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Kulmbach

Weltreise zum kleinen Jubiläum

Salem in Stadtsteinach feiert heuer mit zahlreichen Veranstaltungen 60-jähriges Bestehen. Doch es gibt auch einen Wehmutstropfen - das Gästehaus schließt zum 22. Oktober.



Machen Lust auf die Jubiläumsveranstaltungen: die Salem-Geschäftsführer Gerhard Lipfert, Samuel Müller und Heiko Weiß.	Foto: Gabriele Fölsche
Machen Lust auf die Jubiläumsveranstaltungen: die Salem-Geschäftsführer Gerhard Lipfert, Samuel Müller und Heiko Weiß. Foto: Gabriele Fölsche  

Stadtsteinach - "Es wird ein Jahr voller Höhepunkte", sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Samuel Müller während der Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Das Jubiläumsprogramm "60 Jahre Salem in Stadtsteinach" startet bereits am kommenden Freitag mit dem Konzert des preisgekrönten Singer-Songwriters Clemens Bittlinger, der im Lindenhof zusammen mit Adax Dörsam und David Kandert auftreten wird.

"Der Eintritt für das Konzert beträgt symbolische 60 Cent; alle weiteren Jubiläums-Veranstaltungen sind ohne Eintritt und Anmeldung zugänglich", erläutert der Sohn von Salemgründer Gottfried Müller. Und fügt an, dass zum Auftritt des Liedermachers nur noch einzelne Plätze zur Verfügung stehen. Am 16. Juli geht es im Veranstaltungsreigen weiter mit Meisterwerken der Violine, interpretiert von Professor Michael Gruber, der auf seiner fast 350 Jahre alten Violine die Zuhörer verzaubern wird. "Er ist ein langjähriger Salem-Freund aus Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Professor Gruber gab Konzerte in 110 Staaten aller Kontinente", verspricht Samuel Müller ein faszinierendes Erlebnis.

Unter dem Motto "60 Jahre Salem - weltweit für den Frieden tätig", steht der Russland-Tag, der am 8. Juli gefeiert wird. So wird nicht nur eine Foto-Ausstellung der Dorfleiterin von Salem-Raduga zu sehen sein, sondern auch ein Auftritt der russischen Tanzgruppe, deren Akteure allesamt Salem-Kinder aus dem Oblast Kaliningrad sind. Am späteren Nachmittag können Interessenten mit dem langjährigen Weggefährten von Gottfried Müller, Gerhard Lipfert, auf dem Spuren des Salem-Gründers eine Wanderung unternehmen. Am Abend bringt Lipfert zusammen mit Anna Engel den Zuhörern die abenteuerliche Salem-Historie "Salem-Friedensbrücke zwischen Russland und Deutschland" näher.

Das Wochenende am 22. und 23. Juli steht ganz im Zeichen Afrikas. Bereits um 10 Uhr wird Gertrud Schweizer-Ehrler zu dem Thema "Flucht oder Perspektiven schaffen im eigenen Land? Lebensbedingungen in Uganda und Togo und Möglichkeiten zu bleiben - wie Salem in Uganda bereits seit 1981 Fluchtursachen bekämpft, referieren. Neben einer Ausstellung von Alltagsgegenständen finden auch ein Verkauf von afrikanischem Kunsthandwerk, Kleidung oder Büchern statt. Zudem werden traditionelles Chapati-Backen und afrikanischer Tee und Kaffee angeboten.

Das bunte Kinderprogramm startet am Samstag um 15 Uhr. Zudem wird am Abend Uganda in Bild und Ton vorgestellt. Am Sonntag findet ein afrikanischer Gottesdienst im Andachtsraum statt. "Wir haben noch weitere Veranstaltungen in Planung, deren Termine wir rechtzeitig bekannt geben", sagte Samuel Müller.

Einen beeindruckenden Abriss über die Gründung und die Tätigkeit der international gemeinnützigen GmbH gab der Geschäftsführer Gerhard Lipfert. Er führte aus, dass Salem nicht nur in Deutschland, sonder auch weltweit in den Bereichen Soziales, Entwicklungszusammenarbeit, Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie im Bereich Umwelt, Natur und Tierschutz tätig ist.

"Gottfried Müller war im Krieg als Geheimagent tätig. Mehrfach musste er um sein Leben fürchten, sollte hingerichtet werden. Er schwor sich, wenn er überlebt, dann stellt er sein Leben in den Dienst des Friedens", so Lipfert. So gründete Gottfried Müller 1957 in Stuttgart Salem. Er begann mit der sozialen Arbeit in Deutschland und war an sozialen Brennpunkten tätig. Er bot Hilfe für Obdachlose und Strafentlassene. Dann verlagerte er seinen Tätigkeitsschwerpunkt hin zur Kinder- und Jugendarbeit.

Heute beschäftigt Salem in Deutschland an drei Standorten rund 140 Personen. Außerhalb arbeitet die Organisation in den Ländern Ecuador, Russland, Togo und Uganda. Derzeit ist Salem dabei, das betreute ambulante Einzelwohnen auszubauen. "Wir suchen derzeit weitere Mitarbeiter im Sozialpädagogischen- und Verwaltungsbereich", informierte Geschäftsführer Heiko Weiß. Und er erläuterte, dass das Gästehaus, das nunmehr im Oktober geschlossen wird, nur ein Bereich von Salem ist, das seinen Worten zu Folge, weitaus mehr Aufgaben hat.

Samuel Müller sagte sichtlich bewegt: "Die Schließung des Gästehauses ist hart - aber alternativlos", und führte den geplanten Bau der Umgehungsstraße an. "Wir haben eine Sorgfaltspflicht für unsere Gäste, es funktioniert nicht, wenn die Umgehung zehn oder zwölf Meter neben deren Bett vorbei führt." Zudem führte der Geschäftsführer aus, dass zum Jahresende einige Mitarbeiter das Rentenalter erreichen. "So können wir die Schließung sozialverträglich gestalten." Im Lindenhof sind derzeit noch 15 Mitarbeiter beschäftigt. "Drei von unseren Halbtagskräften trifft es schwerer, dass sie nicht weiterbeschäftigt werden können", erläuterte Müller.

Jürgen Machulla von Pro Stadtsteinach bezeichnete den Bau der neuen Straße als "Umweltzerstörung, die irrsinnig und überflüssig ist." Stadtrat Knut Espig sagte, dass in Stadtsteinach der Begriff Sabbatjahr - damit impliziert man ein Jahr Auszeit - kursieren würde. Samuel Müller antwortete: "Nächstes Jahr wollen wir uns die Zeit nehmen,
um abzuwägen, was wie weiter geht."

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
28. 06. 2017
21:48 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2017
21:48 Uhr



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