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Kulmbach

Waidmänner als Bewahrer der Natur

Der Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach sorgt sich wegen der Afrikanischen Schweinepest. Sie ist eine Gefahr nicht nur für die Wildschweine.



Im Zeichen von Ehrungen stand die Hauptversammlung des Jagdschutz-und Jägervereins. Unser Bild zeigt die Geehrten mit Vorsitzendem Peter Müller (Zweiter von links), seinem Stellvertreter Otto Kreil (rechts dahinter), Landrat Klaus Peter Söllner (vordere Reihe, Dritter von links), Landtagsabgeordnetem Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (rechts dahinter) und Oberbürgermeister Henry Schramm. Foto : Klaus Rößner
Im Zeichen von Ehrungen stand die Hauptversammlung des Jagdschutz-und Jägervereins. Unser Bild zeigt die Geehrten mit Vorsitzendem Peter Müller (Zweiter von links), seinem Stellvertreter Otto Kreil (rechts dahinter), Landrat Klaus Peter Söllner (vordere Reihe, Dritter von links), Landtagsabgeordnetem Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (rechts dahinter) und Oberbürgermeister Henry Schramm. Foto : Klaus Rößner  

Kulmbach - Ist der Jäger ein kaltherziger Mensch, der aus reiner Mordlust tötet? Dieses Klischee war weder in der Vergangenheit zutreffend noch ist es in der Gegenwart. Der Waidmann sieht sich vielmehr als Bewahrer der Natur. Heutzutage aber kommt ihm eine noch weitreichendere Bedeutung zu: Er erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Das wurde deutlich bei der Hauptversammlung des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach.

Ehrungen

Die Hauptversammlung des Jagdschutz- und Jägervereins stand im Zeichen von Ehrungen. Jürgen Weißmann, beim BJV verantwortlich für das Bläserwesen, zeichnete Holger Christiansen für 25-jähriges Engagement mit der Treuenadel in Gold aus. Heinz Josef Vinders erhielt das Pendant mit Eichenkranz in Silber. Eine besondere Würdigung wurde Karl-Ludwig Freiherr von Künßberg zuteil. Er engagiert sich seit 75 Jahren im Jagdwesen und erhielt dafür die Treuenadel des Landesjagdverbandes.

Weitere Auszeichnungen:

25 Jahre Zugehörigkeit: Peter Korpilla, Heinrich Rauh, Manfred Werner, Klaus Dieter Escher, Karl-Heinz Hasenfuß, Roland Scherm.

40 Jahre: Hubert Heerwagen, Dr. Bernd Eberhard Knetsch, Holger Lutz.

50 Jahre: Dr. Hans Welzbacher, Dr. Theo Reuschel, Rudi Eber, Adolf Pfeiffer, Dr. Hans Reich.


Die Grünröcke sind mehr und mehr für die Schadensabwehr verantwortlich. Die Afrikanische Schweinepest, die bereits vor den Toren Bayerns in Tschechien festgestellt wurde, bedroht nicht nur die heimischen Wildschweine. Wenn sie Einzug hält in die Ställe der Bauern, kommt dies einer Katastrophe gleich. Der gesamte Bestand müsste gekeult werden. "Die Afrikanische Schweinepest macht uns große Sorgen. Sie ist eine immense Gefahr für die Landwirtschaft", konstatierte Landtagsabgeordneter Ludwig Freiherr von Lerchenfeld bei dem Treffen im Kulmbacher Brauerei-, Bäckerei- und Gewürzmuseum.

Der Heinersreuther Baron gab sich aber zuversichtlich, dass die hiesigen Waidmänner die Situation im Griff haben. In jüngster Zeit seien so viele Wildsauen wie noch nie erlegt worden, um der Seuche, aber auch dem Schwarzwildproblem zu begegnen. Und dennoch lege die Population der Schwarzkittel nach wie vor weiter zu.

Beifall erhielt der Redner für die Aussage, dass der Wolf in der bayerischen Kulturlandschaft nichts verloren habe. Im Freistaat seien drei Pärchen bekannt: "Wenn die sich vermehren, dann schauen wir arm aus." Der CSU-Politiker warnte vor Zuständen wie beispielsweise in Niedersachsen, wo rund 160 Wölfe leben und Jagd auf Rinder machen, die sie "bei lebendigem Leib auffressen".

An die Worte seines Vorredners knüpfte Oberbürgermeister Henry Schramm an. Bezüglich der Unterschutzstellung von Meister Isegrim durch die EU-Gesetze sagte er: "Brüssel hat nicht immer Recht." Er unterstrich wie wenig später auch Landrat Klaus Peter Söllner den Stellenwert der Jäger: "Ohne Jagd geht es nicht."

Der Landrat maß den Waidmännern eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung bei: Sie seien Kulturträger, Naturschützer, träten der Afrikanischen Schweinepest entgegen und nähmen sich der Schwarzwildproblematik an. Eine potenzielle Ausbreitung der Seuche nannte Söllner eine "Katastrophe für unser Land und die Landwirtschaft".

Ähnliche Gedanken formulierte Peter Müller, der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins. Der Waidmann sehe sich als anwaltschaftlicher Vertreter der Tierwelt und trage große Verantwortung für den Lebensraum. Hinzu komme seine Funktion als Krisenmanager, wenn es - wie jetzt - um die Abwehr relevanter Gefahren geht.

Den Geschäftsbericht legte stellvertretender Vorsitzender Otto Kreil vor. Besonders erfreulich: Der Verein konnte seine Mitgliederzahlen nicht nur halten, sondern steigern. Aktuell gehören dem Zusammenschluss 327 Frauen und Männer an, davon 28 Aktive der beiden Bläsergruppen.

Eine Besonderheit ist die finanzielle Hilfe des Vereins für Hundebesitzer, deren Tiere bei der Jagd verletzt werden oder umkommen. In Presseck entsteht mit Unterstützung des Kreises und der Gemeinde eine Abgabestelle für Konfiskat (tierischer Jagd-Abfall), wofür der Redner allen Beteiligten dankbar war.

Darüber hinaus ergab sich aus dem Rechenschaftsbericht eine Fülle von Veranstaltungen, die der Verein durchgeführt hat. Dazu zählten unter anderem die Infoveranstaltung "bjv digital", die Hegeschau im Schützenhaus Stadtsteinach, der Besuch diverser Hegeringversammlungen oder auch die Fahrt zur Schießanlage Bockenberg. Diese wird heuer erneut stattfinden.

Die Finanzen des Vereins sind solide, wie sich aus dem Rechenschaftsbericht des Kassiers Dr. Andreas Schmidt ergab.

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Klaus Rößner
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Veröffentlicht am:
12. 03. 2018
18:16 Uhr

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Klaus Rößner

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Veröffentlicht am:
12. 03. 2018
18:16 Uhr



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