdem über eine schlagkräftige Verwaltung verfügen kann. "Diese große Chance wurde hier genutzt. Die positive Atmosphäre, die in der VG herrscht, strahlt offensichtlich auf die Funktionsträger und obersten Repräsentanten der Gemeinden aus", erkannte der Landrat an.

"Kommunale Selbstverwaltung wird bei uns großgeschrieben. Durch die kleinräumigen Einheiten, die wir im Landkreis haben, bleibt die Beziehung zu den Bürgern erhalten. Diese Bürgernähe ist ein Riesenvorteil." Grundlage für die örtliche Identität sei ein beeindruckendes bürgerliches Engagement. Und das äußere sich in allen Mitgliedsgemeinden der VG Trebgast auch durch ein reges Vereinsleben. "Die VG Trebgast mit ihrer Leiterin Karin Winkler genießt im Landratsamt einen guten Ruf. Ich bin sicher, dass unsere VG Trebgast in eine gute Zukunft gehen wird."

Gemeinschaftsvorsitzender Günther Hübner ging neben der VG-Entwicklung vor allem auf die Baumaßnahmen am Verwaltungsgebäude seit 2017 ein, die letztlich zu einer geringen zeitlichen Verzögerung der Geburtstagsfeier führten. Die Gesamtkosten für die KIP-Maßnahmen einschließlich des Außenaufzugs bezifferte Hübner auf 470 000 Euro. Neben der Auflösung von Rücklagen und einer Darlehensaufnahme trugen KIP-Fördermittel (Kommunales Investitions-Programm) wesentlich zur Finanzierung bei. "Der Kulmbacher Oberbürgermeister und der Landrat hatten einen maßgeblichen Anteil daran, dass auch das Trebgaster Verwaltungsgebäude bei der Verteilung der KIP-Mittel gut bedacht wurde", betonte der VG-Vorsitzende. Eines brachte Hübner deutlich zum Ausdruck: "Wichtig ist, dass die VG für die Bürgerinnen und Bürger gute Arbeit leistet. Als Gemeinschaftsvorsitzender kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass wir immer gemeinsam Lösungen für die uns gestellten Aufgaben finden." Er dankte seinen Amtskollegen Werner Diersch und Stephan Heckel-Michel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit: "Blicken wir dankbar auf das gemeinsam Erreichte, und gehen wir mit Zuversicht in die Zukunft."

Stellvertretender Regierungspräsident Thomas Engel bezeichnete die VG als ein Kind der Gebietsreform, und als eine bedeutsame Institution im bayerischen Kommunalrecht. Die bis dahin rund 3500 existierenden Orte in Bayern mit weniger als 500 Einwohnern seien damals nicht mehr in der Lage gewesen, die ständig wachsenden Aufgaben verwaltungstechnisch und finanziell zu bewältigen. Wenn der Wille zur Zusammenarbeit bestehe, sei die VG ein ideales Instrument für die Wahrung der Eigenständigkeit der Gemeinden.

"Was hier bereits vor 40 Jahren geschaffen wurde, hat die Kirche noch vor sich", sagte Pfarrer Peter Ahrens. Wichtig sei, dass "die Trechetzer, die Kengster und die Horschdorfer" weiterhin in ihren Gemeinden verwurzelt bleiben. Mit einem Gebet erbat er Gottes Segen für die Zukunft der VG und für die Menschen, die hier leben und arbeiten.

Mit "Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur. Freude, Freude, treibt die Räder in der großen Weitenuhr", einer Strophe aus der von Weibsblech intonierten Europahymne, beendete der Gemeinschaftsvorsitzende den offiziellen Teil und leitete zum Austausch über die vergangenen vier Jahrzehnte über.

Autor

Dieter Hübner
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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
17:34 Uhr

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04. 06. 2019
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