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Marktredwitz

Abschied vom alten Stadel

In Lorenzreuth beginnen die Abrissarbeiten vis à vis des "Grünen Baums" nach dem Brückenfest. Später entsteht hier eine "richtig schöne neue Mitte", kündigt die Stadt an.



Maria-Magdalena Stöckert vom Bauamt erläutert den Anwohnern, wie der Platz vor dem "Grünen Baum" nach dem Abriss von Scheune und Wohnhaus künftig gestaltet wird. Foto: Peggy Biczysko
Maria-Magdalena Stöckert vom Bauamt erläutert den Anwohnern, wie der Platz vor dem "Grünen Baum" nach dem Abriss von Scheune und Wohnhaus künftig gestaltet wird. Foto: Peggy Biczysko  

Lorenzreuth - "Ich hab’ nochmal unter Tränen Abschied genommen." Die Nachbarin des Gebäudes vis à vis des alten Wirtshauses "Grüner Baum" blickt wehmütig zurück, hat sie doch viele Jahre in dem Haus und in der angrenzenden Scheune verbracht. 17 Jahre steht das alte Haus schon leer. Jetzt macht die Stadt Marktredwitz Nägel mit Köpfen in den beengten Gassen von Lorenzreuth. Im Zuge der Dorferneuerung beginnen in der kommenden Woche die Abrissarbeiten.

Die Nachbarin, die sich als "Eingeborene" bezeichnet, erinnert bei der Vorstellung der Pläne durch die Abrissfirma und das Bauamt an jene Zeiten, als in dem alten Stadel noch die Dreschmaschinen standen. "Und die Weinlaube könnte so manche Geschichte erzählen", fügt sie schmunzelnd an. Die Laube, die an die Scheune vor dem "Grünen Baum" andockte, ist bereits abgetragen. "Die wird wieder an ähnlicher Stelle aufgebaut", versichert Stadtbauamtsleiter Stefan Büttner den Anwohnern, die sich wissbegierig um den Plan scharen, den Sachgebietsleiterin Maria-Magdalena Stöckert auf einem Tisch im Schatten ausgebreitet hat.

"Ohne Beeinträchtigungen, Lärm und Staub wird es nicht gehen", schickt Projektleiter Alexander Rieß voraus. Dafür könnten sich die Lorenzreuther nach dem Abriss auf ein schönes Umfeld rund um das alte Wirtshaus, das zum Gemeinschaftshaus für das Dorf umgebaut wird, freuen - und über bessere Verkehrswege zwischen der engen Bebauung.

In der Woche nach dem Brückenfest entrümpelt die Abbruchfirma erst einmal Scheune und Haus. Weil es schwierig sei, mit großem Gerät hier anzufahren, so Roland Heberl vom Ingenieurbüro Rupp Bodenschutz, müsse die Zufahrt über den Schmiedeweg ab dem Abbruchgebäude rund zwei Monate lang gesperrt werden. "Eine Zufahrt ist nur über das Rieß-Bergl möglich." Zuweilen müsse auch das gesperrt werden, wenn das Dach abgetragen wird. "Wir werden zuerst das Asbest entsorgen und die alten Nachtspeicheröfen ausbauen." Mehr als drei Parkplätze stünden den Lorenzreuthern während der Abriss-Phase beim "Grünen Baum" nicht zur Verfügung. Mit den Abrissarbeiten, so hofft Heberl, wolle man in drei bis vier Wochen fertig sein.

Maria-Magdalena Stöckert verspricht, dass der Platz, der durch den Abriss entsteht, künftig nicht nur für zehn Parkplätze hergerichtet werden solle, sondern auch durch Grün abgegrenzt den Rand des neuen Dorfplatzes bilde. Vorbei seien dann die Zeiten, in denen abschüssiger Asphalt vor dem Dorfwirtshaus wenig einladend wirkte. "Die Menschen sollen hier feiern und zusammenfinden." An der Seite würden drei weitere Parkplätze angelegt, außerdem kämen hinter dem Anbau des "Grünen Baums" noch zwei Behindertenparkplätze hinzu. "Das wird eine richtig schöne neue Mitte", betont Stöckert.

Noch in diesem Jahr wolle man mit der Innengestaltung des alten Wirtshauses, das früher ein beliebter Treff nicht nur für die Dorfbewohner war, beginnen. "Wir warten nur noch auf den Förderbescheid", so Bauamtsleiter Stefan Büttner. Stöckert kündigt Barrierefreiheit für das Gemeinschaftshaus an, Feuchtschäden würden beseitigt, Räume zum Teil zurückgebaut und die Heizung von drei auf eine reduziert. "Für das Gewölbe sehen wir den künftigen Jugendraum vor, es wird auch Räume und Archive für die Vereine geben. "Und der Gastraum bleibt natürlich für Veranstaltungen erhalten."

"Na dann legt’s endlich los, wenn ich mich schon verabschiedet hab’ von den alten Gemäuern", treibt die Nachbarin das Abriss-Team mit feuchten Augen an.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
17:46 Uhr

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06. 06. 2019
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