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Kulmbach

Wohnen inklusive Intensivpflege

Fazmed hat in Stadtsteinach eine Wohngruppe für Schwerkranke eröffnet. Acht Patienten können in den früheren Räumen der AOK betreut werden.



Die Pflegerin Rosi Horn-Thomä kümmert sich in der Wohngruppe in Stadtsteinach rührend um die 70-jährige Patientin, die nach einem Schlaganfall künstlich beatmet werden muss. Fotos: Biedefeld
Die Pflegerin Rosi Horn-Thomä kümmert sich in der Wohngruppe in Stadtsteinach rührend um die 70-jährige Patientin, die nach einem Schlaganfall künstlich beatmet werden muss. Fotos: Biedefeld   » zu den Bildern

Stadtsteinach - Es riecht noch alles etwas neu, in den ehemaligen Räumen der AOK in Stadtsteinach: Dort hat der Pflegedienst Fazmed GmbH mit Hauptsitz in Sonneberg eine Wohngruppe für Patienten eröffnet, die einer Intensivpflege bedürfen. Die Räume an der Kronacher Straße mit einer Gesamtfläche von rund 400 Quadratmetern sind hell, modern eingerichtet. Das gesamte technische Gerät ist vorhanden, das für die optimale Betreuung der schwerkranken Patienten erforderlich ist.

Nach Auskunft von Fazmed-Geschäftsführer Andreas Franke hat das Unternehmen rund 150 000 Euro in den Umbau der ehemaligen Buroräume und in die Ausstattung investiert. Der Umbau hat etwa acht Monate gedauert.

Vier Patienten sind bereits eingezogen, vier weitere sollen in den nächsten Wochen noch folgen. Pflegedienstleiter Mario Migenda erläutert im Gespräch mit der Frankenpost , dass die Wohngruppe noch im Aufbau begriffen sei. Derzeit beschäftigt "Fazmed Beatmung und Pflege" in Stadtsteinach zehn Mitarbeiter, vor allem Pflegefachkräfte in Voll- und Teilzeit. Bei einer Vollbelegung seien weitere zehn Mitarbeiter nötig, sagt der 41-jährige Pflegedienstleiter, der auch für die Fazmed-Wohngruppe in der Wilhelm-Meußdoerffer-Straße in Kulmbach zuständig ist.

Aktuell sucht das Unternehmen noch Pflegefachkräfte und Pflegehelfer für den Standort Stadtsteinach. Fazmed bildet auch Azubis aus. Mit der Altenpflegeschule des BRK-Kreisverbands Kulmbach in Stadtsteinach hat Migenda schon Kontakt aufgenommen und beispielsweise Praktikumsplätze angeboten.

Laut Migenda, der seit sechs Jahren für das Unternehmen tätig ist, hat sich Fazmed auf die Betreuung von Intensiv-Patienten spezialisiert und betreibt inzwischen zahlreiche Niederlassungen in Mitteldeutschland und in Nordbayern, darunter in Coburg, Kulmbach und jetzt auch in Stadtsteinach. Dabei reicht das Angebot von der ambulanten Betreuung zu Hause bis zur 24-Stunden-Vollzeitpflege in einer der Wohngruppen oder in speziellen Appartements.

Bei den Patienten handelt es sich um Menschen, in ihren Körperfunktionen stark eingeschränkt sind und daher unterstützt werden müssen. Für viele Angehörige stelle es ein großen Problem dar, wenn Patienten aus der Intensivpflege einer Klinik entlassen werden, aber auch anschließend einer Intensivpflege und -beobachtung bedürfen.

Dazu zählen Menschen, die nach einem Schlaganfall oder schweren Operationen beatmet oder künstlich ernährt werden müssen. "Wir stehen mit den Kliniken Hohe Warthe in Bayreuth, dem Klinikum Kulmbach oder auch der Schön-Klinik in Bad Staffelstein in Kontakt. Wenn die Patienten dort entlassen werden sollen, setzten wir uns mit den Angehörigen zusammen und sprechen über die Möglichkeiten. Den Angehörigen fehlt meist der medizinische Background, um ermessen zu können, welcher Aufwand hinter einer solchen Intensivpflege steckt. Oftmals fehlt es an den räumlichen Voraussetzungen oder auch an der Hygiene für eine häusliche Betreuung", sagt Migenda.

Dort, wo es möglich ist, und die Angehörigen zumindest einen Teil der Pflege selbst übernehmen können, bietet Fazmed eine ambulante Pflege an, in anderen Fällen ist aber eine 24-Stunden-Pflege in einer der Einrichtungen des Unternehmens erforderlich. Aber auch in diesen Fällen können die Angehörigen ganz nach ihren Möglichkeiten mithelfen. Fazmed hat in Stadtseinach Wohnräumen geschaffen, die auf die Bedürfnisse der Patienten ausgelegt sind und ein Höchstmaß an selbstbestimmter Lebensführung in häuslicher Privatsphäre ermöglichen.

Mitarbeiter von Fazmed kümmern sich bereits während des Klinikaufenthalts um die Übernahme der Patienten, klären die Kostenübernahme durch Krankenkassen oder Pflegekasse, Unterstützen bei Behördengängen und koordinieren die fachärztliche Betreuung.

Eine Ergänzung für das Sozialzentrum Stadtsteinach

Bürgermeister Roland Wolfrum freut sich über die neue Einrichtung in der Stadt. Er sprich von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Er verweist auf den langen Leerstand der früheren AOK-Räume: Es habe zwar des Öfteren Interessenten gegeben. Nachdem der Eigentümer das großzügige Raumangebot nicht teilen sondern an einen neuen Mieter verpachten wollte, kam es jahrelang zu keiner Einigung.

Fazmed habe genau so ein Objekt gesucht. Der Bedarf an einem solchen Angebot der außerklinischen Intensivpflege sei da, zumal auch oft jüngere Menschen von Schlaganfällen und Unfällen betroffen sind, sagt Wolfrum.

Fazmed biete eine Mischform aus einem Einzimmer-Appartement und einem Krankenzimmer an, bei dem das ambulante Pflegeangebot gleich vor Ort ist. "Ich bin grundsätzlich froh, dass der lange Leerstand in dem Anwesen an der Kronacher Straße beendet ist", sagt er.

Für Wolfrum zählt auch, dass die Bewohner Bürger Stadtsteinachs werden. Hinzukommen die neuen Arbeitsplätze in der Stadt, die Fazmed bietet.

Der Bürgermeister sieht in der neuen Fazmed-Wohngruppe und in der Tagespflegeeinrichtung von Edelgard Fringes in Oberzaubach eine Abrundung des sozialen Angebotes in der Stadt, zu der ja auch das Seniorenpflegeheim der Caritas zählt. Als positiv bewertet er auch die Vernetzung mit der BRK-Altenpflegeschule, mit der Apotheke und drei Arztpraxen "in Rufweite".

"Die Fazemd-Wohngruppe ist ein Glücksfall für Stadtsteinach", sagt Wolfrum.

 
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Von Manfred Biedefeld
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Veröffentlicht am:
07. 07. 2015
00:00 Uhr

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Von Manfred Biedefeld

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07. 07. 2015
00:00 Uhr



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