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Kulmbach

Zwei Jahre für die zehnte Klasse

In Mainleus gibt es ein neues Angebot, nach dem Quali mit weniger Stress die Mittlere Reife zu machen. Das Schulamt unternimmt viel, um Grund- und Mittelschulen attraktiv zu machen.



Deutlich weniger Grundschüler werden im Landkreis Kulmbach am Dienstag erstmals die Schule besuchen. Der Grund dafür: Zahlreiche Eltern haben die Möglichkeit genutzt, ihre Kinder, die zwischen Juli und September geborgen wurden, noch ein Jahr zurückzustellen. Foto: Philipp Schulze/dpa
Deutlich weniger Grundschüler werden im Landkreis Kulmbach am Dienstag erstmals die Schule besuchen. Der Grund dafür: Zahlreiche Eltern haben die Möglichkeit genutzt, ihre Kinder, die zwischen Juli und September geborgen wurden, noch ein Jahr zurückzustellen. Foto: Philipp Schulze/dpa  

Kulmbach - Mit relativ konstanten Schülerzahlen werden die Mittelschulen im Landkreis Kulmbach am Dienstag ins neue Schuljahr gehen. 940 Schüler (Vorjahr 946) besuchen die Klassen der Mittelschulen. Das ist die eine gute Nachricht, die Schulamtsleiter Michael Hack verkünden kann. Die andere: Wer seinen Quali in der Tasche hat, kann nun im Landkreis Kulmbach noch eine ganz neue Möglichkeit in Anspruch nehmen, die Mittlere Reife zu erlangen. In Mainleus startet in diesem Jahr mit 18 Schülern eine sogenannte Vorbereitungsklasse. Mit diesem Angebot haben Quali-Absolventen die Chance, den Stoff der zehnten Klasse über zwei Jahre zu lernen. Damit wird Stress reduziert und die Aussichten, die Prüfung zur Mittleren Reife tatsächlich zu bestehen, steigen. Entwickelt wurde dieses Konzept, den mittleren Schulabschluss nach der Mittelschule auf zwei Jahre zu verteilen, weil es, wie Schulrat Hack sagt, am Ende doch ein ziemlich großer Sprung vom Quali zur Mittleren Reife sei. "Das Angebot wird von Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen Gebiet des Landkreises angenommen, freut sich Michael Hack.

Migrationshintergrund

513 Kinder mit Migrationshintergrund und erfassbaren Sprachdefiziten werden im kommenden Schuljahr im Kreis Kulmbach unterrichtet. 101 Wochenstunden werden deshalb in diesem Schuljahr für Deutsch-Vorkurse, Förderunterricht, Sprachförderunterricht und islamischen Religionsunterricht für die Flüchtlingskinder bereitgestellt. Schwerpunkt sind dabei die Schulen in Neuenmarkt, Mainleus sowie in Kulmbach die Pestalozzi-, die Obere, die Max-Hundt- und die Hans-Edelmann-Schule.


Schülerzahlen

In den Grundschulen etwas weniger Schüler, in den Mittelschulen konstante Zahlen. So präsentiert sich das Bild der Schülerzahlen des Schuljahres 2019/20.

2983 Schülerinnen und Schüler gibt es gesamt in diesem Schuljahr. 3054 waren es im Vorjahr, 2016/17 sogar 3166.

2043 Kinder besuchen die Grundschulen (2108 im Vorjahr, 2016/17 waren es 2144).

949 Mittelschüler gibt es (946 im Vorjahr, 2016/17 waren es noch 1022).


Inklusion

Kinder mit Behinderungen sind in Kulmbach voll dabei. Bereits seit Jahren gibt es an der Grundschule in Melkendorf eine Kooperation mit zwei Klassen des sonderpädagogischen Förderzentrums. Eine weitere Inklusionsmaßnahme besteht zwischen vier Klassen ("Kleiner PRinZ") unter der Trägerschaft der Rummelsdorfer Heime, die an der Meußdoerffer Grundschule in Kulmbach eingerichtet wurde. Dieses Modell, unterrichtet das Schulamt, stellt eine Ergänzung des Modells "PRinZ" in Stadtsteinach dar.


Klassenstärken

Klassen mit bis zu 30 Kindern sind an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Kulmbach in der Minderzahl.

Die Klassenstärken im kommenden Jahr:

19 (Vorjahr 29) Klassen mit weniger als 16 Kindern

69 (Vorjahr 70) Klassen mit 16 bis 20 Kindern

47 (Vorjahr 43) Klassen mit 21 bis 25 Kindern

14 (Vorjahr 15) Klassen mit 26 bis 30 Kindern


Deutlich bemerkbar macht sich, wie der Schulrat hofft in diesem Jahr zum einzigen Mal, der "Einschulungskorridor". Für Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September geboren sind, konnten Eltern in diesem Jahr erstmals ganz unabhängig von Schuleignungstest oder ärztlichen Attesten entscheiden, ob ihr Nachwuchs eingeschult werden oder lieber noch ein Jahr warten soll. Relativ viele Eltern haben diese Möglichkeit genutzt, erklärt der Schulrat. Das mache sich bei der Schülerzahl in den ersten Klassen bemerkbar. Michael Hack ist zweigespalten, was diese neue Regel angeht. Auf der einen Seite sei es gut, dass nun bei "kritischen" Fällen der Druck herausgenommen wurde. "Bisher war das oft schwierig, wenn das Kind noch nicht schulreif war. Die Eltern mussten mit ihren Kindern Ärzte oder Psychologen aufsuchen, um Atteste zu bekommen. Dieser Druck der Stigmatisierung entfällt jetzt."

Doch es gebe auch eine andere Seite der Medaille. Etliche Eltern, deren Kind als schulreif eingestuft wurde, haben sich trotzdem gegen eine Einschulung entschieden. Der Gedanke, dem Kind noch ein Jahr zu "schenken" müsse aber nicht zwangsläufig zu guten Ergebnissen führen. "Das kann auch ein vergeudetes Jahr sein." Hack fragt sich, ob es wirklich gut ist, wenn ein Kind noch ein Jahr lang länger in den Kindergarten geht oder einfach zu Hause bleibt. Kinder, ist Hack überzeugt, lernen gern. Sie seien stolz, wenn sie schreiben, lesen und rechnen können. Und noch einen Aspekt sollten Eltern bedenken: "Je früher Kinder lernen, umso besser lernen sie."

487 Kinder werden am Dienstag zum ersten Mal in die Schule gehen. Im Vorjahr waren es 531. Das ist ein Minus von immerhin 8,3 Prozent, doch nicht, weil es weniger Kinder im Landkreis gibt. 73 Kinder aus den Geburtsmonaten Juli bis September wurden auf Wunsch ihrer Eltern ein Jahr zurückgestellt.

13 reine erste Klassen und sieben jahrgangsgemischte Klassen werden den Schulanfängern zur Verfügung stehen. Fünf Schulen mit elf ersten Klassen haben im Landkreis das Schulprofil "Flexible Grundschule". Insgesamt gibt es im kommenden Schuljahr 99 Grundschulklassen (Vorjahr 103) und 50 (Vorjahr 54) Mittelschulklassen. In den Mittelschulklassen sind 8 Mittlere-Reife-Klassen (Vorjahr 10) an der Hans-Edelmann-Schule in Kulmbach mit 158 (Vorjahr197) Schülerinnen und Schülern.

213 Lehrer, 24 Förderlehrer, 41 Fachlehrer, 22 Lehramtsanwärter, eine Förderlehreranwärterin und 31 Religionslehrer in Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung werden im kommenden Schuljahr im Landkreis Kulmbach an Grund- und Mittelschulen unterrichten. Sieben ausgebildete Gymnasial- und Realschullehrer bereiten sich zudem auf einen dauerhaften Einsatz an Grund- und Mittelschulen vor. Für den Vertretungsbedarf stehen 18 Lehrkräfte und für den Fachunterricht drei Lehrkräfte in der Mobilen Reserve zur Verfügung. "Die Zahl der Lehrer bei uns ist zufriedenstellend", macht Michael Hack deutlich. Seine Einschätzung: "Mehr könnte es natürlich immer sein, aber es passt."

Als bedeutendstes Projekt im kommenden Schuljahr sieht Michael Hack die Digitalisierungsoffensive an den Schulen. Nach den Landesmitteln kommt nun auch noch eine millionenschwere Summe vom Bund dazu. Jede Schule im Landkreis profitiert davon, wenn sie das erforderliche Medienentwicklungskonzept eingereicht hat. Dabei geht es nicht nur um schnelle Anbindungen, um Tablets oder Laptops. WLAN wird ebenso gefördert wie eine gute Vernetzung, Großbilddarstellung wird ebenso gefördert, zum Beispiel in Form von interaktiven Displays in Tafelgröße. "Auf diese Weise haben wir für die kommenden Jahre richtig moderne Klassenzimmer."

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 09. 2019
18:30 Uhr

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Melitta Burger

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04. 09. 2019
18:30 Uhr



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