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Marktredwitz

Barrierefrei in den Bus

Neue Haltestellen in der Reichelsweiherstraße ermöglichen ebenerdiges Ein- und Aussteigen. Das soll nicht der letzte Umbau gewesen sein.



Der Projektmanager der Stadt Marktredwitz, Stefan Kirsch, die Sachgebietsleiter Claudia Wuttke und Christian Frohmader sowie Oberbürgermeister Oliver Weigel (von links) an der neuen Bushaltestelle in der Reichelsweiherstraße mit dem weißen Auffindestreifen und dem 18 Zentimeter hohen Bordstein, der den Einstieg in den Bus erleichtert. Foto: Peter Pirner
Der Projektmanager der Stadt Marktredwitz, Stefan Kirsch, die Sachgebietsleiter Claudia Wuttke und Christian Frohmader sowie Oberbürgermeister Oliver Weigel (von links) an der neuen Bushaltestelle in der Reichelsweiherstraße mit dem weißen Auffindestreifen und dem 18 Zentimeter hohen Bordstein, der den Einstieg in den Bus erleichtert. Foto: Peter Pirner  

Marktredwitz - "Wer sich daran erinnert, wie es hier vorher ausgesehen hat, weiß, was alles passiert ist." Oberbürgermeister Oliver Weigel lobte bei der Vorstellung der abgeschlossenen Baumaßnahmen in der Reichelsweiherstraße die Leistung der Tiefbauabteilung der Stadt. "Allen Beteiligten spreche ich meinen großen Dank aus."

Vom Gesetzgeber gewollt

Beim barrierefreien Zugang müssen die Fahrzeug-Beschaffenheit und die Haltestellen-Infrastruktur den Anforderungen entsprechen. Generell wird empfohlen, einen Bordstein von 18 Zentimetern Höhe zu verwenden. Dieser soll so lang sein, dass ein barrierefreier Zugang zu sämtlichen Türen des Busses gewährleistet ist. Die Spurführung, die in Marktredwitz verbaut ist, dient als Anfahrhilfe für den Busfahrer, um möglichst nah an die Haltestellenkante heranfahren zu können und so größere Spaltbreiten zwischen Fahrzeug und Bordstein zu vermeiden.

Das taktile Leitsystem ist über Platten mit Noppen- und Rippenstrukturen umgesetzt, die den blinden oder stark sehbehinderten Nutzer leiten, stoppen und warnen.

Ein "Auffindestreifen" lenkt vom Wartehäuschen über das Einstiegsfelds zur vorderen Bustür. Der Leitstreifen führt den Nutzer entlang der Bushaltestelle und markiert ihre Länge. Die Haltestellen sollen gut beleuchtet sein, damit die Fahrgäste die Fahrpläne auch in der Dunkelheit lesen können. Dach und Seiten des Wartehäuschens sollen transparent sein.

 

Tatsächlich sieht die Straße jetzt deutlich schöner und aufgeräumter aus als vorher. Zugleich sei sie funktionaler und barriereärmer geworden, sagten Sachgebietsleiter Christian Frohmader und Sachbearbeiterin Claudia Wuttke.

 

Mit der Baumaßnahme hat die Stadt drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Erster und wichtigster Punkt ist die Errichtung zweier barrierefreier Bushaltestellen. Die Einsteigehaltestelle befindet sich am Eingang des Ausbildungs- und Trainingszentrums "Schatz" der Firma Scherdel; dort steht auch ein Wartehäuschen. Die Aussteigehaltestelle liegt beim Hochhaus Reichelsweiherstraße 9/11.

Beide wurden mit sogenannten Kasseler Sonderborden ausgestattet, um ebenerdiges Zu- und Aussteigen zu ermöglichen. Außerdem wurden taktile Platten als Leitlinie für sehbehinderte Fahrgäste eingebaut. Selbstverständlich erhielten die Haltestellen neue Markierungen. Die Kosten belaufen sich auf 45 000 Euro, die Hälfte davon trägt die Regierung von Oberfranken im Rahmen der Förderung von Baumaßnahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV.

Die Haltestellen sind gut frequentiert, allein die wichtige Buslinie 10 (Marktredwitz - Wunsiedel) wird montags bis freitags täglich 16 Mal und samstags sieben Mal bedient.

Verantwortlich für die Umsetzung barrierefreier Maßnahmen im städtischen Hoch- und Tiefbau ist Stefan Kirsch. Im Frühjahr 2017 wurde das Konzept "MAKbarrierefrei" erarbeitet in Anlehnung an das Konzept der bayerischen Staatsregierung "Die barrierefreie Gemeinde". Anschließend führte die Projektgruppe sieben Begehungen im Stadtgebiet mit Beteiligung Betroffener durch. Sechs Rollstuhlfahrer und drei Sehbehinderte waren ebenso dabei wie der Landkreisbeauftragte, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter verschiedener Einrichtungen wie Verkehrsgemeinschaft Fichtelgebirge VGF, Arbeiterwohlfahrt AWO, Klinikum und Kirchengemeinden. Bei den Begehungen wurden zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt und über 100 Einzelmaßnahmen in einem Maßnahmenplan festgehalten.

Seit 2018 stellt die Stadt, wie zu erfahren war, jährlich Haushaltsmittel bereit, um die Umsetzung zu finanzieren. Noch seien nicht alle Punkte abgearbeitet. Das Beispiel Bushaltestellen zeige aber, dass die Stadt ihre Hausaufgaben zügig angehe. Elf von 14 Bushaltestellen seien bereits oder würden bis zum Jahresende umgebaut. Die Sanierung der weiteren Haltestellen Markt, Busbahnhof und Wölsauer Straße werde in den Jahren 2021/22 im Rahmen von Baumaßnahmen geplant.

Als zweite Maßnahme wurde der westliche Gehweg entlang der Mehrfamilienhäuser in der Reichelsweiherstraße auf einer Gesamtlänge von 270 Metern saniert. Die Bordsteine wurden neu ausgerichtet, der Untergrund verbessert, die Einfahrten abgesenkt und eine neue Asphaltdecke aufgebracht. Teilweise wurde der Gehweg auf mindestens 1,80 Meter Barrierefreiheit verbreitert. Die Kosten für die Sanierung betragen zirka 120 000 Euro. Zeitgleich hat die ESM mehrere Stromkabel verlegt, um die Stromversorgung für die Anwohner, aber auch für die Unternehmen Scherdel und Müssel zu optimieren.

Die dritte Maßnahme war die Erneuerung der Reichelsweiher Straße. Teilweise wurde die Asphaltdecke saniert, und die "Nasen" wurden zurückgebaut, um die Ein- und Ausfahrtsituation zur Kirchstraße für Autos und Busse zu verbessern.

Autor

Peter Pirner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 07. 2020
17:02 Uhr

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Autor

Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
28. 07. 2020
17:02 Uhr



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