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Kulmbach

Vor der Session heißt es schwitzen

Das Weiberballett aus Stadtsteinach hat sich aus einem Frauenstammtisch heraus gegründet. Aus einer Schnapsidee ist eine feste Größe im Stanicher Fasching geworden.



Das Stanicher Weiberballett arbeitet an der Choreographie für den neuen Schautanz. Die Kostüme sind noch streng geheim. Foto: Gabriele Fölsche
Das Stanicher Weiberballett arbeitet an der Choreographie für den neuen Schautanz. Die Kostüme sind noch streng geheim. Foto: Gabriele Fölsche  

Stadtsteinach - Der Ghettoblaster beschallt die Steinachtalhalle mit einem Schlager. Nur wenige Sekunden später wechselt der Rhythmus in einen schnelleren Takt. Die Frauen auf der Bühne bewegen sich schwitzend zu den Rhythmen. Vor ihnen tanzt Trainerin Verena Ramming, die die Choreographie erarbeitet und somit bereits verinnerlicht hat. Sie zählt vor: "Eins, zwei, drei, vier. Ziehen, ziehen!" Bis dahin klappt der Tanz bereits gut. Doch dann wird es für die eine oder andere Tänzerin schwieriger. "Schritt, Kick. Beine zu, auf, zu. Stehen." Eine der Frauen sagt: "Ich komm da nicht rein." Die andere hat es heute im Kreuz.

Kartenbestellung

Karten für die Sitzungen können ab sofort bei Hansi Hümmer unter der Telefonnummer 09225/800230 oder unter 0170/3357099 sowie über Andy Sesselmann, 09225/8333 oder 09221/50000 sowie 0172/6332382 und über die Homepage www.fg-stadtsteinach.de, bestellt werden. Kartenausgabe ist am Sonntag, 15. Dezember, von 10 bis 12 Uhr, sowie am Montag, 16. Dezember, von 18 bis 20 Uhr im Vereinsheim der FG am Marktplatz. Karten für den Gardenachmittag können über die Trainerinnen bestellt werden. Die erste Prunksitzung ist am 11. Januar, die zweite Prunksitzung am 18. Januar, Weiberfasching am 21. Februar und Narrentreiben am 23. Februar.


Es ist schon ein illustrer Haufen, der da auf der Bühne steht und mit Nachdruck an dem neuen Tanz der Weiber arbeitet. Beim ersten Auftritt der Session am 11. Januar wird nichts mehr zu sehen sein von den kleinen Pannen.

"Wir wollen Ende November mit dem Einstudieren der kompletten Choreographie fertig sein, dann geht es noch an den Feinschliff", sagt Verena Ramming, die sich selbst in Sachen Tanz als Perfektionistin bezeichnet. Mit welchem Thema die Gäste der Prunksitzungen heuer überrascht werden, ist noch streng geheim. Aber nach den Räubern, Holländerinnen oder dem Kartenspiel kann man sich sicher wieder auf farbenfrohe, fulminante Kostüme und einen Tanz mit witzigen Elementen freuen. Und diese hat Trainerin Verena Ramming erarbeitet.

"Zeit habe ich eigentlich wenig, deshalb arbeite ich am Wochenende an Schritten und Formationen. Meist kommt mir dann vor dem Einschlafen im Bett noch eine Idee", sagt die 36-Jährige, die ein Urgestein des Stadtsteinacher Faschings ist. Sie erinnert sich heute mit einem Lachen daran, dass sie damals als zirka Sechsjährige an einem Gardenachmittag als Einzeltänzerin als jaulender Pudel auf die Bühne geschickt wurde. Doch das ist Geschichte. Heuer hat sich das Weiberballett etwas verjüngt. Denn die legendären Weiber Marga und Inge haben mit 70 Jahren aufgehört. Die nächste wird Waltraud sein, die die die Formation verlässt. Seit über 20 Jahren tanzt sie in der Gruppe. "Ich bin jetzt 62, quasi das letzte Weib und höre im nächsten Jahr auf. Die Gruppe verjüngt sich."

Die Stadtsteinacherin erzählt, dass sich die Showtanzgruppe aus dem Stadtsteinacher Weiberstammtisch gegründet hat: "Irgendwann hatten wir beschlossen, mit dem Tanzen anzufangen. Auftritte gab es damals nur zum Weiberfasching. Nach und nach hat es sich ergeben, dass wir zur Faschingsgesellschaft gekommen sind", erinnert sie sich. Und sie lobt den guten Zusammenhalt und auch die legendären Ostseefahrten. Das Zauberwort löst bei den Aktiven ein fröhliches Lachen aus. Man muss wohl Insider sein, um das zu verstehen.

Woraus sich der Name der Tanzgruppe ableitet, erklärt sich fast schon von selbst. Weiberstammtisch - Weiberballett. Und keine der Frauen stört sich daran. Sie sagen unisono: "Uns gefällt das. Wir wollen doch nicht das Damenballett sein."

Susi Schramm aus Stadtsteinach tanzt seit 15 Jahren bei den Weibern. Die 56-Jährige sagt: "Beim Training bekomme ich den Kopf frei." Und das, obwohl die Chefin des Fruchthofs Schramm auch während des Trainings ab und zu eine Bestellung annehmen muss. Die jüngste der Runde ist neben Verena Ramming Gabi. Die 36-Jährige gehört zu den sechs neuen Weibern, die jetzt die Truppe komplettieren. "Meine Tochter tanzt in der Minigarde, und ich habe mir schon immer vorstellen können, beim Weiberballett mitzumachen. Jetzt bin ich da. Das Training ist schon anstrengend und man kommt ins Schwitzen."

Dann verrät Gabi: "Ich habe mir gleich mal die Bänder am Fuß gerissen", und zeigt auf die Bandage um ihren Knöchel. Und das alles trotz Aufwärmübungen. Die weiteste Anfahrt hat Tanja. Die gebürtige Stadtsteinacherin tanzte schon bei Evi Hofmeister in der Purzelgarde. Heute lebt sie in Erfurt und kommt zweimal in der Woche zum Training. "Ich fahre einfach knapp zwei Stunden nach Stanich. Aber hier bin ich aufgewachsen und habe meine Freundinnen. Ich kann das Tanzen einfach nicht lassen und möchte in keinen anderen Verein."

Auch die Schwester der Trainerin, Eva Werner, ist für immer mit dem Tanzvirus infiziert: "Ich habe mit vier Jahren hier angefangen. Nachdem ich nun Familie habe und in Thurnau wohne, könnte ich ein Traineramt nicht mehr übernehmen. Es ist entspannt, wenn man ohne Verantwortung zum Proben kommen kann." Dann soll die Probe weiter gehen, doch leider passiert ein Missgeschick und der USB-Stick mit den Musikstücken zerbricht. Das hält Verena Ramming nicht ab, mit ihren Mädels weiter zu proben: "Und, eins, zwei, drei, vier. Ziehen, ziehen…."

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
00:00 Uhr

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Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
00:00 Uhr



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