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Kulmbach

Von der Würde der Kommunalpolitik

100 Jahre SPD-Ortsverein: Der ehemalige Staatsminister Günter Verheugen zieht seinen Hut vor den Kupferberger Genossen.



Treue Mitglieder aus den SPD-Ortsvereinen Kulmbach, Mainleus, Neuenmarkt und Kupferberg haben beim SPD-Kreistreffen aus Anlass des Jubiläums "100 jahre SPD-Ortsverein Kupferberg" SPD-Kreisvorsitzende Inge Aures und der ehemalige Staatsminister Günter Verheugen geehrt. Foto: Werner Reißaus
Treue Mitglieder aus den SPD-Ortsvereinen Kulmbach, Mainleus, Neuenmarkt und Kupferberg haben beim SPD-Kreistreffen aus Anlass des Jubiläums "100 jahre SPD-Ortsverein Kupferberg" SPD-Kreisvorsitzende Inge Aures und der ehemalige Staatsminister Günter Verheugen geehrt. Foto: Werner Reißaus  

Kupferberg - Die große Frage, ob das Konzept der Volksparteien ausgedient hat, stellte sich der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Günter Verheugen bei der 100-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins Kupferberg am Freitagabend in der Stadthalle. Abschließend zu beantworten vermochte er sie aber in seiner Festrede beim damit verbundenen SPD-Kreistreffen nicht. Die Wahlergebnisse scheinten den Trend weg von der Volkspartei aber zu bestätigen.

Ehrungen

Ortsverein Kulmbach: 25 Jahre: Werner Müller. 40 Jahre: Christina Flauder, Hans-Georg Hellmann. 50 Jahre: Dieter Fischer. 65 Jahre Reinhardt Baumgartner.

Ortsverein Mainleus: 50 Jahre: Rudi Fischer.

Ortsverein Neuenmarkt: 40 Jahre: Heinz Kienzle.

Ortsverein Kupferberg: 25 Jahre: Peter Hahn und Elisabeth Ströhlein.


Die Begrüßung der Gäste teilten sich SPD-Ortsvorsitzender und dritter Bürgermeister Volker Matysiak und Landtagsabgeordnete Inge Aures. Matysiak, der sich vom Besuch des Jubiläumsabends überwältigt zeigte, betonte, dass die "alte Dame SPD Kupferberg" einen lange Geschichte habe: "Eine Zeit mit vielen starken Persönlichkeiten hier in Kupferberg. Eine davon war unser Ehrenbürger Ignaz Stocker, der im letzten Jahr leider verstorben ist." Der SPD-Ortsvorsitzende warf auch einen Blick auf die Novemberrevolution in Bayern am 7. November 1918: "Die Ausrufung des Freistaates und die Abschaffung der Monarchie waren deswegen möglich, weil die SPD über Jahrzehnte dies in ihren Strukturen vorbereitet hat." Matysiak rief dazu auf, sich auch in Zukunft nicht von richtigen Überzeugungen nicht abbringen zu lassen: "Wir müssen den Mund aufmachen, aktiv werden und kämpfen, wenn es um Ungerechtigkeit und soziale Ungleichheit geht, aber vor allem, wenn unsere Demokratie bedroht ist, sie ist unser höchstes Gut, das wir seit 100 Jahren haben."

SPD-Kreisvorsitzende Aures freute sich darüber, dass die Vereine und Verbände der Stadt Kupferberg gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein dieses Jubiläum feiern und stellte der Bergstadt ein gutes Miteinander aus. Die SPD in Kupferberg habe immer ein großes Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sich aktiv in die Stadtpolitik eingeschaltet.

Bürgermeister Alfred Kolenda (UWK) verwies in seinem Grußwort darauf, dass die SPD die älteste demokratische Partei Deutschlands ist: "Seit 150 Jahren setzen sich die Sozialdemokraten für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie ein. In diesen Jahren war sie immer auch Teil einer internationalen Freiheitsbewegung, obwohl es nicht immer leicht war. In ihrer 100 jährigen Geschichte haben auch die Kupferberger Mitglieder sicherlich dazu beigetragen. Hierfür gilt unser Respekt und Dank."

Aus der Chronik des SPD-Ortsvereins Kupferberg berichtete Altbürgermeister Rudi Matysiak: "100 Jahre SPD in Kupferberg, das waren 100 Jahre mit Höhen und Tiefen und mit Rückschlägen, aber auch 100 Jahre sozialpolitische Tätigkeit zum Wohle der Bürger unserer Stadt." Die positive Entwicklung der SPD in Kupferberg beginnt mit Franz Brendel, Johann Höhn und Johann Prechtel. Diese Gründungsmitglieder wurden aber von der Bevölkerung der Stadt sehr skeptisch betrachtet, weil es in dieser Zeit nur die Bayerische Volkspartei als einzige politische Kraft in der Stadt gab.

Bei den Kommunalwahlen 1972 errang die SPD erstmals die Mehrheit im Stadtrat. Die kontinuierliche Aufbauarbeit erreichte dann am 20. März 1988 ihren Höhepunkt, als mit Rudi Matysiak ein SPD-Bürgermeister an die Spitze der Stadt gewählt wurde. Nicht unerwähnt ließ Rudi Matysiak, dass es wenige Jahre nach den Kommunalwahlen 1990 im Ortsverein zu internen Meinungsverschiedenheiten um das Amt des zweiten Bürgermeisters kam. Die Mitgliederzahl halbierte sich und die ausgetretenen Mitglieder formierten sich zu einer neuen, örtlichen politischen Kraft, der "Unabhängige Kupferberger Wähler" (UKW). Seit September 2014 führt Volker Matysiak den SPD-Ortsverein und vertritt mit Dr. Anke Emminger und Silvia Turbanisch die SPD-Fraktion im Stadtrat.

In seiner Festrede ging Günter Verheugen kurz auf die Geschichte der SPD Kupferberg ein und erwähnte die Männer und Frauen, die über die zurückliegenden 100 Jahre immer wieder angepackt haben: "Viel Spaß kann man bei einer Parteiarbeit in der untersten Ebene nicht erwarten. Wenn es in der Politik überhaupt noch irgendwo reinen Idealismus gibt, wenn irgendwo noch Politik gemacht wird, ohne dass diejenigen, die es machen, in irgendeiner Weise an ihr persönliches Weiterkommen oder politischen Vorteil denken und nichts selber für sich erwarten können, sondern nur für die anderen, dann ist das die Arbeit an der untersten, der örtlichen Ebene."

Und zu dieser Arbeit gehört nach den Worten Verheugens sehr viel Charakterstärke und Standfestigkeit, um so ein Amt durchzustehen, wenn man zum Beispiel eine Wahl verloren hat oder die Wähler es nicht verstanden haben, wie gut man es mit ihnen meint. Und wenn diese Arbeit wie der SPD-Ortsverein Kupferberg über 100 Jahre macht, dann ist das eine Leistung, vor der Günter Verheugen den Hut zog: "100 Jahre diese Arbeit zu leisten, das ist alle Anerkennung wert und ich gratuliere von Herzen."

Günter Verheugen hielt auch ein leidenschaftliches Plädoyer für den Klimaschutz. Wer dies verkenne und die Tatsachen leugne, dass es die Menschen sind, die verantwortlich sind für Klimawandel und Artensterben, der begehe ein Verbrechen an den Generationen nach uns. "Es ist unvorstellbar, dass es immer noch Menschen gibt, die das nicht sehen wollen. Wir als Europäer müssen den Schritt tun von der regionalen zur urbanen Kooperation. Das wird nicht gelingen, wenn wir nicht zuerst unseren eigenen Kontinent in Ordnung bringen. Dann müssen wir darauf vertrauen, dass diese großen Menschheitsprobleme gemeinsam gelöst werden."

Grußworte sprachen noch Landtagsabgeordneter Klaus Adelt, Bezirksrat Holger Grießhammer und der Europakandidat der SPD, Martin Lücke. Die Vertreter der örtlichen Vereine und Verbände sowie die benachbarten SPD-Ortsvereine und SPD-Unterbezirksvorsitzender Simon Moritz gratulierten und überreichten Geldspenden.

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Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
17:36 Uhr

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Werner Reißaus

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12. 05. 2019
17:36 Uhr



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