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Marktredwitz

Atemschutz-Werkstatt für alle Feuerwehren

130.000 Euro sind im Gerätehaus Marktredwitz investiert worden. Drei Männer reinigen, warten und prüfen nicht nur Masken und Geräte, sondern auch Einsatzkleidung.



An diesem Gerät werden die Atemschutzgeräte nach der Reinigung auf ihre hundertprozentige Tauglichkeit hin überprüft. Unser Bild zeigt (von links): Landrat Karl Döhler, Gerätewart Klaus Geyer, Oberbürgermeister Oliver Weigel mit Maske, Gerätewart Dominik Koppmann, Stadtbrandinspektor Maximilian Seiler und Kreisbrandrat Wieland Schletz. Foto: Peggy Biczysko
An diesem Gerät werden die Atemschutzgeräte nach der Reinigung auf ihre hundertprozentige Tauglichkeit hin überprüft. Unser Bild zeigt (von links): Landrat Karl Döhler, Gerätewart Klaus Geyer, Oberbürgermeister Oliver Weigel mit Maske, Gerätewart Dominik Koppmann, Stadtbrandinspektor Maximilian Seiler und Kreisbrandrat Wieland Schletz. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - Großbrand im Landkreis Wunsiedel. Rund 200 Wehrleute rücken aus, nehmen den Kampf gegen die Flammen auf. Doch was passiert eigentlich hinterher, wenn die abgekämpften Feuerwehrmänner und -frauen von ihrem Einsatz zurück sind? Denn nicht nur die Atemschutzmasken, auch die Anzüge sind verrußt und verschmutzt, oft auch kontaminiert. Einfach in die Waschmaschine stecken und die Masken unterm Wasserhahn reinigen ist da nicht drin. Nicht nur wegen der Kontamination, sondern auch wegen des nächsten Einsatzes, bei dem die Wehrleute wieder ihr Leben aufs Spiel setzen, muss hier professionell zu Werke gegangen werden. Das erledigt für die Wehren im Landkreis Wunsiedel die Freiwillige Feuerwehr Marktredwitz in ihrer neuen Atemschutz-Werkstatt.

Nach einer Investition von 130.000 Euro ist diese landkreisweite Einrichtung am gestrigen Dienstag offiziell eingeweiht worden. Seit 1. Dezember bietet die Marktredwitzer Wehr nicht nur die Reinigung der Atemschutzmasken, sondern auch landkreisweit die Reinigung der Einsatzkleidung an. Kreisbrandrat Wieland Schletz bezeichnet die neuen Räume als "keinen Luxus", denn man wolle die Wehrleute nicht unnötig gesundheitlich gefährden. "Die Werkstatt in Marktredwitz aus dem Jahr 1991 war ordentlich abgewohnt. Daher war diese Investition dringend nötig." Mittlerweile müsse bei jedem Mülltonnen-Brand Atemschutz getragen werden.

Und nicht nur da. Oberbürgermeister Oliver Weigel kann sich nur allzu gut an die schreckliche Brandserie in Oberredwitz erinnern. "Ich habe gesehen, wie die Leute rein und wieder raus sind aus dem brennenden Haus. Und wie fertig sie waren, als sie die Masken wieder abgenommen habe." Die Feuerwehrleute begäben sich in Lebensgefahr, "deshalb sind Atemschutzmasken und -geräte ganz wichtige Ausstattungs-Elemente der Aktiven". Den Einsatzkräften gebühre größter Respekt.

Stadtbrandinspektor Maximilian Seiler spricht von 2500 Atemschutzgeräten, die im gesamten Landkreis verteilt im Einsatz sind. Er selbst, Klaus Geyer und Dominik Koppmann sind fest angestellt und kümmern sich im Marktredwitzer Gerätehaus der Feuerwehr darum, dass ihre Kollegen bei der nächsten Gefahr gut ausgerüstet starten können.

Bislang landeten all die verschmutzten Kleidungsstücke samt Masken in einem Raum im Keller des Gerätehauses. Schwarz und Weiß - sprich verschmutzt und gesäubert - nahmen den gleichen Weg. "Das war nicht mehr alltagstauglich", unterstreicht Maximilian Seiler. Jetzt kommt die kontaminierte und verschmutzte Wäsche im Einbahnstraßen-System in die Reinigung. "Zunächst wird die Kleidung grob gereinigt, nach der Vorreinigung geht es in die Waschmaschine." Masken und Atemschutzgeräte kommen in eine Art große Geschirrspülmaschine, wo sie nach der Reinigung desinfiziert und getrocknet werden. Vollautomatisch läuft die Prüfung über einen Monitor, ehe die Masken wieder einsatzbereit sind. "Die Wehren können ihre Kleidung und Geräte früh bringen und abends voll funktionsfähig wieder abholen", verdeutlicht der Stadtbrandinspektor.

Doch ehe Maximilian Seiler und seine zwei hauptamtlichen Mitarbeiter alles via Computer auf Perfektion überprüft haben, gibt es noch wesentlich mehr zu tun. Um den Wehrleuten ihre Kleidung auch zuordnen zu können, müssen die Stücke "gepatcht" werden. Die leuchtenden Aufkleber wie "Kommandant" werden jedes Mal abgeklettet. Dann muss das Inlet aus der Kleidung raus, das ebenso wie die Schutzkleidung unter einem Scanner mit Strichcode versehen wird, um sie dem Träger wieder zuordnen zu können. Das alles passiert nun in den neuen Räumen in Marktredwitz.

"Sieht eigentlich aus wie in einer richtigen Küche", wundert sich Landrat Dr. Karl Döhler über die Reinigung der Atemschutzgeräte. Der Landkreis hat für den Umbau der Atemschutz-Werkstatt und für die Beschaffung neuer Geräte 20.000 Euro zugesteuert. Die hat Döhler am gestrigen Dienstag in Form eines Schecks dabei. Der Landkreis unterstützt die Einrichtung in Marktredwitz deshalb, weil sie den Feuerwehren über die Grenzen der Großen Kreisstadt hinaus dient. Sogar noch ein bisschen weiter: An den Schränken, in denen bereits abholbereite Kleidung und Geräte liegen, hängen Zettel mit der Aufschrift "Rehau" oder "Waldershof". Denn bis in den Landkreis Tirschenreuth hinein und eben in den südlichen Landkreis Hof reicht die Versorgung durch die neue Atemschutz-Werkstatt in Marktredwitz. Rechnung und Lieferschein werden ebenfalls hier im Gerätehaus fertiggestellt.

Doch was passiert nach einem Großeinsatz mit vielen Atemschutzgeräte-Trägern, wenn es tags darauf noch einmal einen außergewöhnlichen Einsatz geben sollte? "Wir haben auch etliche Leihgeräte", versichert Maximilian Seiler. Für unbenutzte Atemschutzgeräte gibt es ebenfalls Vorschriften. Denn nicht jede Dorf-Feuerwehr benötigt die Ausrüstung. "Diese Masken und Geräte müssen zweimal jährlich einer Prüfung unterzogen werden", unterstreicht der Stadtbrandinspektor. "Denn wenn der Notfall wirklich da ist, muss einfach alles intakt sein."

"Hard- und Software müssen ineinandergreifen", weiß auch Landrat Döhler. Deshalb habe der Landkreis diese Einrichtung unterstützt. "Zudem haben wir ja auch noch die Trainingsstrecke für Atemschutzgeräte-Träger hier im Haus. Und nach jeder Übung müssen Masken und Kleidung genauso sorgfältig gereinigt werden wie nach einem Einsatz im Ernstfall."

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
16:36 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
16:36 Uhr



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