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Kulmbach

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg fördern

Mit Migration in der Grenzregion Bayern/Tschechien beschäftigen sich Forscher der Unis Bayreuth und Pilsen. Eine Tagung beleuchtet den Umgang des Kreises mit dem Thema.



Stichworte und Anregungen auf DIN-A1 sind nur ein Ausschnitt der Erkenntnisse, die bei Fachtagungen festgehalten werden, wie bei einem Symposium in Landratsamt Kulmbach zum Generalthema Migrationsstrategien im Grenzgebiet Bayern-Tschechien - präsentiert von (von links) Nicolai Teufel und Fabian Liedl von der Universität Bayreuth und Peter Müller und Souzan Nicholson im Landratsamt. Foto: Klaus Klaschka
Stichworte und Anregungen auf DIN-A1 sind nur ein Ausschnitt der Erkenntnisse, die bei Fachtagungen festgehalten werden, wie bei einem Symposium in Landratsamt Kulmbach zum Generalthema Migrationsstrategien im Grenzgebiet Bayern-Tschechien - präsentiert von (von links) Nicolai Teufel und Fabian Liedl von der Universität Bayreuth und Peter Müller und Souzan Nicholson im Landratsamt. Foto: Klaus Klaschka  

Kulmbach - Nicolai Teufel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kulturgeografie der Universität Bayreuth. Er beschäftigt sich insbesondere mit sozialen, politischen und historischen Problemen beziehungsweise Unterschieden in den Grenzbereichen Deutschland-Polen, Bayern-Tschechien und Polen-Ukraine. Laut Teufel geht es der Forschungsgruppe um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der politischen, administrativen und zivilgesellschaftlichen Akteure zur Bearbeitung von Ursachen sozialer Herausforderungen, die sich mit der Migration innerhalb der EU ergeben. Ziel sind Austausch, Harmonisierung und Entwicklung grenzüberschreitender Strategien sowie die Bildung institutioneller Netzwerke insbesondere zwischen den Universitäten Bayreuth und Pilsen.

Für grenzübergreifende Projekte zwischen Bayern und Tschechien stehen bis 2020 Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über 103,4 Millionen Euro zur Verfügung, davon 420 000 Euro für das Projekt der Universitäten Bayreuth mit Pilsen. Gefördert werden damit "menschliche Probleme" wie der Abbau sprachlicher und systembedingter "Hemmnisse" (wie zum Beispiel Kennenlernen von Pflichten und Rechten aus Verträgen), aber auch Belange der Umwelt als Kultur- und Naturerbe sowie die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen in Forschung und Innovation, wie auch die Stärkung grenzübergreifender Forschungs- und Innovationsaktivitäten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts ist der Doktorand Fabian Liedl derzeit mit der Analyse der Differenzen zwischen Deutschland, speziell Bayern, und Tschechien befasst. Die bestehen auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aufgrund der historischen Entwicklung in beiden Staaten weiter: Während zum Beispiel in Tschechien Migration nach wie vor eine Angelegenheit von staatlichen Institutionen ist, hat sich in Deutschland ein Netzwerk von administrativen und bürgerlichen, ehrenamtlichen Netzwerken gebildet, die sich Migranten annehmen. Zudem unterscheiden sich in beiden Staaten auch die Zielgruppen: Tschechien hat im Vergleich zu Deutschland ganz wenige Kriegsflüchtlinge, dafür aber Migranten aus Rumänien und der Ukraine sowie Vietnamesen.

In Kulmbach ließen sich die Projektteilnehmer das Integrationskonzept des Landkreises sowie auch die Aufgaben der Stabsstelle Bildungskoordination für Neuzugewanderte im Landratsamt, in der Peter Müller und Souzan Nicholson verantwortlich zeichnen, erläutern. Außerdem die Asylsozialberatung der Caritas, die Arbeit in den Berufsintegrationsklassen des Berufsbildungszentrums und die Projekte Sprachpaten und Brückenbauer der Geschwister-Gummi-Stiftung. Außerdem stellte der Literaturverein seine "Buntschau" vor, in der Migranten die Welt aus ihrer Sicht beschreiben. Integrationskonzepte, so ein Resümee, sind allerdings immer an die regionalen Ressourcen und Möglichkeiten gebunden wie die Haltung der Gesellschaft zu Zuwanderern, Bildungsangebote, Mobilität, Arbeitsmarkt und Wohnraum.

Kulmbach hat zum Beispiel beste Erfahrungen mit dezentraler Unterbringung, womit eine Ghettoisierung vermieden wird. Migranten werden zügig in die Bildungswege, KiTa, Schule und Beruf eingeführt. Dazu gibt es ein breites ehrenamtliches Engagement der Bürger, das zwar immer ausbaufähig bleibt, aber in weiten Bereichen Aufgaben zur Unterstützung im Schulalltag, Sprach- und Vermittlungsdienste und Hilfen überhaupt übernimmt. Dies auch mit Unterstützung von Institutionen.

Das universitäre Projekt wird sich mit Fachtagungen in Bayreuth und Pilsen und auch auf Onlineplattformen um den weiteren Aufbau von Netzwerken bemühen. Zudem Politik, Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenbringen, auch eine Workshopreihe für Schulen anbieten und im interuniversitären Bereich Vortragsreihen starten und Kurzpraktika von Studierenden bei allen beteiligten Institutionen organisieren.

Autor
Klaus Kaschka

Klaus Klaschka

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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
18:32 Uhr

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Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
18:32 Uhr



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