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Kulmbach

Zum Jubiläum mit dem Floß auf Tour

Fidele Truppe feiert Geburtstag: Seit 25 Jahren gibt es die Damengymnastik der Kulmbacher Siedler.



Die Fahrt auf dem Frankenfloß machte den Kulmbacherinnen und Werner Schmied sichtlich Spaß. Andi Häckel sorgte zusammen mit Heinz Proske für zünftige Musik.	Foto: Rainer Unger
Die Fahrt auf dem Frankenfloß machte den Kulmbacherinnen und Werner Schmied sichtlich Spaß. Andi Häckel sorgte zusammen mit Heinz Proske für zünftige Musik. Foto: Rainer Unger   » zu den Bildern

Kulmbach - Ein ungewöhnliches Jubiläum feiern heuer die Siedler-Gymnastikfrauen. Seit 25 Jahren treffen sie sich jeden Montag, um eine Stunde lang gemeinsam etwas für ihre Gesundheit zu tun. Anschließend wird das gemütliche Beisammensein gepflegt. Seit nunmehr acht Jahren hat Irene Häckel die Leitung der aktuell 15 Frauen im Alter von 65 bis 86 Jahren inne. Zum Jubiläum gönnte sich die Gruppe am Sonntag eine Fahrt auf dem Main mit dem Frankenfloß der Flößerfamilie Kroll, die sie bei herrlichem Sonnenschein mit sichtlicher Begeisterung genoss.

"Den Ursprung hat unsere Frauen-Gymnastikgruppe in einem Kaffeekränzchen", erinnert sich Irene Häckel. Jedes Jahr am Dreikönigstag kamen Frauen aus der Siedlung im Siedlerheim zusammen. Irene Häckels Ehemann Hans-Wilhelm sorgte dabei mit seinem Schifferklavier immer für Stimmung. "Einmal habe ich so halb aus Spaß gesagt, wir könnten doch einmal turnen, und tatsächlich haben sich Anneliese Lindner, Jenny Sittig, Annemarie Kraschewski und ich einige Wochen später zu einer Turnstunde verabredet", verrät die Leiterin der Gruppe.

Das Quartett war davon total begeistert und das sprach sich in der Siedlung schnell herum. Der Kreis wurde nach und nach größer und zeitweise kamen bis zu 18 Frauen zusammen. "Weil Jenny Sittig zu der Zeit einen Gymnastikschein gemacht hatte, war sie natürlich genau die Richtige für die Leitung", berichtet Irene Häckel. War viele Jahre das Malteserheim das Domizil der Turnbegeisterten, ist es seit mittlerweile 15 Jahren der Aufenthaltsraum des evangelischen Wohnstifts.

Als Jenny Sittig nach 17 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen konnte, war für die anderen Frauen ein eventuelles Einstellen des Treffens kein Thema. Alle waren vom Sport dermaßen begeistert, dass sie unbedingt weitermachen wollten. Irene Häckel wurde zur neuen Leiterin bestimmt. Ihre erste Amtshandlung bestand darin, dass die Übungen jetzt mit Musik untermalt werden, und damit kam sie hervorragend an. "Mit der Musik macht das noch mehr Spaß als vorher", verdeutlicht Lotte Braun, mit 86 Jahren die älteste Teilnehmerin der Treffen. Die Gymnastikstunde verläuft dabei mehr oder minder immer gleich. Das Aufwärmen erledigen die Frauen individuell, indem sie zum Wohnstift laufen. Auf dem Programm stehen Atem- und Dehnübungen, Übungen mit Bällen, Gummibändern und Regenschirmen, Gymnastikübungen auf einem Stuhl und Tanzeinlagen. Ferien gibt es im Übrigen keine, da sind sich alle einig. Die Stunde fällt nur aus, wenn der Montag ein Feiertag ist.

Ein wesentlicher Punkt der Treffen ist für die Frauen die Geselligkeit. "Wer Geburtstag hat, bringt eine kleine Brotzeit mit, und dann wird bei einem kleinen Umtrunk gefeiert. Damit stärken wir uns gleichzeitig für das nächste Mal", gibt Irene Häckel mit einem Augenzwinkern preis. Renate Schmidt trägt zu den Geburtstagen zudem Geschichten vor. Regelmäßig trifft sich die Truppe in der "Zunftstube", in der Gaststätte "Zum Petz" oder in anderen Wirtshäusern, und einmal jährlich wird ein Ausflug unternommen, der zu Zielen in Franken oder der Oberpfalz führt. Bei den Ausflügen wie überhaupt bei allen Treffen geht es immer sehr lustig zu, denn die Frauen wissen: Humor ist für die Gesundheit genau so wichtig wie Sport. Die Gruppe hält auch Weihnachtsfeiern, bei denen Irene Häckel als Nikolaus, Engelchen oder Christkind auftritt. Dazu gehört auch stets eine Tombola, für die Irene Häckel bei Kulmbacher Firmen und Geschäften Preise organisiert. Vom Erlös des Losverkaufs gehen die Frauen dann gemeinsam essen. Zu den Faschingsveranstaltungen führen Irene Häckel und Renate Schmidt jeweils Sketche auf.

Froh sind die Frauen auch, dass sie vor 15 Jahren im evangelischen Wohnstift eine feste Heimat gefunden haben. "Dafür bedanken wir uns bei Heimleiter Uwe Gieselmann und seinem Team auch immer mit einem kleinen Obolus", sagt Irene Häckel. Stolz ist sie vor allem auf den großartigen Zusammenhalt in der Gruppe. "Jede ist für die andere da, und es hat noch nie einen Streit gegeben. Wir lachen und greina miteinander", erklärt sie voller Stolz.

Am Sonntag ging es nun mit einem Bus des Unternehmens von Max Zier und unter dem "männlichen Begleitschutz" von Werner Schmied nach Lichtenfels, wo die Gruppe an einer knapp dreistündigen Fahrt mit dem massiven 36-Tonnen-Floß der Familie Kroll, das 160 Personen Platz bietet, auf dem Main teilnahm. Irene Häckels Sohn Andi sorgte dabei mit seinem Akkordeon und zusammen mit Gitarrist Heinz Proske für zünftige Musik und eine tolle Stimmung. Das Team um Volker und Bianca Kroll servierte den Gästen Steaks und Bratwürste frisch vom Grill. Es gab aber auch Kaffee und Kuchen, Fassbier und alkoholfreie Getränke. Die Fahrt durch den idyllischen Gottesgarten konnten die Kulmbacherinnen sowie die anderen Teilnehmer somit mit allen Sinnen genießen.

"Das Dahingleiten auf dem Wasser und dazu die urige Musik, das alles hat mir sehr gut gefallen", freute sich Lotte Braun. "Die Irene hat das wieder bestens organisiert. Der Service auf dem Floß war ebenfalls spitze. Und durch die Musik ist das nie langweilig geworden", war Hilde Rohleder voll des Lobes. "Ich hatte das noch nicht gemacht. Am meisten hat mir gefallen, dass ich den Andi mal spielen gehört habe", sagt auch Grete Schmied, die restlos begeistert war. Glücklich und zufrieden machte sich die Gruppe somit wieder auf den Heimweg.

Autor

Rainer Unger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
16:22 Uhr

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Rainer Unger

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14. 08. 2019
16:22 Uhr



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