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Kulmbach

Wirtschaftsraum Kulmbach brummt

Die Gründungsoffensive von Bundesminister Peter Altmaier stößt im Landkreis auf offene Ohren. Thurnau soll Ausrichter einer Regionalkonferenz werden.



Die Kulmbacher Wirtschaft entwickelt sich positiv. Die Zahl der Beschäftigten steigt auf neue Rekorde. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises will das gute Klima nutzen, um zur Unternehmensgründung zu motivieren. Fotos: Stefan Linß
Die Kulmbacher Wirtschaft entwickelt sich positiv. Die Zahl der Beschäftigten steigt auf neue Rekorde. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises will das gute Klima nutzen, um zur Unternehmensgründung zu motivieren. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach - "In Deutschland gibt es viele Menschen mit großartigen Ideen und Visionen", hat Peter Altmaier zum Start seiner Gründungsoffensive betont. Der Bundeswirtschaftsminister will diese Menschen motivieren, ihre Ideen umzusetzen. In einem Brief an die Landräte bittet der CDU-Politiker deutschlandweit um Unterstützung. Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) und die Wirtschaftsförderung am Landratsamt lassen sich nicht lange bitten und bewerben sich bei Altmaier für eine Regionalkonferenz. Denn der Landkreis diene als ein gutes Beispiel dafür, wie in einer strukturschwächeren Region mit großem Unternehmergeist die Wirtschaft belebt werden kann.

Historischer Höchststand: "Die Zahlen zeigen, dass sich unsere heimische Wirtschaft sehr dynamisch entwickelt", sagte Söllner bei der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Kreistages am Mittwoch. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze befinde sich auf einem historischen Höchststand. Nur 1992, als nach der Grenzöffnung viele Menschen aus den neuen Bundesländern nach Oberfranken kamen, gab es eine höhere Beschäftigtenzahl.

Nach Auskunft der Agentur für Arbeit gibt es aktuell 27 704 Beschäftigte. Das ist seit dem Tiefstand im Jahr 2005 mit 23 121 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein Plus von fast 20 Prozent. Das sei umso bemerkenswerter, weil der Landkreis seit 2005 rund 5000 Einwohner verloren hat. Von einem starken Beschäftigtenzuwachs haben zuletzt vor allem die Gemeinden Guttenberg, Ködnitz und Neudrossenfeld profitiert, ebenso Kulmbach, Himmelkron und Mainleus.

Altmaiers Plan: Peter Altmaiers Gründungsoffensive komme zur richtigen Zeit, sagt Söllner. Der Landrat will den Vorstoß deshalb gerne unterstützen. Der Wirtschaftsminister hatte seinen Plan Ende 2018 vorgestellt. Damit sollen der Gründergeist gestärkt, das Umfeld verbessert, die Unternehmensnachfolge erleichtert, Gründer finanziell unterstützt und soziales Unternehmertum stärker gefördert werden.

"Gründergeist ist heute mehr gefragt denn je", schreibt Söllner in seinem Brief an den Minister. Ob Förderung eines positiven Unternehmerbilds in der Öffentlichkeit oder Stärkung des wirtschaftsfreundlichen Klimas - der Landkreis Kulmbach sei höchst engagiert, wenn es darum geht, dass sich Start-up-Unternehmen oder bestehende Betriebe wohlfühlen und das richtige Umfeld finden.

Mehr Gründungen: Aus der Sicht des Landesentwicklungsprogramms Bayern sei der Landkreis mit seinen 72 000 Einwohnern als "ländlicher Raum mit besonderem Handlungsbedarf" eingestuft. Die Räume, die von den großen Verkehrsachsen A 9 und A 70 profitieren, entwickeln sich positiv. Kommunen in der Peripherie kämpfen hingegen mit sozioökonomischen Problemen und dem demografischen Wandel, sagt Söllner.

Mit Blick auf die Gründungsoffensive des Bundeswirtschaftsministers sei eine Tatsache im Kreis Kulmbach besonders interessant. Das Landesamt für Statistik habe Deutschland aktuell zwar eine rückläufige Gründungsdynamik bescheinigt. Diese Entwicklung gelte aber nicht für Kulmbach. Wie das Landesamt errechnet hat, sei im Landkreis mit zuletzt 485 Anmeldungen im Jahr 2017 ein Plus von 27 erzielt worden. "Für einen Landkreis in unserer Größenordnung, noch dazu im strukturschwachen ländlichen Raum gelegen, ist dies äußerst beachtlich", betont der Landrat.

Konferenz im Schloss: Deshalb bewirbt sich Söllner bei Altmaier um eine der vier in diesem Jahr geplanten Regionalkonferenzen für die Gründungsoffensive. Veranstaltungsort könnte das Schloss Thurnau sein. "Wir werfen unseren Hut in den Ring. Es wäre schön, wenn wir bald etwas aus Berlin hören würden", sagt der Landrat.

Wirtschaftsförderer Klemens Angermann nannte zahlreiche Praxisbeispiele aus der jüngsten Vergangenheit, die die Gründerkultur zeigen. Zu den erfolgreichen Unternehmen im Landkreis zählen unter anderem Carolin Schubert und Marcella Müller, die mit ihren innovativen Reinigungspads, den Waschies, in der Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" die Investoren überzeugt haben. Schreiner Denny Friedrich aus Marienweiher mache sich mit innovativen Möbeln aus Holz und Beton einen Namen. Ein Vorreiter der Energiewende ist Mario Münch aus Rugendorf. Die Gründer Andreas Forster und Ralf Berger von der Thurnauer Firma "Fit4U Metal Concepts" sind mit einer modernen Form der Blechbearbeitung erfolgreich. Und die IT-Spezialisten des Kulmbacher Unternehmens Dynamic Commerce bieten digitale Lösungen für den Online-Handel an.

Die Liste lässt sich noch lange fortsetzten. Der Landkreis will dazu beitragen, dass die Gründer und ebenso die bestehenden Unternehmen von ihrem Umfeld profitieren können, sagt Klemens Angermann.

Veränderungen im ÖPNV: Zu den wichtigen Standortfaktoren, die nicht nur für die Wirtschaft, sondern für alle Einwohner von Bedeutung sind, zählt die Infrastruktur. Michael Beck von der Wirtschaftsoffensive im Landkreis gab im Kreistagsausschuss einen Überblick über die großen Veränderungen, die im Öffentlichen Personennahverkehr in den kommenden Monaten anstehen. "Aktuell ist sehr viel in Bewegung", erklärte Beck. Sicher sei nur: Ohne einen erheblichen finanziellen Mehraufwand sei die Verkehrswende im ländlichen Raum nicht zu schaffen. Der Kreis will sich für neue Förderprogramme bewerben, sobald sie anlaufen.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
16:56 Uhr

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Stefan Linß

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06. 02. 2019
16:56 Uhr



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