Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Kulmbach

Wo sich auch Tiere heimisch fühlen

Dr. Kristina Schröter und Alexander Kusche vom Landratsamt sind zu Gast in Wirsberg. Dort erklären sie, wie man den Naturschutz in der Region ankurbeln könnte.



Das Bild zeigt einen Salamander aus dem Feuchtbereich im Kosertal. Foto: privat
Das Bild zeigt einen Salamander aus dem Feuchtbereich im Kosertal. Foto: privat  

Wirsberg - Perspektiven für Naturschutzprojekte im Markt Wirsberg war das Thema einer Info-Veranstaltung mit Dr. Kristina Schröter und Alexander Kusche vom Landratsamt Kulmbach in der Gastwirtschaft Göringsbruck. Bürgermeister Hermann Anselstetter erinnerte eingangs an die Ersatzzahlungen, die für die Windenergie-Bürgeranlagen in Sessenreuth in Höhe von 135 500 Euro als Ausgleich für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gezahlt werden mussten. Diese Mittel flossen in den Bayerischen Naturschutzfonds und sind unter Aufsicht der Unteren Naturschutzbehörde zweckgebunden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Naturraum Wirsberg zu verwenden.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Marktgemeinderat Wirsberg einstimmig beschlossen habe, diese Ersatzzahlungen für Naturschutzprojekte rund um Wirsberg und seine Bergdörfer zu verwenden. Dazu soll ein mit allen Interessierten aus Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Umweltschutz, Jägerschaft und Grundstücksbesitzern abgestimmter Projektkatalog erstellt und vom Projektmanagement Ersatzzahlungen für den Naturschutz in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt werden. Für dieses Planungsziel erhielt der Markt Wirsberg von der Projektmanagerin Dr. Kristina Schröter bereits im Oktober 2018 grünes Licht.

Anselstetter präsentierte zwei Projektvorschläge, die Aussicht auf eine erfolgreiche Umsetzung haben. So mache es Sinn, das vor 40 Jahren im Schorgasttal geschaffene Feuchtbiotop zu erweitern und mit einer Flachwasserzone zu bereichern. Weiterhin gebe es bereits intensive Kontakte zu einem Fachbüro für Umweltplanung, um ein Fledermaus-Schutzkonzept für den gesamten Gemeindebereich zu erstellen. Ein solches Konzept könne anderen Kommunen als Vorbild dienen. Dr. Kristina Schröter betonte dass es eine große Chance sei, "mit diesen Geldern der Natur etwas zurückzugeben". Es sei sinnvoll, Grund zu erwerben, um anschließend im Sinne der Nachhaltigkeit Folgemaßnahmen umzusetzen. Die Projektmanagerin betonte, dass es keinerlei Schritte gegen die heimische Landwirtschaft gebe und man sich im Falle der Grunderwerbspreise an die Kaufpreissammlung halte, was äußerste Zurückhaltung bei Preisvereinbarungen bedeute. Es würden auch nur Flächen angekauft werden, die ökologisch aufwertbar seien.

Im Bereich Sesser- und Laubenbach seien der Erhalt und die Entwicklung von extensiven Wiesen, die Verbesserung der Feuersalamanderbiotope und die Anlage von Feuchtbiotopen für Amphibien und Vögel sinnvoll. Im Schorgast- und Weißenbachtal seien die Ausweitung der Feuchtwiesen und eine weitere Öffnung des Talraumes erstrebenswert, um Nahrungshabitate für den Schwarzstorch zu schaffen. Auch die Feuchtflächen bei Cottenau, die Hegnichwiesen mit ihren Heckenstreifen und die Felspartien im Kosertal bieten gute Voraussetzungen für nachhaltige Umweltprojekte. Besonders dem Talraum zwischen der Einöde und der Koser bei der Alten Schmölz komme als größtem zusammenhängendem Feuchtwiesenbereich in der Gemeinde eine herausragende Bedeutung zu. Die Schorgastaue biete die Chance, die Beweidung mit Angusrindern auszuweiten. Aber auch Privatleute könnten mit kleineren Aktionen einen Beitrag leisten - etwa mit dem Anlegen von Blühstreifen oder der Nutzung des "Heile-Welt-Pakets". Die Referentin machte den interessierten Zuhörern mit den Worten Mut: "Man muss nur irgendwo anfangen, dann entwickelt sich Positives!"

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
19:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Naturschutz Naturschutzbehörden Stadträte und Gemeinderäte Tiere und Tierwelt Umweltplanung Umweltschutz
Wirsberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mit Urkunde und Plakette bestätigt, hat Margit Haderdauer (vorn) einen ihrer Felsenkeller im Hang über dem Lautenbach für Fledermäuse zur Verfügung gestellt. Hinten von rechts: Christina Höpfinger vom Projekt "Fledermäuse im Frankenwald, Alexander Kusche von der Unteren Naturschutzbehörde und Bürgermeister Roland Wolfrum, der die Schlüssel für den Keller verwahrt.	Fotos: kdk

16.07.2020

Ideales Quartier für den Winter

Margit Haderdauer aus Stadtsteinach hilft geschützten Tieren. Sie überlässt Fledermäusen einen ihrer Felsenkeller. » mehr

In die ehemalige Magerscheune soll die Geschäftsstelle des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura in Pottenstein in nächster Zeit umziehen. Foto: red

09.10.2020

Große Veränderungen beim Naturpark

Christoph Hurnik ist der neue Geschäftsführer des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura. Der 38-Jährige ist seit 1. Oktober der Nachfolger von Wolfgang Geißner. » mehr

Auf reifes Obst haben es die Wespen besonders abgesehen. Der Apfel ist unter dem Pulk der genäschigen Insekten kaum noch zu erkennen. Foto: Stefan Linß

01.09.2020

Keine Panik vor den Plagegeistern

Die Hochsaison der Wespen geht allmählich vorüber. » mehr

Ein Alttier hat ein waches Auge auf den Nachwuchs, die sich im Flegelalter bereits schon vor der Dämmerung zeigen.

22.09.2020

Possierliche Wesen, nicht überall gern gesehen

Der Biber ist seit 2005 im Landkreis Kulmbach heimisch. Die Akzeptanz ist gespalten. Während viele die Tiere herzlich willkommen heißen - meinen andere: "Die müssen weg. » mehr

Arbeiten im Amphibienschutz eng zusammen (von links): der Ortsgruppen-Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Erich Schiffelholz, Hans-Jürgen Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde, Hans-Günther Dörfler von der Straßenmeisterei Leuchau sowie die Koordinatorin der Amphiebenwanderung im Bund Naturschutz, Monika Winkler.

26.02.2020

Achtung - Kröten kreuzen

Vorsicht auf den Straßen: Die Amphibienwanderung hat begonnen. Das Landratsamt und die Naturschutzverbände haben sich auf einen verfrühten Aufbruch der Tiere eingestellt. » mehr

Eine der zehn Infotafeln auf dem Lehrfriedhof erklärt, wann und wie eine Wiese gemäht werden sollte. Foto: sli

23.10.2020

Wie es der Molch aus dem Gießbecken schafft

Rasen statt Wiese und Wildwuchs statt Ordnung. Zehn Tafeln erklären dem Besucher, warum der Rugendorfer Lehrfriedhof der Umwelt hilft. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Baustelle am Kornberg Martinlamitz

Baustelle: Skilift am Kornberg öffnet nicht | 28.10.2020 Martinlamitz
» 11 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. Selb

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. | 23.10.2020 Selb
» 47 Bilder ansehen

Autor

Werner Reißaus

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
19:00 Uhr



^