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Kulmbach

Zum Lebensretter in 112 Minuten

Als erster BRK-Kreisverband in Bayern bietet das Rote Kreuz in Bayreuth einen Erste-Hilfe-Kurs der besonderen Art an. Zielgruppe sind Privatleute, aber auch Firmen.



BRK-Kreisgeschäftsführer Peter Herzing erläuterte zusammen mit den Verantwortlichen den beiden Abgeordneten Gudrun Brendel-Fischer (Zweite von links) und Dr. Silke Launert (Dritte von rechts) die Arbeitsabläufe der Integrierten Rettungsleitstelle Bayreuth/Kulmbach. Foto: Stephan Herbert Fuchs
BRK-Kreisgeschäftsführer Peter Herzing erläuterte zusammen mit den Verantwortlichen den beiden Abgeordneten Gudrun Brendel-Fischer (Zweite von links) und Dr. Silke Launert (Dritte von rechts) die Arbeitsabläufe der Integrierten Rettungsleitstelle Bayreuth/Kulmbach. Foto: Stephan Herbert Fuchs  

Bayreuth/Kulmbach - Bewusstlosigkeit, Herz-Kreislaufstillstand oder eine stark blutende Wunde nach einem Unfall mit der Kreissäge: Der Erste-Hilfe-Kurs ist schon lange her und viele Menschen wissen nicht mehr, was sie tun sollen, wenn sie zufällig Zeuge eines Notfalls werden. Als erster Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes startet das BRK in Bayreuth im Februar das Programm "Lebensretter 112". Dabei sollen den Teilnehmern in 112 Minuten die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen vermittelt werden. Die Schirmherrschaft über die Aktion haben die beiden CSU-Abgeordneten Dr. Silke Launert und Gudrun Brendel-Fischer übernommen.

"Es gibt einige wenige, aber sehr effektive Maßnahmen, die bei einem lebensbedrohlichem Zustand von jedermann angewendet werden können", sagte Marcel Hauswurz vom BRK bei einem Besuch der beiden Abgeordneten in der Integrierten Rettungsleitstelle. Damit sei es meist sogar ohne Hilfsmittel möglich, Leben zu retten. Häufig komme es auf den Ersthelfer an, deshalb sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, selbst aktiv zu werden, so BRK-Kreisgeschäftsführer Peter Herzing. Erste-Hilfe-Maßnahmen seien wesentlicher Bestandteil der Rettungskette mit entscheidenden Auswirkungen auf die medizinische Prognose des Patienten.

Die Verantwortlichen des Roten Kreuzes haben das Kurzseminar auch deshalb ins Leben gerufen, weil viele Menschen den Aufwand eines kompletten Erste-Hilfe-Kurses mit neun Unterrichtsstunden scheuen. Dieser in der Regel ganztägige Kurs ist zwar für den Führerschein notwendig, wird später aber kaum mehr aufgefrischt. Hier soll das neue Angebot "Lebensretter 112" ansetzen.

Angesprochen sind nach den Worten von Marcel Hauswurz nicht nur Privatpersonen sondern auch Firmen, Vereine oder sonstige Gruppierungen. Für Einzelpersonen kostet der knapp zweistündige Kurs 25 Euro, für Gruppen von bis zu 20 Personen pauschal 290 Euro. Gut angelegtes Geld, wie Kreisgeschäftsführer Herzing meint, denn das Thema kann jeden betreffen. "Wenn bei einem Notfall in den ersten drei bis fünf Minuten niemand etwas unternimmt, kann der Notarzt noch so gut sein, der Patient hat eine geringere Überlebenschance."

Sowohl die Bundestagsabgeordnete Launert, als auch die Landtagsabgeordnete Brendel-Fischer begrüßten bei dem Ortstermin in der Rettungsleitstelle das neue Angebot und würdigten das Engagement des BRK. Alleine seien die Menschen schwer zu einem Erste-Hilfe-Kurs zu bewegen, deshalb sei das Angebot für Gruppen und Vereine so wichtig, sagte Launert. Der Bayreuther Kreisverband übernehme mit dem neuen Angebot, das am 9. Februar startet, eine wichtige Vorreiterrolle in Bayern und trage damit wesentlich zur Stärkung der Rettungskette bei,
so Brendel-Fischer. Bei dem Besuch der Abgeordneten warnte Kreisgeschäftsführer Herzing vor einem akuten Pflegenotstand. Es sei schon jetzt sicher davon auszugehen, dass die ambulante Versorgung in der
bisherigen Form nicht mehr aufrechterhalten werden könne, weil die notwendigen Kräfte fehlen. Müssten die Menschen dann ins Heim, entsteht ein weiteres Problem, da es auch dort viel zu wenige Pflegekräfte gibt.

Herzing appellierte deshalb an die beiden Politikerinnen, den Pflegekräften mehr Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse zu geben sowie Kontrollen und Bürokratie abzubauen. Wichtigster Punkt sei es allerdings das Ansehen des Berufes zu stärken. Am Geld liege es nicht, man müsse junge Menschen dazu bewegen, einen Pflegeberuf zu ergreifen.

Allein durch Zuwanderung könne das Problem nicht gelöst werden, sagte die Bundestagsabgeordnete Launert. Eine größere Wertschätzung sei der entscheidende Punkt, dazu gehöre auch ein größerer Entscheidungsfreiraum für die Betreffenden.

Die Integrierte Rettungsleitstelle in Bayreuth, die auch für den Landkreis Kulmbach zuständig ist, ist eine von bayernweit 26 derartigen Einrichtungen. Sie ist 2011 in Betrieb gegangen. In ihr sind 26 Mitarbeiter im Schichtdienst tätig. Die Landtagsabgeordnete Brendel-Fischer sagte zu, sich für eine gute Weiterentwicklung der Integrierten Leitstelle einzusetzen. Der Freistaat müsse hier weiterhin mit dem Zweckverband und dem Träger verantwortungsbewusst zusammenwirken. Die ILS Bayreuth-Kulmbach mit Markus Ruckdeschel an der Spitze genieße in München hohes Ansehen, so Brendel-Fischer.

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Stephan Herbert Fuchs
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Veröffentlicht am:
02. 01. 2018
00:00 Uhr

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Stephan Herbert Fuchs

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02. 01. 2018
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