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Kulmbach

Zwei Frauen im Dienst an Schwerkranken

Sie opfern sich in Selbst-hilfegruppen auf: Gesundheitsministerin Melanie Huml hat Irene Potempka und Gudrun Dandler mit dem "Weißen Engel" ausgezeichnet.



Gesundheitsminsisterin Melanie Huml hat Gudrun Sandler (rechts) für ihr ehrenamtliches Engagement in der Beratung und Unterstützung pankreatektomierter Menschen mit dem "Weißen Engel" ausgezeichnet.
Gesundheitsminsisterin Melanie Huml hat Gudrun Sandler (rechts) für ihr ehrenamtliches Engagement in der Beratung und Unterstützung pankreatektomierter Menschen mit dem "Weißen Engel" ausgezeichnet.   » zu den Bildern

Kulmbach - Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Gesundheit und Pflege gewürdigt. In Bamberg verlieh sie dieser Tage die Auszeichnung "Weißer Engel" an zehn Bürgerinnen und Bürger aus Oberfranken, darunter an Gudrun Sandler und Irene Potempka aus dem Landkreis Kulmbach-

Huml betonte bei der Verleihung: "Ehrenamtlich Tätige sind Vorbilder für gelebte Mitmenschlichkeit. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen und damit einen Beitrag zur aktiven Bürgergesellschaft leisten. Dieser Einsatz verdient große Anerkennung." Die Auszeichnung "Weißer Engel" wird an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheits- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben. Höchstens 70 Personen werden jährlich für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem "Weißen Engel" ausgezeichnet.

In ihrer Laudatio für Irene Potempka führte die Staatsministerin aus, dass Potempkas Familie im Jahr 1995 einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste, als ihr Sohn bei einem Autounfall ein Schädelhirntrauma erlitt. Ein halbes Jahr lang lag er im Koma. "Sie und ihr Mann Joachim kümmern sich seither mit ganzem Herzen um ihren Sohn und unterstützen ihn in jeder Beziehung. Sie hat sogar ihren Beruf aufgegeben, um ihn bei allen Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten zu begleiten. Dank ihrer liebevollen und gezielten Rehabilitation ist es Bastian gelungen, sich vom Rollstuhl zu lösen und sich trotz verbliebener Einschränkungen zurück ins Leben zu kämpfen."

Über die Bewältigung ihres eigenen familiären Schicksals hinaus habe sich Irene Potempka als Vorsitzende und Hauptorganisatorin der von ihr im Jahr 2001 gegründeten "Selbsthilfegruppe Kulmbach des Vereins Schädel-Hirnpatienten in Not in der Regionalen Verbandsgruppe Bayreuth/Kulmbach/Kronbach engagiert, sagte Huml weiter. Denn ihr sei es ein wichtiges Anliegen, sich für andere Betroffene stark zu machen. Sie habe in der Zeit nach dem Unfall ihres Sohnes selbst festgestellt, dass es in der Region praktisch keine Adressen oder Anlaufstellen für Schädel-Hirnpatienten gab - geschweige denn Unterstützungsmöglichkeiten für die Angehörigen. Das habe sie dazu veranlasst, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

"Heute finden Betroffene bei ihr Halt und Hilfe. Sie beginnt ihre ehrenamtliche Tätigkeit schon beim Auffangen der Betroffenen, zum Beispiel nach einem Unfall. Sie hilft den Menschen und Angehörigen mit Informationen über stationäre Versorgung, Physiotherapie und techni-sche Hilfen. Aber vor allem gibt sie den Betroffenen Mut und Hoffnung während des langen Rehabilitationsprozesses", machte Gesundheitsministerin Huml deutlich.

Alle zwei Monate findet die Selbsthilfegruppe im großen Kreis für die Betroffenen und ihre Angehörigen statt. Dazwischen gibt es noch einen kleinen Kreis, mit dem sie sich hin und wieder zum Frühstück und zum Kaffee trifft. Sie verbringen Zeit miteinander, reden und essen gemeinsam und tauschen sich über Neuigkeiten aus. Die Mitglieder kommen nicht nur aus dem Kulmbacher Raum zu ihr. Selbst aus Wunsiedel, Kronach, Lauf, Bamberg, Nürnberg und sogar aus Thüringen treffen Menschen ein, die Hilfe bei ihr suchen und auch finden.

"Zusätzlich verbringt sie abends Stunden am Telefon und ist so jederzeit für ihre Schützlinge erreichbar. Sie spricht den Betroffenen, aber auch den Angehörigen unglaublich viel Mut zu" lobte Huml Irene Potempa. "Wenn Zuversicht die Ängste besiegt, werden wir staunen, wie viele Situationen wir meistern können". Das ist der Leitspruch ihrer Selbsthilfeorganisation. Über die Jahre hinweg seien viele Freundschaften entstanden, die in schwierigen Zeiten über Nöte, Probleme und Rückschläge hinweghelfen. "Und das ist ihr und ihrem herausragenden Helfergeist zu verdanken!"

Gudrun Sandler hat im Jahr 2005 die Regionalgruppe Kulmbach/Bayreuth des Arbeitskreises der Pankreatektomierten gegründet und leitet die Regionalgruppe bis heute. Huml sagte in ihrer Würdigung: "Ihre Selbsthilfeorganisation betreut Patienten, deren Bauchspeicheldrüse aufgrund einer Tumorerkrankung entfernt wurde. Rund 1500 Mitglieder sind in den bundesweit 60 Regionalgruppen organisiert."

Die Entfernung der Bauchspeicheldrüse habe erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben der Betroffenen. Sandler kenne den langen Leidensweg der Gruppenmitglieder aus eigener Erfahrung. Daher sei sie eine wertvolle Stütze für die Mitglieder der Regionalgruppe Kulmbach/Bayreuth. "Sie zeigt den Betroffenen, wie man mit der Krankheit leben kann und finden passende Hilfsmöglichkeiten. Die regelmäßigen Gruppentreffen sind wichtig für einen Aus-tausch untereinander und das Gefühl, nicht allein mit der Krankheit zu sein", so die Ministerin.

Gudrun Sandler sei auch telefonisch jederzeit für die Betroffenen da. Sogar private Besuche zu Hause oder im Krankenhaus unternimmt sie regelmäßig, um den Menschen Halt zu geben. Darüber hinaus betreue sie an Informationstagen für Krebspatienten den Infostand der Regionalgruppe. Sie klärt über ihre Tätigkeit und den Zweck der Gruppe auf und erläutern die mögliche Bewältigung der schwierigen Lebenssituationen, die sich durch die Krankheit ergeben. Die gleiche Aufgabe übernimmt sie auch in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Bayreuth, wenn dort Infoveranstaltungen stattfinden.

"Große Resonanz fand im November 2017 ein Benefizkonzert mit dem Musikverein Marktleugast in der St. Hedwig-Kirche Kulmbach anlässlich des Welt-Pankreaskrebs-Tages. Vorbildlich konnte sie für die segensreiche Arbeit der Regionalgruppe finanzielle Unterstützung erwerben. Außerdem hat sie in der Öffentlichkeit auf die schwierige Lebenssituation der Betroffenen aufmerksam gemacht.

Neben dem attraktiven musikalischen Programm gab es an diesem Abend auch grundlegende Informationen zur Arbeit der Selbsthilfegruppe und ausreichend Raum für Begegnungen. Trotz ihrer eigenen schweren Erkrankung hat sie Kräfte mobilisiert, um anderen zu helfen. Das ist sehr beeindruckend" sagte Melanie Huml.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
07. 12. 2018
17:42 Uhr

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Melitta Burger

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07. 12. 2018
17:42 Uhr



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