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Kulmbach

Vereine nehmen Zukunft in die Hand

Im Landratsamt haben sich rund 70 Vereinsvertreter bei Workshops fit gemacht, wie man neue Mitglieder gewinnen und "alte" motivieren kann, sich aktiv zu engagieren.



Gespräche und Erfahrungsaustausch am Rande der Workshops.
Gespräche und Erfahrungsaustausch am Rande der Workshops.   » zu den Bildern

Kulmbach - "Vereinstag - Vereine heute", unter diesem Motto hatte das "Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement" (KoBE) des Landkreises Kulmbach am Samstag in das Landratsamt eingeladen, und nahezu 70 Frauen und Männer folgten der Einladung. Keine Frage, dass die Verantwortlichen von der Resonanz überwältigt waren, allen voran Landrat Klaus Peter Söllner und Heike Söllner sowie Birgit Ziegler von KoBE. Der Vereinstag fand in Kooperation mit dem Landesnetzwerk "Bürgerschaftliches Engagement Bayern" statt, dessen geschäftsführender Vorstand Dr. Thomas Röbke auch mit vor Ort war. Es war ein kompakter Vereinstag rund um die erfolgreiche Zukunftsgestaltung im Verein und das Landratsamt Kulmbach hatte dazu kompetente Fachleute aus der Vereinsberatung und Engagementförderung zu Gast.

Dr. Thomas Röbke nahm die Einführung in das Thema "Vereine heute: Blühende Landschaften oder kurz vor dem Aussterben" vor. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Dr. Röbke in Praxis und Theorie mit Fragen das Ehrenamtes und des Freiwilligenengagements. 1997 gründete er das Zentrum "Aktiver Bürger" in Nürnberg, das zu den größten Freiwilligenagenturen in Deutschland gehört. Seit 2016 ist Dr. Thomas Röbke Vorsitzender des Sprecherrates des Bundesnetzwerkes "Bürgerschaftliches Engagement" und er hat auch familiäre Verbindung in den Landkreis Kulmbach, denn seine Schwiegereltern wohnen in Wirsberg.

Gefördert wurde die Veranstaltung aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Der "Vereinstag" findet in dieser Form bayernweit in diesem Jahr acht Mal statt und für Oberfranken war Kulmbach einer der Veranstaltungsorte. Gleich drei parallele Workshops zu wichtigen Themen des Vereinslebens wurden vormittags und nachmittags angeboten. Im Workshop 1 ging es um "Mitglieder gewinnen, begeistern und halten". Immer mehr Vereine und Initiativen konkurrieren um immer weniger Mitglieder. Viele Vereine haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie Mitgliederschwund, zu wenig Neueintritte, fehlendes Engagement der bestehenden Mitglieder sowie Überalterung von Mitgliedern oder Vorstandschaft. Referent Michael Blatz, freier Unternehmens- und Vereinsberater, beschäftigte sich unter anderem mit Fragen "Wie kann es gelingen, solche negativen Trends zu stoppen und umzukehren?", "Wie finden wir neue Mitglieder, die auch zu uns passen?" und "Wie können wir Vereinsmitglieder dazu motivieren, sich stärker zu engagieren und mehr Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen?".

Im zweiten Workshop ging es darum, Konflikte in Vereinen konstruktiv zu bewältigen, die oft unausweislich sind. Referent Bernd Borschel zeigte auf, dass nahezu alle Konflikte zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden können, wenn sie rechtzeitig erkannt und auch konstruktiv bewältigt werden können. Der Referent: "Das schont Zeit, Geld und vor allem Nerven." Neben Grundlagen in Konflikttheorie wurden viele Praxistipps vermittelt und ein Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten gegeben, wie Konflikte unter Einbeziehung Dritter gelöst werden könnten.

Der dritte Workshop beschäftigte sich damit, ehrenamtliche Teams erfolgreich zu leiten. Wie Referentin Eva Didion deutlich machte, kann Teamarbeit äußerst gewinnbringend sein: "Die Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen ergeben einen vielfältigen Kompetenzpool, die Zusammenarbeit macht Spaß und motiviert alle." Die Diplom-Kauffrau betonte, dass die Leitung eines Teams mit ehrenamtlich Engagierten aber auch Herausforderungen beinhalte. Da gehe es um die Frage, wie die Teammitglieder motiviert werden, wie für eine gute Kommunikation gesorgt werde und welche Rolle Leitung und einzelne Teammitglieder hätten.

Die Teilnehmer des "Vereinstages" zeigten sich dankbar für dieses Angebot. Mit Uwe Seehuber war auch ein Urgestein der ATS-Übungsleiter im Turnen dabei: "Ich bin bereits seit meinem dritten Lebensjahr bei den ATS-Turnern, wechselte zwischenzeitlich mal zu den Schwimmern und Fußballern und bin seit 30 Jahren wieder fest als Übungsleiter für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Turnhalle. Wir hatten im letzten Jahr das Problem, dass wir keinen Abteilungsleiter finden konnten, und ich seitdem kommissarischer Abteilungsleiter bin. Wir haben jetzt am 20. Oktober die nächste Wahl, und ich bin immer noch auf der Suche nach einem Abteilungsleiter." Uwe Seehuber bekam beim "Vereinstag" keine Antwort darauf, wer diese Lücke beim ATS schließen könnte, aber er lobte die Veranstaltung: "Man konnte sehen, wie machen es die anderen Vereine, was haben die für Ideen und wie gewinnen die Mitglieder. Der Austausch, die Informationen und die Ansprechpartner sind wichtig, wenn ich einmal ein Problem habe."

Seit genau 20 Jahren ist Tanja Reif in der DLRG-Ortsgruppe Kulmbach engagiert: "Ich bin mit sechs Jahren in den Verein eingetreten und bin auch schon seit zehn Jahren in der Jugendleitung tätig. Unser Problem ist, dass wir zwar bei den Schwimmkursen viele Kinder und Jugendliche haben, die aber danach nicht mehr bei uns bleiben. Wir machen ja auch Rettungseinsätze, ähnlich wie die Feuerwehr oder das THW. Dazu brauchen wir volljährige Ehrenamtliche, die sich für diese Aufgabe qualifizieren. Wir wollen den Tag heute mitnehmen, um vielleicht ein Projekt zu starten, um Mitglieder für diese Aufgabe zu gewinnen." Grundsätzlich zeigte sich Tanja Reif mit dem Verlauf des Vereinstages sehr zufrieden: "Es war sehr interessant, was wir da gehört haben und wir haben ein paar gute Tipps mitbekommen."

Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich dankbar, dass man im Landkreis Kulmbach auf eine sehr hohe Ehrenamtsquote bauen könne: "Mehr als 50 Prozent der Landkreisbevölkerung ist ehrenamtlich engagiert. Damit liegen wir an der Spitze in Bayern. Unsere Vereine prägen das Zusammenleben in den Ortschaften maßgeblich und diejenigen Personen, die im Verein an vorderster Stelle Verantwortung tragen, sind unentbehrliche Leistungsträger unserer Gesellschaft. Ohne solche Bürger ginge es nicht."

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
18:10 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
18:10 Uhr



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