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Kulmbach

Vom Exoten zum unentbehrlichen Helfer

Vor 20 Jahren hat Heike Köhler in Presseck einen privaten Pflegedienst gegründet. Schlug ihr anfangs Argwohn entgegen, wird sie heute mit Lob und Dank bedacht.



Der Pflegedienst "daheim" von Heike Köhler (Zweite von rechts) ist heute der größte Arbeitgeber in Presseck.	Fotos: Klaus Klaschka
Der Pflegedienst "daheim" von Heike Köhler (Zweite von rechts) ist heute der größte Arbeitgeber in Presseck. Fotos: Klaus Klaschka   » zu den Bildern

Presseck - "Wir sind für diejenigen da, die ihren Alltag körperlich nicht mehr alleine bewerkstelligen können und wir sind dort vor Ort, wo sie sich wohlfühlen - zu Hause." So beschreibt sich die ambulante und teilstationäre Pflegeeinrichtung von Heike Köhler in Presseck nur oberflächlich. Ihre eigentliche Basis ist das, was Landtagsabgeordneter Martin Schöffel beim Fest zum Rückblick auf 20 Jahre Pflegestation in Presseck als "unglaubliche Herzenswärme" bezeichnete. Erhard Hildner, zur Zeit der Gründung von "daheim" Bürgermeister in Presseck, sah die Basis des Unternehmens Köhlers ebenfalls persönlich in Gestalt der Chefin: "Sie strahlt Vertrauen aus - und sie will immer was erreichen."

Die private Pflegeeinrichtung ist inzwischen der größte Arbeitgeber in der Oberlandgemeinde und deckt fast den gesamten Bereich pflegerischer und betreuender Aktivitäten ab: ambulante Pflege, Tagesbetreuung, Unterstützung im Alltag, Hauswirtschaft, Fahrdienst, Sanitätsfachgeschäft und medizinische Fußpflege. Ein Pflegeheim wird nicht betrieben, denn Ausgangspunkt der Aktivitäten ist, dass Menschen, die der Hilfe bedürfen diese am liebsten in ihren eigenen, gewohnten vier Wänden bekommen wollen, wie Christina Flauder als stellvertretende Landrätin und Behindertenbeauftragte des Bezirks Oberfranken betonte. Und Bürgermeister Siegfried Beyer ergänzte an die Adresse von Heike Köhler gewandt: "Bereits bei der Diakonie hast du dir einen guten Ruf erworben, und was du machst, das kannst du."

Heike Köhler ist im Ruhrgebiet geboren, aber in Presseck aufgewachsen. Bereits als Kind kam sie mit Sterbebegleitung in Berührung, machte die Ausbildung als Krankenschwester, dann zur Altenpflegerin, zur gerontologischen Fachkraft, in der Palliativbetreuung, schließlich zur Diplompflegewirtin. Weitere Ausbildungen im Zuge der Unternehmenserweiterungen im Sanitäts- und Taxigewerbe folgten.

Den Erfolg des Hauses am Pressecker "Sonnenhang" möchte Heike Köhler für sich nur stellvertretend, jedoch absolut nicht auf sich alleine "sitzen lassen". Denn: "Wir gehen einen gemeinsamen Weg", sagte sie in der firmeninternen Vorfeier den Angestellten. "Ich bin nichts ohne euch." Und mit jedem Einzelnen erinnerte sie sich an die ganz persönlichen Vorgeschichten und Bindungen, die sie, teils bereits seit ihrer Kindheit, hat. Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit sei immer das persönliche Engagement eines jeden der Belegschaft, zu der aber auch der Rückhalt aus der jeweiligen Familie kommen müsse. Dazu zählte sie auch den Rückhalt aus der eigenen Familie, den sie durchaus manchmal nötig brauche, erzählte Ehemann Karsten andeutungsweise aus dem familiären Nähkästchen.

Der Start des Unternehmens im Jahr 1999 war nicht unbedingt einfach, blickte Heike Köhler zurück. Damals gab es noch keine Pflegekasse, und man sei im Dorf durchaus skeptisch gewesen, ob eine private Einrichtung "es" genauso könne wie eine, hinter der die Kirchen stehen. Argwohn, ihr ginge es nur ums Geld, sei deutlich zu spüren gewesen. Dennoch schien ihr das Wagnis einer Unternehmensgründung im Pflegebereich nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Der Beginn mit 27 Patienten binnen kurzer Zeit gab ihr recht. Inzwischen haben sich die Zeiten drastisch geändert. Die Herausforderung im Pflegebereich sei heute nicht, Patienten zu gewinnen, sondern das Personal zu finden, das sich um diese kümmert, sagte die Chefin. Deshalb appellierte Köhler an jeden einzelnen der im Unternehmen Tätigen, den Weg gemeinsam fortzusetzen. Sie stellte fest: "Was ihr macht, ist nicht für die Firma, sondern für die Leute, die uns brauchen."

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
17:32 Uhr

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
17:32 Uhr



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