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Kulmbach

Von der Ruine zum Schmuckstück

Die alte Schmiede in Altdrossenfeld erstrahlt in neuem Glanz. Das verdankt sie dem früheren Opernsänger Richard Rost.



Sie freuen sich über die gelungene Restaurierung: Rainer Schimpf, früherer Verwaltungsleiter der Gemeinde Neudrossenfeld, Denkmalpflegerin Martina Schwarz, Statiker Ulrich Barnikol-Oechsler, Bürgermeister Harald Hübner, Besitzer Richard Rost und Irmgard und Klaus Pastner vom gleichnamigen Architekturbüro (von links).
Sie freuen sich über die gelungene Restaurierung: Rainer Schimpf, früherer Verwaltungsleiter der Gemeinde Neudrossenfeld, Denkmalpflegerin Martina Schwarz, Statiker Ulrich Barnikol-Oechsler, Bürgermeister Harald Hübner, Besitzer Richard Rost und Irmgard und Klaus Pastner vom gleichnamigen Architekturbüro (von links).   » zu den Bildern

Altdrossenfeld - Sie war in einem erbarmungswürdigen Zustand, zuletzt eine Ruine, stand kurz vor dem Abriss: die historische Schmiede neben dem Landhotel Schnupp. Und jetzt erstrahlt sie im neuem Glanz. Der Retter heißt Richard Rost, Opernsänger im Ruhestand und "Jungrentner", wie er sich scherzhaft nennt. Mit einer kleinen Feier weihte er nun sein neues Domizil ein.

Er erzählt, wie es dazu kam, das Bauwerk zu erhalten. "Zehn Jahre lang, wenn ich bei den Bayreuther Festspielen mitwirkte, bin ich daran vorbeigefahren, sah den Verfall und interessierte mich für das Gebäude. Ich erkundigte mich in der Gemeinde beim früheren Verwaltungsleiter Rainer Schimpf über die Geschichte des Hauses. Dann stand für mich fest: Es darf nicht sterben". Erstmals urkundlich 1594 erwähnt, diente es im 17. Jahrhundert nach dem 30-jährigen Krieg bis in die 1960er-Jahre als Schmiede, war ein markanter Punkt von Altdrossenfeld. Und nun stand es fast 30 Jahre leer. "Ich kaufte das Haus von der Familie Schnupp und es begann eine aufwendige Restaurierungsarbeit, die drei Jahre dauerte", sagte Rost. Denn das unter Denkmalschutz stehende Juwel musste behutsam neu gestaltet werden, vieles Alte erhalten bleiben.

Auf 150 Quadratmetern in zwei Stockwerken präsentieren sich ein individuell gestalteter Wohnraum und zwei Schlafzimmer, ein Portal, dazu stilvoll integrierte sanitäre Einrichtungen. Alles wirkt sehr rustikal, die 250 Jahre alte Bohlendecke ist freigelegt, genauso wie die preußische Kappendecke, das Natursandsteingewölbe sowie Tür- und Fenstereinfassungen. Ein alter Kamin gibt im Erdgeschoss dem Ganzen noch die besondere Note. Die Liebe zum Detail ist überall spürbar. "Jetzt, wo alles fertig ist, hoffe ich, dass andere Leute auch den Mut haben, Historisches für die Nachwelt zu bewahren", sagt Richard Rost und fügt etwas nachdenklich an: "Es hat aber schon Nerven und viel Geld gekostet, weil verschiedene Bauphasen und Bauweisen von früher samt den Materialen beachtet werden mussten. Aber ich habe durchgehalten." Die alte Schmiede will der in der Ostschweiz lebende Künstler als eigene Ferienwohnung nutzen und sie im Sommer auch an Mitwirkende der Bayreuther Festspiele vermieten.

Richard Rost bedankte sich besonders für die Mittel aus der Städtebauförderung, für die Unterstützung der Denkmalbehörden in Kulmbach und München sowie der Oberfrankenstiftung. Außerdem hätten das Bayreuther Architekturbüro Pastner und Denkmalpflegerin Martina Schwarz aus Kulmbach, der Neudrossenfelder Statiker Ulrich Barnikol-Oechsler und die Handwerker großartige Arbeit geleistet. Bürgermeister Harald Hübner nannte die alte Schmiede ein Schmuckstück, das das Straßenbild von Altdrossenfeld aufwertet. "Fühlen Sie sich wohl in dem alten, neuen Haus", sagte Hübner.

Autor

Horst Wunner
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Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
17:26 Uhr

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Horst Wunner

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15. 04. 2019
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