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Auf ein Wort

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Vom Ringen und Lernen

Er steht in der Öffentlichkeit. Und er polarisiert: Der Virologe Christian Drosten ist einer der Forscher, die zu den Experten in der Corona-Krise zählen. Seine Ratschläge werden von manchen äußerst strikt befolgt - oder von denen, die das Virus weniger ernst nehmen, kritisiert.



Jeder geht anders mit der Lage um, die Bandbreite reicht von Leichtfertigkeit bis Panik. Auch Leser schreiben an uns. Manche sind in großer Sorge und fordern die Redaktion auf, doch häufiger zu schreiben, dass Menschen nicht verreisen oder ins Gasthaus gehen sollten. Ein anderer Leser schickt uns die Stellungnahme des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (EBM) vom 8. September zu. Darin geht es unter anderem um eine Aufforderung an die Medien, sie mögen in der Berichterstattung die "Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation beherzigen und die irreführenden Meldungen von Absolutzahlen ohne Bezugsgröße beenden". Das heißt im Klartext: Hohe Fallzahlen sollte man in Bezug zur Einwohnerzahl stellen. So haben die USA zwar weltweit die meisten Covid-Fälle zu verzeichnen, heruntergebrochen auf die Einwohnerzahl rangieren die USA derzeit im Vergleich ein ganzes Stück hinter Frankreich.

Und was die Experten der EBM noch betonen: Es sei nicht auszuschließen, dass die Maßnahmen gegen Corona inzwischen größeren Schaden anrichten könnten als das Virus selbst. Dies sieht etwa auch der Virologe Hendrik Streeck so, der daran erinnert, dass bei der steigenden Zahl der positiv getesteten Menschen kaum einen Anstieg der Todeszahlen zu verzeichnen ist.

Die Wissenschaft hat in einem halben Jahr Corona-Krise viel gelernt, alles weiß sie noch nicht. Und deshalb gibt es den Dikurs unter den Experten und Vertretern unterschiedlicher Ansichten. Das ist gut, nur so kommt Wissenschaft voran.

Auch Medien reiben sich mal an Virologen. Dass sie nicht übers Ziel hinausschießen, darüber wacht der Presserat. Gerade hat "Bild" eine Rüge kassiert. In dem Artikel "Fragwürdige Methoden: Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch" erkannte der Beschwerdeausschuss mehrere schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex. Nach Auffassung der Mitglieder ist die Formulierung, die Studie sei "grob falsch", von den zitierten Expertenmeinungen im Text nicht gedeckt, heißt es. Kerstin Dolde

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
16. 09. 2020
00:00 Uhr

Aktualisiert am:
15. 09. 2020
20:23 Uhr

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16. 09. 2020
00:00 Uhr

Aktualisiert am:
15. 09. 2020
20:23 Uhr



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