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Auf ein Wort

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Angriff auf die Anonymität

Es ist wie verhext. Manches lässt sich dann doch nicht so einfach regeln, wie man es sich wünscht. Auch nicht im Internet. Dabei ist es gar nicht so lange her, da die Bundesregierung mit dem damaligen Justizminister Heiko Maas meinte, die Datenschutzgrundverordnung sei die Ultima Ratio.



Schon damals gab es heftige Kritik. Nun droht der Selbstbestimmung im Netz ganz neue Gefahr "Eine polnische Firma schafft gerade unsere Anonymität ab", titelt "netzpolitik.org", eine Plattform für digitale Freiheitsrechte.

Schon zu Jahresbeginn war das US-Unternehmen Clearview AI in die Kritik geraten. Drei Milliarden Profile soll es abgescannt und mit den Fotos Datenbanken gefüllt haben. Doch dieses Unternehmen agiert von den USA aus. Nun aber prangert "netzpolitik.org" das Geschäftsgebaren von Primeyes an. Dieses Unternehmen sitzt in Polen und damit in der EU. Die Datenschutzgrundverordnung der Staatengemeinschaft gilt somit auch für den osteuropäischen Nachbarn.

Doch mit Primeyes ist wieder eine neue Plattform am Start, die Profile auf sozialen Plattformen abgrast, Fotos sammelt und mit diesen Daten Geschäfte macht. Als kostenlose Suchmaschine wirbt das Unternehmen mit 900 Millionen Gesichtern, die die Datenbank umfassen soll. Dabei ist das Verwenden automatisierter Gesichtserkennung für eigene Zwecke ein grober Angriff auf Anonymität und Privatsphäre. Aber soziale Plattformen haben alle Grundeinstellungen stets öffentlich stehen, die Privatsphäre, die der Nutzer selbst beeinflussen und abschotten kann, fängt erst "dahinter" an. Das heißt: Jeder, der bei Facebook ein Foto hinterlegt hat oder hatte, könnte auch im "Katalog" von Primeyes stehen. Mehr noch, er könnte somit, wann immer er sich irgendwo weltweit im öffentlichen Raum bewegt, in der Disko genauso wie auf einer Demo, namentlich zugeordnet werden. Ideale Bedingungen für Geheimdienste genauso wie für den gemeinen Stalker. Mit Überwachung lässt sich Geld verdienen.

Doch wer schiebt solchen Firmen den Riegel vor? Noch wird es diesen ziemlich einfach gemacht. Wenn ein handfester Verstoß gegen die EU-DSGVO nicht geahndet wird, warum sollten sich findige Geschäftsleute dran halten? Kerstin Dolde

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2020
00:00 Uhr

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15. 07. 2020
00:00 Uhr



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