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Wer länger lebt, ist später tot

Der Neuenmarkter Autor Gerd Reuther veröffentlicht im September sein neues Buch. Darin beschreibt der Mediziner die Grundlagen für ein möglichst langes Leben.



Dr. Gerd Reuthers zweites Buch "Die Kunst, länger zu leben" erscheint am 10. September. Foto: Klaus Klaschka
Dr. Gerd Reuthers zweites Buch "Die Kunst, länger zu leben" erscheint am 10. September. Foto: Klaus Klaschka   » zu den Bildern

Neuenmarkt - Gerd Reuther, Jahrgang 1959, Facharzt mit Lehrbefugnis für Radiologie, setzt sich nach 30 Berufsjahren kritisch mit seinem Berufsstand auseinander. Nach leitenden Positionen in drei verschiedenen Kliniken analysiert er schonungslos die heutige Medizinbranche und zieht radikale Schlussfolgerungen. Sein Bestseller: Der betrogene Patient. Am 10. September folgt ein zweites Buch: "Die Kunst, möglichst lange zu leben."

Info

Dr. Gerd Reuther

"Die Kunst, möglichst

lange zu leben"

Riva-Verlag, ISBN Print 978-3-7423-0633-3 (erscheint am 10. September; Preis 14,99 Euro)


Darin verspricht er keine phantastischen Patentrezepte für ein ewiges Leben. Vielmehr beschreibt er solche Umstände, die die individuelle Lebensdauer und -qualität beeinträchtigen - dazu gehören auch Medizin und Pharmazie. Reuther hat Hunderte von Studien ausgewertet und beschreibt in seinem neuen Buch die wichtigsten Grundsätze für ein langes Leben. Er wagt einen historischen Rückblick und zeigt auf: Was der renommierte Arzt Christoph Wilhelm Hufeland vor über 200 Jahren empfahl, hat größtenteils noch heute Bestand, während die heutigen medizinischen Ratschläge das Leben oft eher verkürzen. Reuthers Buchtitel lehnt sich an den von Hufelands Hauptwerk an: Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern (Erstdruck 1797).

Hufelands Ansatz ging von einer Lebenskraft aus, die er als Selbsterhaltungsprinzip des Organismus verstand. Auf dieser Basis kritisiert Gerd Reuther auch in seinem ersten Buch weite Teile der Medizin und Pharmazie, die aus Gewinnstreben unter dem Mantel der Wissenschaft unnötige bis sogar schädliche Behandlungen vollziehen würden. Reuther plädiert wie Hufeland für "sanfte Behandlung," Nutzung der Heilkraft der Natur und Anwendung von Diätetik und physikalischer Therapie - soweit überhaupt notwendig, wenn eine Krankheit nicht von selbst ausheilt.

Für ein langes Leben bei bester Gesundheit, so Reuther, brauchen wir keine Anti-Aging-Hormone, Chiasamen oder Cholesterinsenker; es seien auch nicht immer aufwendigere Behandlungen nötig, um Krankheiten zu heilen. Nicht alles, was neu oder innovativ ist oder von Arzt oder Apotheker empfohlen wird, tut einem wirklich gut. Die Statistik zeige: Medizin verursacht mehr Schäden als Erfolge.

Begrenzt wird die Lebenszeit durch die begrenzte Teilungsfähigkeit der meisten Körperzellen. Nach spätestens etwa 50 Zellteilungen wird eine kritische Grenze erreicht, da sich bei jeder Zellteilung die Chromosomenenden (die sogenannten Telomere) verkürzen. Ohne weitere Zellteilungen wird der programmierte Zelltod eingeleitet oder es tritt ein permanenter Wachstumsstop ein. Daran ändert kein Mediziner etwas, so Reuther. Das genetische Potenzial steckt aber nur den Rahmen für die mögliche Lebensspanne ab. Mit der weitgehenden Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist seit 2003 klar, dass Genkarten wenig über die individuelle Lebensspanne und das Krankheitsrisiko besagen. Es komme auf die Aktivität der Gene an. Unser heutiges Wissen über Prozesse, die die gesunde Lebensspanne verlängern könnten, stecke noch in den Kinderschuhen.

Kein Zweifel bestehe allerdings an der günstigen Beeinflussung der Signalwege durch die Kombination aus körperlicher Bewegung und einer geeigneten Ernährung, um den Beginn und das Fortschreiten der bisherigen Begleiter des Alterns zu verschieben. Eine höhere Lebenserwartung liege nicht an einem ungehinderten Zugang zu medizinischen Dienstleistungen, sondern an besseren Nahrungsmitteln, einem geringeren Missbrauch von Suchtgiften, weniger Übergewicht sowie an Wohngegenden mit niedrigerer Umweltbelastung.

Herzinfarkte und Schlaganfälle sind statistisch die häufigsten Todesursachen, führt Reuther aus. Ärzte empfehlen deshalb, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu vermindern und den Blutdruck zu senken. Tatsächlich lasse sich dadurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle vermindern - "allerdings nur um den Preis von Nebenwirkungen und neuen Risiken wie Blutungen, Stürze, Nierenversagen und Elektrolytentgleisungen. Wir schlagen dem Tod kein Schnippchen, sondern wechseln nur die Todesart", sagt Reuther. Eine Analyse der tatsächlich häufigsten Todesursachen lasse andere Strategien für ein längeres Leben ratsam erscheinen als die Einnahme von Cholesterin- und Blutdrucksenkern oder Blutverdünnern. Vielmehr komme es auf Vermeidung von negativen Einflüssen an: schädliche medizinische Behandlungen, krankheitsdisponierende Lebensweise, unfallträchtige Lebensweise und Umweltgifte.

Die größte Rolle spiele die Ernährung. Naturbelassene, frisch zubereitete, pflanzenbetonte Speisen. Außerdem: gesunder Schlaf und Training der Muskulatur, keine Suchtmittel, nicht-schädliche Umweltbedingungen, Hygiene und kein Stress.

Reuther wird mit seinem neuen Buch auf Lesereise gehen: Am 14. September in Neuenmarkt, am 17. September in Kronach, 18. September Kulmbach, 25. September und 2. Oktober in Coburg und am 11. Oktober in Münchberg.

Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2018
17:38 Uhr

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Klaus Kaschka

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16. 08. 2018
17:38 Uhr



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