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Kulmbach

Wirbel um Lackschaden

Das Auto der AfD-Kandidatin Daniela Förster wurde beschädigt. Im Internet spricht die AfD von einem „politisch motivierten Terroranschlag“.



Kulmbach - Fakt ist: Der VW-Transporter, mit dem Daniela Förster, die Bezirkstagskandidatin der AfD im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach, regelmäßig unterwegs ist, wurde beschädigt. Unbekannte haben, das bestätigt Martin Prechtl vom Polizeipräsidium in Bayreuth, eine Flüssigkeit über das Fahrzeug gegossen und es dadurch erheblich beschädigt. Auf rund 3500 Euro schätzt die Polizei den Schaden. Die Flüssigkeit, die offenbar auf dem Dach des Transporters ausgegossen wurde, lief über die Kotflügel, die Seiten, die Motorhaube und hinterließ deutliche und bleibende Spuren im Lack. Die Polizei nennt in einer Pressemeldung als möglichen Tatzeitraum Samstagmitternacht bis Montagvormittag, 10 Uhr.

Fakt ist auch: Wegen des Vorfalls, der sich am vergangenen Wochenende in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus von Daniela Förster ereignet haben muss, ermittelt aufgrund der Anzeige der Fahrzeugbesitzerin nun die Kriminalpolizei in Bayreuth wegen Sachbeschädigung. Ob ein Zusammenhang zwischen der Beschädigung des Fahrzeugs und der Kandidatur Daniela Försters für die AfD besteht, werde zur Zeit geprüft, teilt Polizeisprecher Prechtl mit.

Der AfD-Kreisverband Kulmbach-Lichtenfels hat die Sachbeschädigung an Daniela Försters VW-Bus auf seiner Facebook-Seite emotional zum Thema gemacht: „Das, was wir hier erleben, ist ein politisch motivierter Terroranschlag auf eine friedliche Familie, deren einziges Vergehen es ist, dass eines ihrer Mitglieder zur AfD gehört“, schreibt das Vorstandsmitglied des Kreisverbands, Mandy Myszak, im Namen des gesamten Vorstands und auch des Landtagskandidaten Gerd Kögler. Alle zusammen distanzieren sie sich von „jeglicher Form von Extremismus, Gewalt, Rassismus sowie Verbrechen des Nationalsozialismus. Es darf keine weiteren Opfer politisch motivierter Terroranschläge geben.“ Die Medien fordert die AfD im Zusammenhang mit dem beschädigten Auto auf, wahrheitsgetreu und sachlich zu berichten. „Von Polizei und Justiz erwarten wir, sauber zu ermitteln und die Täter hart zu bestrafen.“

Daniela Förster reagiert geschockt auf den Vorfall mit ihrem Fahrzeug. Sie spricht davon, Angst zu haben. Förster macht die Medien mitverantwortlich. „Wir sind ja alle nur noch Rassisten“, sagt sie und beklagt, dass sich der Begriff „Nazi“ abgenutzt habe. Dabei solle dieser Begriff doch als Mahnung dienen.

Gerd Kögler räumt im Gespräch mit der Frankenpost ein, „der Begriff Terroranschlag ist zu hoch gegriffen.“ Die Wortwahl sei aus dem Ärger der Familie Förster entstanden. Er, Kögler, habe die Mitteilung auf Facebook auch nicht persönlich verfasst, wolle sich nun aber auch nicht wegducken. Kögler bestätigt, dass es derzeit keine konkreten Anhaltspunkte für eine politisch motivierte Sachbeschädigung gebe und auch keine Tatverdächtigen bekannt seien. Allerdings liege in dem Fall der Verdacht durchaus nahe, nachdem ein Auto beschädigt wurde, in dem Werbematerial der AfD gelagert war.

 

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Sache mit der Spekulation

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
15:19 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
15:19 Uhr



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