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Heute ist Tag des Honigs. Es ist der Gedenktag für den heiligen Ambrosius, den Schutzpatron der Imker und Bienen.



Der Imker Manfred Reitmeier aus Trebgast. So sehen die fertigen Platten aus, die er im Frühjahr in die Bienenstöcke einsetzt. Fotos: Christina Holzinger
Der Imker Manfred Reitmeier aus Trebgast. So sehen die fertigen Platten aus, die er im Frühjahr in die Bienenstöcke einsetzt. Fotos: Christina Holzinger   » zu den Bildern

Trebgast - Es braucht 60 000 Bienen, die zusammen bis zu 120 000 Kilometer weit reisen und mehr als zwei Millionen Blumen besuchen, um genug Nektar für ein Glas Honig herzustellen. Kein Wunder, dass es im Deutschen das Wort "bienenfleißig" gibt.

Manfred Reitmeier aus Trebgast ist seit frühester Kindheit Imker. Sein Großvater war Bauer in Feuln und hatte mehrere Bienenstöcke auf seinem Hof. "Für uns Kinder war das eine herrliche Sache", erinnert sich der 72-Jährige. Wann immer sein Großvater Honig schleuderte, kaute Reitmeier das zuckersüße, sogenannte Entdeckelungswachs. "Das war für uns wie Kaugummi", sagt er. Auch als der Trebgaster älter wurde, blieb die Begeisterung für die nützlichen Insekten. "Das ist wie ein Virus: Wenn man einmal Imker ist, bleibt man dabei."

Außerhalb der Ortschaft stehen seine Bienenstöcke, um sie herum hektarweise Bäume und Wiesen. Um mit den Bienen arbeiten zu können, braucht man laut Reitmeier vor allem eines: Ruhe. "Sobald man hektisch wird, stechen sie zu", sagt er. Während die Bienen seines Großvaters aggressiv auf Lärm und Erschütterungen reagiert haben, sind Reitmeiers Bienen vergleichsweise friedlich. Er hat jahrelang seine Völker gekreuzt, um ruhigere Bienen zu züchten.

Jetzt im Winter hat Reitmeier nur wenig zu tun. Er schmilzt das Wachs, das er das Jahr über gesammelt hat, ein und gießt daraus dünne Platten. Diese spannt er in Rahmen, damit die Bienen dort ihre Waben bauen können. Die Bienenstöcke mit zehn Völkern und sechs Ablegern stehen währenddessen geschützt am Waldrand, die Bienen haben sich ab einer Temperatur von unter zehn Grad Celsius um ihre Königin herum zu einer großen Traube zusammengeschart. Die Insekten sind ständig in Bewegung, um eine Temperatur von 35 Grad Celsius halten zu können. Dazu klinken sie ihre Flügel gewissermaßen aus, damit sie nicht abheben, und erzeugen mit ihrer Flugmuskulatur ein Muskelzittern. So können sie auch einen Winter bei zweistelligen Minusgraden überstehen, ohne in eine Kältestarre zu verfallen oder zu verhungern.

Im Frühjahr, wenn die Bienen das erste Mal ausfliegen, beginnt die Arbeit. "Wenn die Bienen im Stock ein- und ausfliegen, sehe ich, wie gut sie beieinander sind", sagt Reitmeier. Ab Februar wird die Königin wieder aktiv und legt täglich bis zu 2000 Eier - das entspricht ihrem eigenen Körpergewicht. Die Winterbienen sterben und werden durch Sommerbienen ersetzt. Die Arbeiterinnen begeben sich auf die Suche nach Futter, schließlich müssen sie ihre Königin versorgen. Zwischen Mai und Juli herrscht im Stock Hochkonjunktur: Das Bienenvolk zieht eine neue Königin und Drohnen heran. Das Bienenvolk hat sich so stark vermehrt, dass es eng im Stock wird. Der Bienenstaat teilt sich, die alte Königin schwärmt mit einem Teil ihres Volkes aus und sucht einen neuen Standort für einen Bienenstock. Im Juni kann der Trebgaster dann damit beginnen, den Honig zu schleudern. Im August schlüpfen die Winterbienen und der Stock bereitet sich langsam auf den kalten Winter vor.

Ein Bienenvolk kann während eines Sommers bis zu 300 Kilogramm Honig produzieren, etwa 40 Kilo kann Reitmeier davon ernten. Den Rest brauchen die Bienen selbst. In der Natur saugen die Bienen Nektar ein und transportieren ihn in der Honigblase in den Stock. Dort gibt sie den Honigtau an eine Stockbiene weiter, die den Saft an eine andere weitergibt. Jede Biene gibt zu der Flüssigkeit Enzyme und antibakterielle Stoffe weiter und reduziert den Wassergehalt. Der Honig, den die Bienen in die Wabenzellen geben, ist zu dem Zeitpunkt noch unreif, denn er enthält noch zu viel Wasser. Die Bienen schlagen mit ihren Flügeln und sorgen dafür, dass die Luft zirkuliert. So verdunstet ein Teil des Wassers aus dem Sammelgut. Wenn der Wassergehalt sinkt, wird die Wabenzelle mit einem Deckel aus Wachs verschlossen. "Sobald der Deckel drauf ist, weiß ich, dass der Wassergehalt passt und ich schleudern kann", sagt der Imker. Mit einer Gabel kratzt er die Deckel dann herunter und stellt die Waben in eine Schleuder. Der Honig fließt aus den Waben durch zwei Siebe in eine Schüssel. Dort ruht er, bis er hart wird.

Bei einem Wassergehalt von rund 18 Prozent hält sich der Honig an einem nicht zu warmen Ort nahezu unbegrenzt, verliert jedoch nach ein bis zwei Jahren die ersten Inhaltsstoffe. Von einem Löffel Honig im Tee hält der Imker nichts, denn dadurch gehen die wertvollen Inhaltsstoffe kaputt. "Wenn ich den Honig auf mehr als 40 Grad Celsius erhitze, ist es einfach nur ein Süßungsmittel", sagt Reitmeier. Er isst den Honig viel lieber morgens auf einem Butterbrot. "Honig ist einfach eine Götterspeise", sagt er.

Wie alt eine Biene werden kann, hängt von vielen Faktoren ab: Eine Königin kann bis zu vier Jahre alt werden, Winterbienen etwa sechs Monate, weil sie im Frühjahr die neue Brut aufziehen. "Eine Biene ist so flexibel, das kann man sich nicht vorstellen", sagt der Trebgaster. Direkt nach dem Schlüpfen ist das Insekt zunächst Putzfrau und reinigt die Zellen im Stock.

Sobald sich die Futterdrüsen entwickeln, füttern die Bienen die älteren Maden mit Honig und Pollen, später kümmern sie sich um die junge Brut. Bevor sie als Flugbienen in der Natur Pollen sammeln können, müssen sie einige Zeit Wachs schwitzen und als Wächter arbeiten. Im Sommer liegen zwischen dem Schlüpfen und Tod zwischen vier bis fünf Wochen. "Sie arbeiten sich für ihr Volk zu Tode", weiß Manfred Reitmeier.

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Christina Holzinger
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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
17:38 Uhr

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Christina Holzinger

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
17:38 Uhr



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