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Kulmbach

Wo sich auch Tiere heimisch fühlen

Dr. Kristina Schröter und Alexander Kusche vom Landratsamt sind zu Gast in Wirsberg. Dort erklären sie, wie man den Naturschutz in der Region ankurbeln könnte.



Das Bild zeigt einen Salamander aus dem Feuchtbereich im Kosertal. Foto: privat
Das Bild zeigt einen Salamander aus dem Feuchtbereich im Kosertal. Foto: privat  

Wirsberg - Perspektiven für Naturschutzprojekte im Markt Wirsberg war das Thema einer Info-Veranstaltung mit Dr. Kristina Schröter und Alexander Kusche vom Landratsamt Kulmbach in der Gastwirtschaft Göringsbruck. Bürgermeister Hermann Anselstetter erinnerte eingangs an die Ersatzzahlungen, die für die Windenergie-Bürgeranlagen in Sessenreuth in Höhe von 135 500 Euro als Ausgleich für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gezahlt werden mussten. Diese Mittel flossen in den Bayerischen Naturschutzfonds und sind unter Aufsicht der Unteren Naturschutzbehörde zweckgebunden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Naturraum Wirsberg zu verwenden.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Marktgemeinderat Wirsberg einstimmig beschlossen habe, diese Ersatzzahlungen für Naturschutzprojekte rund um Wirsberg und seine Bergdörfer zu verwenden. Dazu soll ein mit allen Interessierten aus Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Umweltschutz, Jägerschaft und Grundstücksbesitzern abgestimmter Projektkatalog erstellt und vom Projektmanagement Ersatzzahlungen für den Naturschutz in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt werden. Für dieses Planungsziel erhielt der Markt Wirsberg von der Projektmanagerin Dr. Kristina Schröter bereits im Oktober 2018 grünes Licht.

Anselstetter präsentierte zwei Projektvorschläge, die Aussicht auf eine erfolgreiche Umsetzung haben. So mache es Sinn, das vor 40 Jahren im Schorgasttal geschaffene Feuchtbiotop zu erweitern und mit einer Flachwasserzone zu bereichern. Weiterhin gebe es bereits intensive Kontakte zu einem Fachbüro für Umweltplanung, um ein Fledermaus-Schutzkonzept für den gesamten Gemeindebereich zu erstellen. Ein solches Konzept könne anderen Kommunen als Vorbild dienen. Dr. Kristina Schröter betonte dass es eine große Chance sei, "mit diesen Geldern der Natur etwas zurückzugeben". Es sei sinnvoll, Grund zu erwerben, um anschließend im Sinne der Nachhaltigkeit Folgemaßnahmen umzusetzen. Die Projektmanagerin betonte, dass es keinerlei Schritte gegen die heimische Landwirtschaft gebe und man sich im Falle der Grunderwerbspreise an die Kaufpreissammlung halte, was äußerste Zurückhaltung bei Preisvereinbarungen bedeute. Es würden auch nur Flächen angekauft werden, die ökologisch aufwertbar seien.

Im Bereich Sesser- und Laubenbach seien der Erhalt und die Entwicklung von extensiven Wiesen, die Verbesserung der Feuersalamanderbiotope und die Anlage von Feuchtbiotopen für Amphibien und Vögel sinnvoll. Im Schorgast- und Weißenbachtal seien die Ausweitung der Feuchtwiesen und eine weitere Öffnung des Talraumes erstrebenswert, um Nahrungshabitate für den Schwarzstorch zu schaffen. Auch die Feuchtflächen bei Cottenau, die Hegnichwiesen mit ihren Heckenstreifen und die Felspartien im Kosertal bieten gute Voraussetzungen für nachhaltige Umweltprojekte. Besonders dem Talraum zwischen der Einöde und der Koser bei der Alten Schmölz komme als größtem zusammenhängendem Feuchtwiesenbereich in der Gemeinde eine herausragende Bedeutung zu. Die Schorgastaue biete die Chance, die Beweidung mit Angusrindern auszuweiten. Aber auch Privatleute könnten mit kleineren Aktionen einen Beitrag leisten - etwa mit dem Anlegen von Blühstreifen oder der Nutzung des "Heile-Welt-Pakets". Die Referentin machte den interessierten Zuhörern mit den Worten Mut: "Man muss nur irgendwo anfangen, dann entwickelt sich Positives!"

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
19:00 Uhr

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Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
19:00 Uhr



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