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Marktredwitz

Bahnsteig-Aufzug wochenlang defekt

Jeden Tag ärgern sich am Marktredwitzer Bahnhof viele Fahrgäste. Doch seit Dienstag ist das Ärgernis beseitigt.



Seit Dienstag funktioniert der Aufzug in der Unterführung wieder. Foto: M. Bäu.
Seit Dienstag funktioniert der Aufzug in der Unterführung wieder. Foto: M. Bäu.  

Marktredwitz - Die alte Frau ist verzweifelt. Tränen rinnen ihr übers Gesicht. Wie soll sie die beiden schweren Koffer auf den Bahnsteig bringen? Da fackelt Peter Bayer nicht lange und hilft. Der 71 Jahre alte Holenbrunner ist jeden Tag am Marktredwitzer Bahnhof. "Ich habe schon so vielen älteren Frauen und Männern die Koffer hochgetragen. Langsam reicht es", sagt er empört im Gespräch mit der Frankenpost .

Doch seit dem gestrigen Dienstag ist das Ärgernis beseitigt, wie die Frankenpost selbst ausprobiert hat. Eine Mitarbeiterin des Bahn-Service wollte sich auf Nachfrage nicht weiter dazu äußern. "Er funktioniert, mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Knappe fünf Wochen lang ist der Aufzug von der Unterführung zum Bahnsteig vier und fünf defekt gewesen. Da der auf Bahnsteig eins intakt war, wähnten sich vor allem viele Senioren in Sicherheit. Wenn sie dann in der Unterführung waren und schnell auf Gleis vier oder fünf wollten, hing ihnen der Koffer wie ein Klotz an der Hand.

Nicht nur für Peter Bayer war das ein unhaltbarer Zustand. Auch der Deutschen Bahn selbst ist die Angelegenheit peinlich. Eine Anfrage bei dem Konzern in München bringt Klarheit. "Grund für den Ausfall des Aufzugs an Gleis vier und fünf am Bahnhof Marktredwitz ist ein wiederholter Defekt der Notruffunktion. Diese musste in den vergangenen Wochen immer wieder instand gesetzt werden. Seit vergangener Woche ist die Notruffunktion komplett ausgefallen", teilt eine Bahn-Sprecherin mit. Sobald die Notruffunktion defekt ist, müsse der Aufzug aus Sicherheitsgründen außer Betrieb gesetzt werden. "Geplant ist, dass der defekte Aufzugnotruf im Laufe der Woche von der zuständigen Wartungsfirma repariert wird." Offenbar ist der Monteur am Dienstag im Laufe des Tages in Marktredwitz gewesen und hat die Notruffunktion wieder instand gesetzt.

Peter Bayer zumindest ist hoch erfreut, dass wahrscheinlich auch aufgrund seiner Initiative doch noch ein Handwerker gefunden worden ist, der den Aufzug reparieren konnte. "Noch am Dienstagvormittag war ein Zettel an der Tür, dass der Aufzug nicht funktioniert", sagt er.

Dass eine Maschine auch mal kaputt gehen kann, sieht der Holenbrunner Bahnkunde ein. "Mir hat nur nicht gefallen, dass immer wieder ältere Leute nicht mehr weiter wussten. Als die Frau dann geheult hat, war ich außer mir." Er habe sich mehrmals an Bahnbedienstete in Marktredwitz gewandt - offenbar letztlich mit Erfolg. "Man hätte in den vergangenen Wochen sich aber mehr um die älteren Kunden kümmern müssen. Es kann doch nicht sein, dass ich, der ich auch nicht mehr der Jüngste bin, immer wieder Koffer habe tragen müssen."

Als ärgerlich bezeichnet es Bayer auch, dass vor allem viele junge Leute es nicht für notwendig empfunden hätten, auch mit anzupacken. "Ich fahre jeden Tag, manchmal sogar mehrmals die Strecke Holenbrunn-Marktredwitz, da habe ich viel über die Hilfsbereitschaft gelernt." Gewundert habe er sich, dass offenbar viele Asylbewerber ziemlich höflich und sich nicht zu schade seien, für ältere Menschen schwere Koffer zu schleppen.

Die Bahnsprecherin aus München entschuldigte sich bei den Fahrgästen im Namen ihres Arbeitgebers für die Unannehmlichkeiten. "Mobilitätseingeschränkte Reisende wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer können sich an unsere Mobilitätszentrale wenden. Dort erhalten sie Informationen und Hilfestellungen für ihre Reise. Die Kollegen können in vielen Fällen auch vor Ort Unterstützung organisieren." Sie verwies hierzu auf den folgenden Link im Internet: www.bahn.de.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
19:34 Uhr

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Matthias Bäumler

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04. 09. 2018
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